Kraft ärgert sich über Spieler-Verspätung
Applaus für 
den Gegner

Haarscharf schlitterten die VfL-Fußballer in Nöttingen an einem Debakel vorbei: Wer aus dem VfL Kirchheim eine Oberliga-Spitzenmannschaft formen will, hat noch einiges zu tun.

Nöttingen. Dass der VfL Kirchheim noch weit entfernt davon ist, ein Topteam zu sein, zeigte die Partie beim FC Nöttingen (0:2). Allerdings relativierte VfL-Schlussmann Benjamin Huber die Umstände der verdienten Niederlage – so: „Wir mussten auf einige verletzte Spieler verzichten. Zudem kamen viele Spieler direkt von der Arbeit.“ So auch Chris­tian Kuhn, der laut Spielberichtsbogen von Anfang an spielen sollte, aber nicht pünktlich zur Spielvorbereitung erschien. Das ärgerte VfL-Trainer Kraft zwar, doch er musste Kuhns Verspätung akzeptieren: „Christian hat mir vorher gesagt, dass er am Donnerstag länger arbeiten muss.“

Für Kuhn spielte Sabri Gürol von Beginn an. Für den kurzfristig ausgefallenen Sascha Welm (Grippe) erhielt etwas überraschend Michael Hofstetter den Vorzug vor Ferdi Er, der auf der Bank Platz nehmen musste. Torwart Huber, der sich von seinen Vorderleuten in manchen Szenen im Stich gelassen fühlte, war nach dem Schlusspfiff überzeugt: „Mit Sascha wäre es sicherlich besser gelaufen. Er ist einfach unser Fels in der Brandung.“

Derweil erkannte der Kirchheimer Übungsleiter den Nöttinger Sieg nach dem Schlusspfiff neidlos an: „Wir wussten, was auf uns zukommt beim Spitzenreiter. Es war ein absolut verdienter Sieg.“ Trotz der Niederlage zollte Kraft seinen Spielern aber auch ein Kompliment: „Meine Mannschaft hat vor allem in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass sie es kann. Zudem hat sie nie aufgegeben.“ Eine Flut an bes­ten FCN-Torchancen konnte sie freilich nicht verhindern.

Dass die FCN-Kicker inzwischen nur noch drei Punkte Vorsprung – es waren einmal derer 13 – auf den schärfsten Verfolger SV Waldhof Mannheim haben, erklärte Nöttingens Trainer Michael Wittwer so: „Meine Mannschaft besitzt nicht mehr die Lockerheit, die sie noch in der Vorrunde ausgezeichnet hat.“ Bei einem Spiel weniger und dem etwas besseren Torverhältnis haben die Waldhof-Buben jetzt wieder gute Trümpfe in der Hand: Der Zweikampf an der Spitze bleibt spannend.

Morgen trainiert die VfL-Mannschaft zur Vorbereitung auf das Spiel am Ostermontag beim ASV Durlach. In dieser Begegnung haben die Teckstädter noch etwas gutzumachen, denn der Tabellenvorletzte kam im Hinrundenspiel in Kirchheim am 16. Oktober per 1:0 zum bisher einzigen Auswärtserfolg.kdl