Fünf Niederlagen, ein Sieg, Tabellenvorletzter – dass die Bilanz der Kirchheimer Zweitligabasketballer nach sechs Partien ausbaufähig ist, erschließt sich nicht nur bei einem Blick auf die Tabelle. Mit den ligaweit zweitschlechtesten Quoten aus dem Feld (41 Prozent) und von der Dreipunktlinie (27,7) sowie dem schlechtesten Freiwurfwert (66) und den zweitmeisten Turnovern (94) hinken die Knights den (eigenen) Erwartungen noch weit hinterher.
Aber warum? „Wir brechen immer dann ein, wenn Dinge aus dem Ruder laufen“, hat Sportchef Chris Schmidt erkannt. Die Verletzung von Tyrel Morgan im Spiel gegen Göttingen, drei Dreier in Serie gegen Leverkusen oder drei Turnover binnen weniger Sekunden jüngst gegen Köln – Beispiele, an denen sich die Kombination aus Unerfahrenheit und fehlender Intensität der Tafelrunde festmachen lässt, gibt es genug. Gleichzeitig ist momentan kein Leader in Sicht, der das Heft nicht nur in kritischen Situationen in die Hand nimmt. Oder wie es Chris Schmidt ausdrückt: „Wir haben derzeit keine Führungsspieler. Diejenigen, die den Anspruch haben, Führungsspieler zu sein, erfüllen diese Rolle momentan überhaupt nicht.“
Klare Worte vor einem Wochenende, an denen auf die Ritter gleich zwei schwere Aufgaben warten. Am Freitag gastieren die Kirchheimer bei den Lions Karlsruhe – ein Gegner, der nach zwei Siegen und vier Niederlagen als Tabellenzwölfter ebenfalls nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt. Allerdings hat das Team von Trainer Demond Greene seine beiden Siege zu Hause eingefahren, vergangene Saison behielten die Lions im badisch-schwäbischen Derby zu Hause mit 77:65 die Oberhand.
Am Sonntag erwarten die Knights dann mit den Tigers Tübingen ab 17 Uhr eine Mannschaft in der Sporthalle Stadtmitte, die in den vergangenen drei Spielen klare Siege eingefahren hat – darunter einen mit plus 21 gegen die Rhein Stars Köln, bei denen die Knights zuletzt so kläglich untergegangen sind.
Spieler in der Pflicht
Dass der Doppelspieltag mit emotionsgeladenen Derbys aufwartet, lässt die Verantwortlichen eher kalt. „Uns ist bewusst, dass das für unsere Fans wichtig ist, aber für uns spielt es keine Rolle, gegen wen wir spielen“, betont Chris Schmidt, der die Spieler vor den richtungsweisenden Partien in die Pflicht nimmt. „Es fehlen Erfolgserlebnisse, Ruhe und die richtige Einstellung. Das werden wir Schritt für Schritt aufarbeiten müssen.“
Der Handlungsspielraum in Sachen Verstärkungen ist dabei begrenzt, das Budget gibt Reaktionen auf dem ohnehin nicht üppigen Transfermarkt kaum her. Dennoch betont Chris Schmidt, dass Impulse von außen durchaus nötig werden könnten, sollte sich die Talfahrt fortsetzen. „Wenn sich die Dinge nicht entwickeln“, macht er deutlich, „muss man von außen aktiv werden.“

