Paderborn. 80:99 – Die Kirchheimer Ergebniszahlen in Paderborn sprachen für sich. Sie sprachen für enttäuschende Verteidigungsarbeit und eine gute Offensive. Die Defensive bei der deutlichen Niederlage am Samstagabend war das große Problem der Ritter, die in der Tabelle abrutschten: Der zweite Platz ist fürs Erste futsch.
Trainer Ignjatovic hatte schon unter der Woche vor der Offensivkraft der Paderborner gewarnt. Man müsse kompakt stehen und als Mannschaft geschlossen verteidigen. Zum ersten Mal in dieser Saison wurden die erklärten Absichten nicht umgesetzt. Immer wieder nutzten die Hausherren die löchrige und wacklige Defensive der Ritter. Besonders unter den Brettern konnten die Teckstädter ihre körperliche Dominanz nicht umsetzen. Im Spielaufbau fehlte Kirchheims verletzter Leader Bryan Smithson vor allem in der Defensive. Hier nutzten die Hausherren ihre körperliche Überlegenheit aus und punkteten in Person von Ricky Taylor (23 Punkte) und Will Barnes (19 Punkte) stetig.
Dabei begann die Partie gut für die Ritter. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Auf Punkte von Kirchheim hatte Paderborn meist eine gelungene Antwort. Mit dem Ende des Schlussviertels gingen die Hausherren, angetrieben vom heimischen Publikum, in Front. Zum Viertelende stand es 17:23 aus Kirchheimer Sicht.
Doch der Start ins zweite Viertel sollte den ersten Bruch im Kirchheimer Spiel darstellen. Schnell gingen die Hausherren durch Kittmann und Thompson mit elf Punkten in Führung, doch Kirchheim kämpfte sich wieder zurück. Smithson-Ersatz, Mike Baumer, der mit neun Assists eine gute Partie abliefern konnte, erzielte seine ersten Punkte und brachte die Ritter wieder heran. Doch Paderborn hatte nun Blut geleckt. Padberg mit fünf Punkten in Folge erhöhte wieder die Distanz. Es schien, als ob die Teckstädter mit einem deutlichen Rückstand in Hälfte zwei gehen müssten, doch DJ Byrd erzielte innerhalb einer Minute fünf Punkte, wodurch der Halbzeitrückstand „nur“ zwölf Punkte betrug. Kirchheims Anhänger hofften jetzt auf den Kampfeswillen und die Steigerungsfähigkeit ihrer Knights.
Doch wie schon gegen Göttingen blieb dies in Halbzeit zwei aus. Die Ritter kämpften, doch auch Paderborn war nicht gewillt, die beiden Punkte abzugeben. Der dritte Abschnitt wurde mit zwei Punkten von Ben Beran eröffnet, der nach einer schwachen Partie gegen Göttingen zwölf Punkte und neun Rebounds erzielte. Max Rockmann, der mit 17 Punkten Topscorer auf Seiten der Knights war, erzielte ebenfalls Punkte, doch danach war wieder ein Bruch im Kirchheimer Spiel. Schnelle Punkte der Paderborner erhöhten den Rückstand auf 17 Punkte. Die Kirchheimer gaben sich jedoch zu keiner Phase des Spiels auf und versuchten nochmals alles, doch die Defensive konnte die nun heiß gelaufenen Paderborner nicht oft genug stoppen, um den Rückstand deutlich zu verkürzen.
Beim Stand von 68:56 für Paderborn ging es ins Schlussviertel. Den Startschuss servierte Kapitän Tomasevic per Dreier. Sollten die Ritter den Spieß umdrehen können? Die Hoffnung und der Wille waren da, doch die Umsetzung hakte an zu vielen Stellen. Einfache Punkte der Hausherren ließen den Rückstand wieder anwachsen. Zum Ende der Partie versuchten die Kirchheimer mit Fouls die Spielzeit zu stoppen, doch Ricky Taylor verwandelte traumwandlerisch sicher. Der Endstand von 99:80 fiel dann etwas zu deutlich aus.
„Wir müssen dringend unsere Defensive wieder auf Vordermann bringen. Sowohl unter den Körben wie auch im Spielaufbau, wo wir keinen Druck auf den Ball entwickelt haben, müssen wir uns steigern“, sagte der stark erkältete Trainer Ignjatovic. Die Ritter-Hoffnungen ruhen nun auf einer schnellen Genesung von Bryan Smithson, doch ein Einsatz gegen den Nürnberger BC am kommenden Samstag scheint sehr unwahrscheinlich.