In Gotha erwartet die Knights morgen ein ebenso unbequemer wie angeschlagener Gegner
Auftakt zu Thüringer Wochen

Thüringer Wochen für Kirchheims Basketballer in der Pro A: In den beiden Auswärtsspielen morgen in Gotha und eine Woche später in Jena treffen die Knights auf Gegner aus dem heiß umkämpften Niemandsland zwischen Play-off- und Abstiegszone. Nach der jüngsten Erfolgsserie hofft man in Kirchheim auf eine Fortsetzung, zumal den morgigen Gastgeber aus Gotha massive Verletzungssorgen plagen.

Kirchheim. Die Ritter haben endlich in die Saison gefunden. Dies ist wohl die bedeutendste Erkenntnis für alle Kirchheimer Basketballfans in den vergangenen Wochen. Drei Siege in Folge sind nach den drei aufeinanderfolgenden Siegen kurz nach Saisonstart die längste Erfolgsserie der bisherigen Saison. Die soll nun ausgebaut werden. An den kommenden beiden Wochenenden warten zwei Auswärtsaufgaben in Folge. Am morgigen Samstag geht es zum Aufsteiger nach Gotha, eine Woche später wartet der Tabellenzehnte aus Jena.

Mit den Rockets aus Gotha wartet ein unangenehmer Gegner auf das Team von Trainer Ignjatovic. Der Aufsteiger der vergangenen Saison befindet sich momentan auf Tabellenplatz 14 mit nur einer Niederlage mehr auf dem Konto als die Kirchheimer. Mit einem Heimsieg wären die Gothaer also wieder punktgleich mit den Rittern. „Für uns ist das ein ganz wichtiges Spiel. Wir haben es jetzt selbst in der Hand, den Abstand zu den Abstiegsrängen zu erhöhen“, sagt Frenkie Ignjatovic. „In den letzten Wochen haben alle Teams im unteren Drittel gepunktet. Jetzt liegt es an uns, in den direkten Duellen dafür zu sorgen, dass nur wir die Punkte sammeln.“

Tatsächlich scheint sich ein spannendes Rennen um den zweiten Abstiegsplatz und den letzten Play-off-Platz zu entwickeln. Inklusive Nürnberg auf Platz acht (dem letzten Play-off-Platz) haben acht Mannschaften eine Punktedifferenz von maximal vier Punkten aufzuweisen. „Das ist schon eine verrückte Saison. Dass so viele Teams so eng beieinander liegen, zeigt die Stärke dieser Liga,“ meint Ignjatovic.

Umso wichtiger also, einen direkten Konkurrenten zu bezwingen. Nach vielen unangenehmen Wochen scheint im Kirchheimer Spiel so langsam ein Rad ins andere zu greifen. Zumindest schenkten die vergangenen Wochen neue Hoffnung. Wie schnell sich dies ändern kann, hat diese Saison bereits mehrmals gezeigt. Die Vorbereitung auf das Gotha-Spiel wurde diese Woche von Ausfällen empfindlich gestört. Ced­ric Brooks fehlte im Training wegen eines Magen-Darm-Infekts. Sein Einsatz in Gotha scheint aber nicht gefährdet. Jonathan Maier ist nach seiner Bänderverletzung zwar auf dem Weg der Besserung, wann er in die Mannschaft zurückkehrt, steht allerdings noch nicht fest. „Wir müssen bei Jonathan abwarten, wie es sich entwickelt,“ sagt sein Trainer.

Im ersten Aufeinandertreffen ging Gotha in Kirchheim als Sieger vom Platz. Demoralisiert von der deutlichen Niederlage zuvor in Cuxhaven, lief bei den Knights an diesem Tag nicht viel zusammen. Dennoch entwickelte sich ein spannendes Spiel, in dem die Gäste am Ende als verdienter Sieger vom Platz gingen. Angeführt von Ahmad Smith dominierten die Thüringer vor allem unter den Körben. Die Rolle von Smith, der inzwischen nach Nürnberg gewechselt ist, hat bei den Rockets Chase Griffin übernommen. Der US-Amerikaner war bereits in der Bundesliga aktiv, bevor ihn sein Weg nach Gotha führte. Zu Saisonbeginn noch von Verletzungen gebremst, scheint er seine Form gefunden zu haben. Er erzielte bisher 16,5 Punkte pro Partie. Doch nicht nur Griffin hat in diesem Jahr mit Verletzungspech zu kämpfen. Für Dustin Mitchell, der erst im Januar als Center nachverpflichtet wurde, ist nach einem Achillessehnenriss die Saison gelaufen. Der deutsche Guard Jan Lipke, mit 13 Punkten zweitbester Scorer im Team, laboriert an einer hartnäckigen Wadenverletzung. Ob er gegen Kirchheim wird auflaufen können, ist ungewiss. Als ob das nicht schon genug des Pechs wäre, bat Center Robbie Jackson vergangene Woche aus familiären Gründen um die Auflösung seines Vertrags.

Keine guten Voraussetzungen also für die neu formierte Mannschaft des Trainer-Duos Nicol und Schönau. Von einem klaren Vorteil für Kirchheim will Frenkie Ignjatovic allerdings nichts wissen: „Jan Lipke wäre sicherlich ein Verlust für Gotha. Bei den anderen Spielern glaube ich aber nicht, dass sich das Fehlen deutlich bemerkbar machen wird. Mit Griffin und Torvoris Baker haben die Gothaer zwei Mann auf dem Parkett, auf die wir höllisch aufpassen müssen.“ Die Partie in Gotha ist bereits ausverkauft. Spielbeginn ist morgen Abend um 19 Uhr.cs