VfL-Frauen vor dem Saisonstart
Andere Vorzeichen, gleicher Siegeswille

Das Kirchheimer Frauenteam von Headcoach Julian Auerbach will als Aufsteiger auch die dritthöchste Liga meistern.

Julian Auerbach im Kreise seiner Spielerinnen. In der Regionalliga warten neue Herausforderungen auf das Team.  Foto: Thimo Köni
Julian Auerbach im Kreise seiner Spielerinnen. In der Regionalliga warten neue Herausforderungen auf das Team.  Foto: Thimo König

Eines ist klar – so, wie in der vergangenen Saison, läuft es bei den Basketballerinnen der VfL Kirchheim Knights dieses Mal nicht. Zumindest, was die äußeren Umstände angeht, denn während Headcoach Julian Auerbach im Mai 2025 in aller Ruhe sein Team formen und lange vorbereiten konnte, sah der Zeitplan während der Vorbereitung auf die neue Spielzeit komplett anders aus. Der Oberliga-Meister hatte eine lange Saison, stand nach dem Ligabetrieb noch im Finale um den BBW-Pokal. „Ehrlich gesagt, habe ich dann erstmal eine Pause gebraucht. Und die Mannschaft glaube ich auch“, sagt der Trainer, der vergangene Saison für gleich drei Teams verantwortlich war.

So ging es Ende Juni wieder mit dem Trainingsbetrieb los. „Es war allerdings schwierig, weil oft viele wegen Urlaub oder sonstigen Verpflichtungen nicht da waren und eigentlich immer eine andere Mannschaft im Training war“, sagt Kapitänin Sarah Wanzke. Während der Kern beim VfL Kirchheim geblieben ist, kamen insgesamt vier Neuzugänge dazu. Paula Kennel wechselte vom letztjährigen Ligakonkurrenten KSG Gerlingen unter die Teck. Die groß gewachsene 26-Jährige soll die Position von Alexa Focken (beruflich nach München) unterm Korb ausfüllen. „Sie wird eine ganz wichtige Spielerin für uns sein in dieser Saison“, betont der Headcoach. Ebenfalls neu ist Anastasia Kistos, die beim MTV Stuttgart in der U18-Bundesliga spielt. Dort könnte die Aufbauspielerin auch noch im Regionalligateam aushelfen, doch die 15-Jährige hat sich für den VfL entschieden. „Sie ist unfassbar schnell und athletisch. Sie wird ihre Rolle sicher finden bei uns.“ Marilou Tonn ist bereits in der vergangenen Saison nach langer Verletzung beim VfL ins Training eingestiegen und mittlerweile offiziell im Kader. Mit Michaela Weber kam noch die Trainerin der zweiten Frauenmannschaft ins Team. Die 27-Jährige hat einst schon in Jesingen gespielt und wird je nach Zeitplan zur Verfügung stehen.

„Unterm Strich ist der Kader um einiges größer als in der vergangenen Saison, was natürlich auch den Konkurrenzkampf unter den Spielerinnen anheizt“, weiß Sarah Wanzke. Von den 16 Spielerinnen dürfen nur zehn mit. „Die anderen brauchen gar nicht erst ein Trikot anziehen.“ Donnerstagabends nach dem Training wird die Mannschaft Bescheid bekommen, wer am Wochenende aufläuft. „Ich bin gespannt, wer den Konkurrenzkampf wie ernsthaft annehmen wird“, sagt der Headcoach. Die Spielführerin schätzt die neue Liga als schneller, aggressiver und körperlicher ein. „Es wird auch mental anspruchsvoller. Wir müssen uns jetzt richtig reinhängen. Einige haben zwar schon Regionalliga gespielt, andere aber nicht. Deshalb werden wohl vor allem die ersten Partien interessant“, schätzt die 26-Jährige. Die Kapitänin muss nun eine noch größere Bandbreite an Spielerinnen einbinden. Neben der unterschiedlichen Erfahrung ist auch die Altersspanne gewachsen – sie reicht von 15 bis 51 Jahren. „Die Teamchemie passt nach wie vor“, betont Sarah Wanzke.

Ligagefälle spitzt sich nach oben zu

„Das Gute ist, dass wir keinen Druck haben. Wir sind in einer ganz anderen Rolle als in der vergangenen Saison. Natürlich gehe ich aber trotzdem mit der Einstellung in jedes Spiel, am Ende als Sieger aus der Halle laufen zu wollen. Ich fahre nicht nach Freiburg, um dort Punkte herzuschenken. Aber wenn wir die Liga halten, haben wir unser Soll erfüllt“, erklärt Julian Auerbach. Das Gefälle in der Regionalliga sei nach oben hin stärker. „An den Spitzenteams wird man nicht vorbeikommen. Aber direkt dahinter ist alles möglich“, schätzt der 31-Jährige. Das Team des USC Heidelberg II, gegen das der VfL im Final-Four-Finale verloren hat, ist wohl am stärksten einzuschätzen. „Die haben letzte Saison jedes Spiel mit 30 Punkten gewonnen und konnten nur deshalb nicht aufsteigen, weil die erste Mannschaft den Sprung in die 1. Bundesliga nicht geschafft hat“, berichtet der Headcoach. Aber auch die Konkurrenz aus Tübingen sei stark einzuschätzen. Sich taktisch auf jeden Gegner ganz speziell einzustellen, sei nicht drin, verrät Auerbach. Auch wenn er diese Saison seit Einführung der Videopflicht von jedem Gegner die Spiele anschauen kann. „Sicherlich werde ich das auch mal machen und meinen Spielerinnen entsprechende Hinweise geben, aber wir können nicht immer unser Training darauf ausrichten.“ 

Zum Saisonstart geht es für die Kirchheimerinnen zum TS Durlach. Spielbeginn ist um 14.45 Uhr. Die Gastgeberinnen haben bereits ihr erstes Ligaspiel bestritten. Beim MTV Stuttgart II unterlag der TSD denkbar knapp mit 55:56. Das erste Heimspiel steigt am 3. Oktober. 

Kirchheimer Kader: Jonna Ohmayer, Michaela Weber, Marilou Tonn, Anke Hannert, Daniela Fischer, Luise Büchele, Sarah Wanzke, Lisa Reichmuth, Eva Blazevic, Hannah Neuffer, Lena Haußmann, Jelen Bozic, Leonie Mauritz, Kimi Fischer, Anastasia Kitsos, Paula Kennel