Argentinien hat die Lindorferin Birgit Zimmermann vorübergehend wieder verlassen.Und darüber ist die „rasende Postbotin“ gar nicht so unglücklich. Die letzten 220 Kilometer und 1500 Höhenmeter von El Calafate bis Cerro Castillo bis zur Grenze hatte sie an Tag 17 der Patagonia-Bike-Packing-Tour in gut 16 Stunden abgestrampelt. Dafür hatte sie sich auch schon in aller Herrgottsfrühe auf den Weg gemacht. „Ich habe es 20 Minuten vor Schließung der Grenze geschafft“, freute sie sich. Nun ist die Lindorferin wieder in Chile unterwegs, und fühlt sich dort deutlich wohler. „Hier gibt es zum Glück wieder die Cabañas, also kleine Hütten mit Küche, die meistens bei Privatleuten im Garten stehen. Eine lustige und sehr preisgünstige Art der Unterbringung“, erklärt Birgit Zimmermann, die in diesem Jahr bereits jetzt schon mehr als 4000 Radkilometer auf dem Tacho hat.
Über Puerto Natales ging es nach Tierra de Tehuelches und weiter nach Porvenir bis nach San Sebastian. „Einkaufen für die Einsamkeit“, lautete der Titel eines Fotos von ihr. Dabei ist nicht nur wenig los auf den Straßen– es ist auch bitterkalt. Auf dem Rad trägt sie alles, was sie dabei hat, von der Daunen- über die Regenjacke und -hose bis hin zu den beheizten Handschuhen. „Hier hat es sogar schon geschneit. Ich bin gespannt, was mich noch erwartet“, so die Lindorferin, die auch vom Wind nicht verschont blieb. „Da bläst es mit bis zu 70 Stundenkilometern. Aber was soll ich sagen: immer von hinten“, berichtet die Postbotin lachend. „Jetzt weiß ich, wie sich Pedelec fahren anfühlt.“ Sie war so flink unterwegs, dass die Unterkunft noch gar nicht geöffnet hatte. „Deshalb bin ich nach einer Pause gleich weiter.“
Die restlichen Kilometer stehen nun wieder in Argentinien an.

