Null Grad Außentemperatur, sternenklarer Himmel, kalter Wind, höchste Eisbeingefahr: Das Freitagabend-Flutlichtmatch zwischen dem VfB Neuffen und dem TV Neidlingen war rein gar nichts für kälteempfindliche Zaungäste. Während rund 90 Wackere am Spielfeldrand meist mit Warmhalteübungen beschäftigt waren, zogen Neuffener wie Neidlinger auf dem Spadelsberg-Kunstrasenplatz ein ansehnliches Kreisliga A-Spiel auf. Dass am Ende der Favorit mit 4:1 siegte – für die Neidlinger bittere Medizin. „Wir waren gut im Spiel. Allerdings ärgere ich mich über die überflüssigen Fouls, mit denen wir die Freistöße erst ermöglicht haben, die zu den Gegentreffern führten“, haderte TVN-Coach Christopher Andrä nach dem Abpfiff des souveränen Referees Lukas Wolf (Deizisau).
In der Tat sah es zunächst nicht schlecht für die Gäste aus. Der feine Freistoß von Felix Kaiser auf den Kopf des in den Strafraum sprinteten Nils Faustmann brachte Mitte der ersten Halbzeit das 1:1. „Direkt nach der Pause waren wir sogar noch einen Tick stärker“, urteilte TVN-Routinier Steffen Kuch. So kam der TVN unter anderem zu einer Doppelchance, die jedoch VfB-Keeper Nico Schmidt per Fuß und Oberkörper binnen weniger Augenblicke entschärfte. Zwei in der Teckregion bestens bekannte Fußballer antworteten. Sowohl Tim Sternemann als auch kurz danach Max Pradler trafen nach Freistößen aus kurzer Distanz per Kopf. Das 4:1 für den VfB in der Nachspielzeit? Nur noch Folklore. „Sensationell, was unser Team bisher abliefert“, zeigte sich der VfB-Vorsitzende Ralf Nuffer nicht nur begeistert von der tabellarischen Lage, sondern auch der spielerischen Qualität.
„Neidlingen hat uns gefordert, das war keine leichte Aufgabe“, stellte Goalgetter Max Pradler erleichtert fest. Die Neuffener übernahmen dank des Heimsiegs bis Sonntag die Tabellenspitze, mussten diese dann jedoch an den TSV Weilheim abtreten.
Mit kratziger Stimme nach oben
Mit etwas kratziger Stimme war Salvatore De Rosa am Sonntagabend unterwegs. Spätfolgen einer wilden Schlussphase in der Partie zwischen dem TSV Weilheim und dem TSV Neckartailfingen. Für den Coach gab es an der Seitenlinie viel zu korrigieren, gestikulieren und kommentieren. „Wir hätten zur Pause gefühlt 10:0 führen müssen“, haderte der Weilheimer Trainer, der sich liebend gerne die aufregende Schlussphase erspart hätte. Marco König erlöste letztlich die Gastgeber per Kopfball zum 3:2 in der 90. Minute. Ein Treffer mit enormer Wirkungskraft. Die Weilheimer zogen dadurch nicht nur am VfB Neuffen vorbei, sondern auch an der SGEH (Partie gegen den TV Bempflingen abgesagt). Heißt konkret: Das De Rosa-Team überwintert in der Beletage. Der Trainingsbetrieb wurde für dieses Jahr eingestellt, es warten nur noch zwei Hallenturniere auf einen Teil des Teams – am 22. Dezember in der heimischen Sporthalle, einen Tag später beim Großturnier im Sindelfinger Glaspalast.
Renz gibt sich versöhnlich
Sechs Punkte aus den letzten beiden Partien des Jahres 2024 hatte SFD-Fußballchef Christian Renz eingefordert und bekam sie prompt geliefert. Dem spektakulären 6:3 gegen die SGM Aichtal folgte ein 1:0 gegen den TSV Grafenberg. Dabei fiel Spielertrainer Yannik Kögler kurzfristig wegen eines Infekts als Kickerpart aus, konnte nur warm eingepackt von der Seitenlinie das Match coachen. Der entscheidende Treffer fiel bereits nach acht Minuten per Kopfball durch Ismail Kisa. „Kompliment an die Mannschaft, sie hat toll gefightet“, gab sich Renz am ersten Advent versöhnlich.
Routinier Carrle sichert Remis
Auf einem Nichtabstiegsplatz überwintert die Spielgemeinschaft Owen/Unterlenningen. Das 1:1 beim Kellerkollegen FC Frickenhausen II sorgte für Punkt Nummer 18 in der Hinrunde. „Wir haben damit den FC auf Distanz gehalten und Neidlingen überholt“, wies SGM-Sprecher Marc Schmohl auf einen weiteren Aspekt hin. Andreas Carrle sorgte mit seinem Kopfball in der 39. Minute für den verdienten Ausgleich. Eng wurde es in den letzten Minuten. Die Gäste agierten nach Gelb-Rot für Max Kammerer in Unterzahl, wehrten aber die FC-Angriffe erfolgreich ab.

