LMS: Wolf Henzler kann nicht eingreifen
Arbeitslos nach Massencrash

Kein Glück hatte Wolf Henzler beim ersten Lauf zur europäischen Le Mans Serie (LMS) im südfranzösischen La Castellet: Sein Imsa Performance Team Matmut warf nach einem unverschuldeten Crash zum Auftakt des Sechs-Stunden-Rennens das Handtuch. Den beschädigten Porsche 911 GT3 RSR mussten sie in der Box abstellen.

Le Castellet. Wolf Henzler hatte sich seinen Einstand in die Le Mans Serie wahrlich anders vorgestellt. Für ihn und etliche andere Fahrer war das Sechs-Stunden-Rennen von Le Castellet wohl eines der kürzesten überhaupt, weil es just beim Start zur Massenkarambaloge kam. Die Ursache: Das Safetycar war beim Start für eine zusätzliche Runde auf der Strecke verblieben, obwohl es die Rundumleuchten abgeschaltet hatte, und der Rennstarter schaltete die Ampel irrtümlicherweise auf grün. Daraufhin zog sich das gesamte Starterfeld zusammen und es folgte ein Massenunfall, von dem allein fünf der sechs Porsche betroffen waren, darunter auch der des Performance Teams mit der deutsch-französischen Fahrerbesetzung Wolf Henzler/Patrick Piler. Einziger Lichtblick für den Porsche-Werksfahrer aus Zizishausen an diesem Renntag war, dass er mit dem Castellet-Trip ganz nebenbei sein erlerntes Schul-Französisch auffrischen konnte.

Im Training hatten die meisten Porsche-Teams vor den neu eingesetzten Ferraris vom Typ 458 gelegen. „Im Qualifying war es kurioserweise dann komplett umgekehrt“, kommentierte Henzler den nicht gewohnten achten Startplatz bei den Profis in der neu geschaffenen GTE-Klasse. Die Startphase schien dann zunächst in gewohnter Manier abzulaufen, denn vorne hatten sich erwartungsgemäß die LMP1- und LMP2-Sportprototypen positioniert. Dann kam es zum Crash – zum Glück entstiegen alle Fahrer ihren Wracks unverletzt. „Der Pat­rick Piler hat noch versucht, mit einem Ausweichmanöver dem Schlamassel zu entkommen“, meinte Henzler hinterher. Die Szene hatte er am TV-Bildschirm live miterlebt. Pilet fuhr mit dem waidwunden Porsche an die Box zurück, das Team reparierte knapp eineinhalb Stunden lang den Boliden und schickte den Franzosen mit großem Zeitrückstand sogar wieder auf die 5,791 Kilometer Rennpiste zurück. Doch alle guten Vorsätze hielten nicht lange. Schon nach einer Runde kam Pilet wieder an die Box zurück: Der defekte 911 GT3 RSR erlaubte kein hohes Renntempo mehr. In der neuen GTE-Pro-Klasse sah kein Porsche das Ziel. Sieger wurden nach 170 Runden schließlich die Ferrari-Duos Walker/Bell vor Bruni/ Fisichella (169 Runden). Nach dem Rennen legten die Fahrer offiziell Protest gegen die Wertung ein. Als Kompromiss kam heraus, dass entgegen der ursprünglichen Planung jetzt ein Streichresultat pro Team und Lauf in der LMS-Saison 2011 zum Tragen kommt.

Henzler wird im Imsa Performance Team Matmut zusammen mit Patrick Piler alle fünf LMS-Läufe bestreiten. Die beiden fahren in der Kategorie GTE Pro, in der nur Profis hinter dem Lenkrad sind, in einem verbesserten 911 GT3 RSR. Parallel zu dieser Kategorie fahren weitere Werksfahrer in der Klasse GTE Am, die aus Profis und Amateuren besteht.

Der zweite Lauf der Le Mans Series findet am Samstag, 7. Mai, in Spa-Francorchamps in Belgien statt. Vorher steht für Henzler Mitte April in Long Beach/Kalifornien der nächste Lauf zur American Le Mans Serie an.