Fußball-Oberliga: VfL erwartet mit Balingen ein Team auf Augenhöhe
Auftakt zu Charakterspielen

Mit der TSG Balingen kreuzt morgen (15.30 Uhr) ein Oberliga-Gegner auf Augenhöhe im Stadion an der Jesinger Allee auf. Gegen den Tabellenachten, der gegenüber dem VfL nur zwei Punkte Rückstand aufweist, sitzt ausnahmsweise nicht Chefcoach Rainer Kraft, sondern sein Assistent Oliver Otto federführend auf der Kirchheimer Trainerbank.

Kirchheim. Kraft hat einen persönlichen Termin. Seine Abstinenz ist langfristig geplant und mit dem Verein abgesprochen. Ein Gesuch des VfL, das Spiel zu verlegen, wurde von der TSG abgelehnt. So wird Ex-Profi Oliver Otto erstmals die Mannschaft allein verantwortlich betreuen. Er übernimmt ein Team, das sich nach sechs Siegen in den letzten sieben Spielen stark im Aufwind befindet und große Lust auf weitere Erfolgserlebnisse hat.

„Mit dem Sieg in Durlach sind wir endgültig im gesicherten Mittelfeld gelandet und unserem Ziel, einem einstelligen Tabellenplatz, wieder nähergekommen. Aber wir haben es auch noch in der eigenen Hand, auf Platz drei vorzupreschen“, beschreibt Kraft die Lage. Voraussetzung dafür ist ein Heimsieg gegen Balingen und ein Dreier nächste Woche beim Tabellendritten FC 08 Villingen, der drei Zähler vor dem VfL rangiert.

Bei der Auswärtsstärke des Teckteams – 27 Punkte aus 15 Spielen und damit zweitbeste Gastmannschaft nach Waldhof Mannheim (36) – kein aussichtsloses Unterfangen. „Die restlichen acht Partien sind alles Charakterspiele“, meint Kraft. „Jetzt zeigt sich, wer das Herz am richtigen Fleck hat und unbedingt siegen oder nur dabei sein will.“

Am Ostermontag beim 5:1 in Durlach gingen alle mit der richtigen Einstellung ans Werk. Die Abwehr stand sicher. Die Angreifer genossen ihre Freiheiten und verwirrten den Gegner mit variablem Kombinationsspiel, aus dem Rückraum gesteuert von Michael Kümmerle und Benjamin Barth. Am auffälligsten der junge André Kriks, der viermal den entscheidenden Pass zum Tor spielte. Entwickeln alle morgen dieselbe Spielfreude, dürfte auch gegen Balingen nichts schiefgehen.

Die Gefahr, dass der laufende Vertragspoker mit den Spielern für Unruhe sorgen und sich bei dem einen oder anderen negativ auf die Leistung auswirken könnte, sieht Kraft nicht: „Wir haben ja bereits nach der Winterpause gesagt, mit wem wir verlängern wollen. Die Verhandlungen wurden nach dem katastrophalen 0:1 gegen Walldorf gestoppt und nach dem Heimsieg gegen Hollenbach wieder aufgenommen. Was da abläuft, ist alles Routine.“

Nach dem Motto „never change a winning team“ wird aller Voraussicht nach die Elf beginnen, die über Ostern zweimal im Badischen unterwegs war. Abwehrstratege Mischa Welm nimmt nach seiner Erkältung noch Antibiotika und muss weiter pausieren. Auch die taktische Ausrichtung wird die gleiche sein: Kriks als Alleinunterhalter in der Spitze, dahinter Sabri Gürol, Uwe Beran und Abdul Akin in Lauerstellung.

Die TSG, von den Spieltagen 16 bis 24 die dritte Kraft der Liga hinter Nöttingen und Waldhof, kassierte zuletzt drei Niederlagen. Allerdings bescheinigten ihr die Kritiker beim jüngsten 0:2 gegen Mannheim eine starke Leis­tung. Die Mannschaft wurde trotz der Heimniederlage von den eigenen Fans mit Beifall verabschiedet.