Lokalsport
Bewegung in den Köpfen

Jeder, der schon einmal einem Elternabend beiwohnen durfte, kennt solche Szenen: Die Lehrkräfte für Deutsch und Mathe werden von besorgten Eltern mit Fragen gelöchert, der Sportlehrer sitzt gelangweilt, weil unbeschäftigt, in der Ecke und ist froh, wenn der Abend um ist. Im Schulalltag sieht es oft nicht viel anders aus. Sportfachkräfte gelten unter Kollegen nicht selten als die, die kurz mal reinschauen und sich nach Unterrichtsende schleunigst zum Radeln oder auf den Tennisplatz verdrücken. Die wirklich wichtigen Themen, so die Meinung vieler Kollegen, betreffen ohnehin ganz andere Unterrichtsfelder.

Wer will, dass Bewusstsein für Gesundheit und Bewegung in den Köpfen von Schülern wächst, der muss das ändern. Dass alle Sportlehrer Hedonisten sind, die ihre Freizeit genießen, während andere am Nachmittag Klassenarbeiten korrigieren, ist genauso dumm wie die Annahme, Sportunterricht sei eine Frage der Willkür.

Die Bedeutung von Sport und Bewegung für die Gesundheit einer sich verändernden Freizeitgesellschaft wächst. Nicht nur, aber auch, weil darin eine volkswirtschaftliche Komponente steckt, die jeden betrifft. Diese Erkenntnis gilt es möglichst früh zu wecken. Bei Heranwachsenden, bei Eltern, aber auch in Lehrerkollegien, unabhängig vom Fachgebiet. Mehr Vernetzung, mehr fächerübergreifender Unterricht, mehr Sportlehrer, die als gleichberechtigte Wissensvermittler angesehen werden. Die Bildungspläne, die seit September gelten, bieten dafür neue Chancen. Die Schule sollte sie nutzen.