Auf geht’s, zieh’ durch“, schallen die Rufe aus der Wechselzone zu den schwimmenden Klassenkameraden, die sich gerade im Lenninger Freibad Bahn um Bahn durch das Wasser kämpfen. „Stoß Dich richtig vom Beckenrand ab“, ruft der nächste seinem Staffelpartner zu. Während die ersten ihre zwölf Bahnen schon geschafft haben und aus dem Wasser steigen, haben andere noch 100 Meter vor sich. „Komm schnell, gib’ mir den Transponder“, wird in der Wechselzone zackig getauscht und die Läuferinnen und Läufer machen sich auf die 3,6 Kilometer lange Reise, die schließlich hinter dem aufblasbaren Zielbogen im Freibad ihr verdientes Ende findet.
„Es ist einfach toll, wie hier alle bei der Sache sind“, freut sich Verena Gänzle. Die Lehrerin hat die Organisation von Sabine Vayhinger übernommen, die den Swim and Run 2016 aus der Taufe gehoben hat. „Ausschlaggebend waren die idealen Bedingungen mit Freibad, Sportgelände und dem Radweg als Laufstrecke“, erklärt die ehemalige Sportlehrerin, die vergangenen Sommer nach 22 Jahren an der Realschule Lenningen in den Ruhestand gegangen ist. „So habe ich heute auch mal Zeit überall rumzulaufen und bekomme eine ganz andere Perspektive“, sagt Sabine Vayhinger lachend. Sie ist stolz, dass der Wettbewerb weiterlebt. „Hier sehen wir heute die Sportler von morgen.“
Dass Schwimmen nicht jedem gleich leicht fällt, wird schnell klar. Die Fünft- bis Zehntklässler sind dabei frei in ihrer Wahl des Stils. Während also die einen kraulen, schwimmen andere Brust oder sogar auf dem Rücken. „Wir merken schon, dass das Schwimmvermögen im Allgemeinen eher abnimmt“, sind sich die Lehrer einig. Umso wichtiger, wenn so ein Wettbewerb die Schüler motiviert. „Können wir nicht erst laufen und dann zur Abkühlung schwimmen?“, fragt der zwölfjährige Julian Hailer. Der Sechstklässler ist zum ersten Mal beim Swim and Run dabei. „Letztes Jahr habe ich mich noch nicht getraut und erstmal nur zugeschaut. Aber jetzt hat es Spaß gemacht“, erklärt der Einzelkämpfer. Insgesamt haben 132 einen Start gewagt. „Das ist alles freiwillig. Keiner muss heute Sport machen. Wer lieber helfen will, ist genauso willkommen“, sagt Verena Gänzle. Schließlich gilt es zahlreiche Stationen abzudecken. Angefangen vom Bahnen zählen am Beckenrand über die Ausgabe der Teilnehmer-Shirts, die jährlich in der Farbe wechseln, bis hin zur Verpflegung und Hilfe in der Wechselzone. Madlin Maier und Ronja Weidner haben sich lieber zum helfen gemeldet. Sie stehen den ganzen Vormittag neben den Schwimmern und sorgen dafür, dass nicht zu wenig und auch nicht zu viel geschwommen wird. „Mir macht der Sport keinen Spaß. Da feuere ich lieber die anderen an“, erklärt die 14-jährige Madlin Maier.

Auf die schnellsten Schülerinnen und Schüler warten hinterher Urkunden und Pokale. „Es gibt auch einen Fairnesspreis. Und die teilnehmerstärkste Klasse bekommt einen Eisgutschein“, erklärt Verena Gänzle. Eine der flottesten im Wasser war Anni Schmidt. Die Elfjährige hat die 300-Meter-Strecke souverän abgespult und sofort ihren Staffelpartner losgeschickt. „War eigentlich nicht schlimm“, verrät Anni hinterher. Sie ist im Schwimmverein in Dettingen und daher auch schon längere Strecken gewöhnt.
Swim and Run an der Lenninger Realschule
Von der 5. bis zur 10. Klasse haben Schülerinnen und Schüler bei der siebten Auflage teilgenommen. „Es ist wirklich schön, dass heute auch einige Zehntklässler, die ja schon vergangene Woche entlassen wurden, dabei waren“, freute sich Organisatorin Verena Gänzle. In Kategorie 1 hatten die 5. und 6. Klassen 50 Meter im Schwimmbecken und 1400 Meter auf der Laufstrecke zu absolvieren. In den Kategorien 2 und 3 starten die restlichen Klassenstufen sowie die Staffeln. Hier geht es nach 100 beziehungsweise 300 Metern im Schwimmbecken noch auf eine 2500 oder 3600 Meter lange Laufstrecke auf dem Radweg. „Die Schwimmdistanzen haben wir dieses Jahr etwas reduziert, weil wir einfach gemerkt haben, dass das für viele doch zu anstrengend ist“, erklärt Verena Gänzle.
Jedes Kind bezahlt zwölf Euro Startgebühr. Enthalten ist darin das Shirt, die professionelle Zeitmessung sowie Verpflegung und die Pokale.
Der ganze Vormittag ist minutiös durchgeplant, angefangen bei der digitalen Anmeldung. Jedes Kind weiß genau, wann es wo sein muss und was es zu tun hat. sl

