Segelfliegen
Aufholjagd, Aufsteiger, Absahner

Die 1. Bundesliga ist nach der 17. Runde zu Ende gegangen. Die drei Teckvereine ziehen eine positive Bilanz. Vor allem die Fliegergruppe Neckartal Köngen ließ als Aufsteiger mit Platz drei aufhorchen.

Gleich drei Teams aus der Teckregion haben sich in der 1. Segelflug-Bundesliga in dieser Saison in den Top Ten platziert. Foto:
Gleich drei Teams aus der Teckregion haben sich in der 1. Segelflug-Bundesliga in dieser Saison in den Top Ten platziert. Foto: pr

Dieses Jahr war die Teckregion in der 1. Bundesliga im Segelfliegen gut vertreten. Neben der Fliegergruppe Wolf Hirth nahmen auch die Rückkehrer aus Dettingen sowie die Piloten von Aufsteiger Neckartal Köngen am Ligabetrieb teil.

Nach einem schwierigen Start in die Saison haben sich die Piloten der Fliegergruppe Wolf Hirth eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit einer starken zweiten Saisonhälfte sicherte sich das Team der Hahnweide am Ende den neunten Platz in der Gesamtwertung und glänzte zudem mit einem fünften Rang in der finalen Rundenwertung. Dabei sah es für die Kirchheimer lange Zeit nicht nach einem Erfolgserlebnis aus. Noch bis zur siebten Runde steckte das Team tief im Tabellenkeller fest und belegte einen Abstiegsplatz. Doch mit Moral und konstanten Leistungen kämpften sich die Piloten peu à peu nach oben und bewiesen, dass sie zur Spitze gehören.

Besonders in der letzten Runde zeigten die Piloten der Hahnweide ihre ganze Klasse. Mario Kießling legte mit 134 Speedpunkten die Tagesbestmarke hin, dicht gefolgt von Andreas Lutz, der mit 133 Punkten nur knapp dahinter landete. Beide waren auf ihren Ventus 3 unterwegs und sicherten damit wertvolle Zähler fürs Team. Auch die erfahrenen Wettbewerbspiloten Patrick Puskeiler und Philipp Schulz zeigten im Vereins-Arcus eine starke Leistung und flogen 131 Punkte ein. In der internen Streckenwertung setzte sich Mario Kießling mit 70 Punkten an die Spitze, gefolgt von Andreas Lutz mit 58 Punkten.

Hauchdünn mit drei Punkten Vorsprung landete die Fliegergruppe Dettingen in der Endabrechnung vor den Kirchheimern. Neben dem Haupt-Saisonziel, dem Nichtabstieg, lag aus Dettinger Sicht stets ein Augenmerk auf dem lokalen Vergleich, zumal die Piloten auf der Hahnweide deutlich besser besetzt sind. Die Dettinger starteten gut in die Saison und konnten sich gleich in der oberen Tabellenhälfte des 25 Mannschaften umfassenden Teilnehmerfeldes festsetzen. Nach einem Zwischenspurt zur Mitte der Saison zogen die Kirchheimer in Runde zwölf erstmalig an Dettingen vorbei, woraufhin sich in den folgenden Runden das Blatt dann mehrfach wendete und es auf einen spannenden Zweikampf hinauslief. Wolkenuntergrenzen jenseits der 3000 Meter und teils brachial starke Thermik ermöglichten am letzten Tag sehr schnelle und auch weite Flüge. Auf Dettinger Seite nutzen Kai Friedrich, Andreas Belz und Jochen Fürchtenicht diese Bedingungen mit schnellen Flügen über der Alb mit Wertungsgeschwindigkeiten zwischen 131 und 121 Stundenkilometern sowie Steffen Jenter, Andreas Hofmann und Günther Jauch mit weiten Flügen nach Norden bis zur Wasserkuppe in der Rhön aus. Nach dem Hochladen der Flüge in das Wertungsportal stieg die Spannung und die Freude bei den Dettingern war groß als klar war, dass sie sich im lokalen Vergleich durchgesetzt hatten.

An den Piloten der Fliegergruppe Neckartal Köngen gab es jedoch weder für die Kirchheimer noch für die Dettinger ein Vorbeikommen. Dabei war die Mannschaft mit deutlich bescheideneren Zielen in die Saison gestartet. Nach dem Aufstieg in die höchste deutsche Segelflugliga sollte zunächst vor allem der Klassenerhalt gesichert werden. Doch schon nach den ersten Flugtagen zeichnete sich ab, dass für die Köngener in dieser Saison mehr möglich sein könnte. Mit konstant guten Ergebnissen setzte sich die Mannschaft früh im vorderen Feld fest.

Spätestens nach mehreren starken Runden im Juni und Juli rückte sogar ein Platz auf dem Podium in Reichweite. Während Königsdorf und Bad Wörishofen an der Spitze bereits einen deutlichen Vorsprung herausgeflogen hatten, entwickelte sich dahinter ein enger Kampf um Rang drei. Vor allem die erfahrenen Mannschaften aus Aalen und Schwäbisch Gmünd blieben Köngen bis zum letzten Flugtag dicht auf den Fersen.

Zum Saisonfinale mobilisierten die Köngener deshalb noch einmal alle Kräfte. Mit dem vierten Platz in der letzten Bundesligarunde sicherte sich die Fliegergruppe Rang drei in der Gesamtwertung. Damit setzt der Verein eine bemerkenswerte Entwicklung fort. Noch vor drei Jahren flog die Fliegergruppe Neckartal Köngen in der Regionalliga. Seitdem gelang in jeder Saison der Aufstieg in die nächsthöhere Liga. Der dritte Platz in der 1. Bundesliga ist der bislang größte sportliche Erfolg. Entsprechend groß ist die Freude bei Michael Eisele, Vorstand der Fliegergruppe Neckartal Köngen und selbst aktiver Wettbewerbssegelflieger. „Zunächst bin ich einfach unglaublich glücklich und stolz auf unseren Verein. Natürlich traue ich uns irgendwann auch zu, einmal ganz oben zu stehen. Aber das ist verdammt schwer.“pm