Unterensingen. Während die Weilheimer in der heimischen Lindachsporthalle beinahe keinen Gegner fürchten müssen, waren die Leistungen auswärts bisher stets dürftig. Negativer Höhepunkt war die 30:33-Pokalpleite vergangene Woche in Neuffen. Bereits dort fehlte Kapitän Dominik Klett aufgrund seiner Sperre aus dem Spiel bei der SG Hegensberg/Liebersbronn. Florian Braun, der bereits im Pokal aufrückte, sollte auch diesmal wieder mit von der Partie sein. Eine Knieverletzung, die er sich in den letzten Minuten bei der zweiten Mannschaft zuzog, verhinderte jedoch kurzfristig einen Einsatz. Dazu kam, dass es unter der Woche nicht einmal gelang, mit dem kompletten Rückraum zu trainieren.
So dauerte es, bis die Roten auf Betriebstemperatur kamen. Das lag aber auch daran, dass der Aufsteiger keineswegs ein Abstiegskandidat ist, sondern eine homogene Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern besitzt – kein Wunder also, dass beide Teams in der Anfangsphase (6:6) auf Augenhöhe waren. Zwei Weilheimer Treffer in Folge brachten den TSV erstmals in Front. Begünstigt durch eine Weilheimer Unterzahl gingen die Hausherren durch einen 4:0-Lauf mit 10:8 in Führung. Aber auch der SKV blieb von Zeitstrafen nicht verschont. Deckten die Unterensinger noch anfangs in einer 3:2:1, waren sie schnell gezwungen sich zurückzuziehen und agierten in der Folge mit einer 6:0- und 5:1-Formation.
Vom Rückstand angestachelt erhöhte der TSV das Tempo. Immer wieder trieb Marius Dotschkal den Ball mit Tempo nach vorne – mit Erfolg. Die Unterensinger hatten mit dem höheren Spieltempo ihre Schwierigkeiten und kamen bis zur Pause lediglich zu einem weiteren Törchen, während die Gäste das 8:10 in den 13:11-Halbzeitstand drehten.
Der zwischenzeitlichen Drei-Tore-Führung zu Beginn der zweiten Hälfte folgte dann allerdings wieder der 13:14-Anschluss für den SKV. Zur Hauptgefahr für die Weilheimer im zweiten Durchgang entwickelte sich immer mehr der teilweise hektische Spielverlauf, begünstigt durch die Schiedsrichter. Zwar trafen die Entscheidungen beide Seiten gleichermaßen, jedoch profitierten von den entstehenden Unordnungen hauptsächlich die Hausherren. Beim 16:17 und 21:23 waren die Gastgeber jeweils wieder auf Tuchfühlung.
Doch die Weilheimer Schützen waren an diesem Tag zur Stelle, anders als noch in den letzten Partien auswärts. Speziell Patrick Seyferle bot nicht nur defensiv eine starke Partie, sondern überzeugte auch durch eine konsequente Wurfauswahl. So hielt man die Hausherren in der letzten Viertelstunde konstant mit drei bis vier Toren auf Abstand und machte fünf Minuten vor dem Ende mit dem 26:22 den Sack zu. Diesen Vorsprung brachten die Weilheimer bis zum 28:24-Endstand über die Zeit.
TSVW-Trainer Thomas Burger und sein Team freuten sich über den ersten Auswärtssieg im dritten Anlauf, der gerade rechtzeitig vor dem Gastspiel bei Tabellenführer HT Uhingen am Samstag kommt. Der noch ungeschlagene Ligaprimus spielt derzeit allerdings auf einem anderen Niveau als Unterensingen.tk
SKV Unterensingen II: Vogel, Heinrich – Minsch, Klett (1), Schönfeld (4), Dettinger (5), Fritz, Krempler (9/7), Kühnle (3), Heinrich, Friesch, M. Eßlinger, T. Eßlinger, Brack (2)
TSV Weilheim: Illi, Müske – Auweter (1), F. Zettl, T. Sigel, Klein (2), Hiller (9/4), Banzhaf (3), Seyferle (4), S. Sigel (4), Fehringer (2), Dotschkal (3/2), D. Zettl
