Basketball 2.Liga
Bretzel bleibt für den Rest der Saison ein Kirchheimer

Der 26-jährige Center der Knights hat seinen Vertrag bis zum Frühjahr verlängert. Für die Play-off-Aussichten der Ritter eine gute Nachricht.

„Es war klar, dass er ein wenig Zeit braucht, um sich an seine neue Rolle zu gewöhnen“, sagt Schmidt über Bretzel. „Wir hoffen,
„Es war klar, dass er ein wenig Zeit braucht, um sich an seine neue Rolle zu gewöhnen“, sagt Schmidt über Bretzel. „Wir hoffen, dass er in der Rückrunde eine Konstante für uns sein kann.“

Ein deutscher Center im besten Basketball-Alter mit einiger Erfahrung in der ersten Liga und auf europäischem Parkett – das gilt in der Pro A als Goldstandard und ist für die allermeisten Klubs vor allem eines: unbezahlbar. Als die Knights im September die Verpflichtung von Nicolas Bretzel verkündeten, war das eine faustdicke Überraschung. Immerhin hatte der 2,12-Meter-Mann, der in Kirchheim den langzeitverletzten Lukas Zerner ersetzen sollte, 58 BBL-Einsätze auf dem breiten Buckel und mit den Ulmern zwei Jahre zuvor als Ergänzungsspieler den deutschen Titel geholt. Ungeachtet aller Chancen auf eine baldige Genesung Zerners, hätten die Frage, ob Bretzel über seinen Halbjahresvertrag hinaus ein Kirchheimer bleiben könnte, wohl die meisten mit Nein beantwortet. 

Am Montag hat Bretzel unterschrieben. Damit bleibt der 26-Jährige, der seit dem Grundschulalter in Ulm das komplette Nachwuchsprogramm durchlaufen hat und im Meisterjahr 2023 mit knapp fünf Punkten und zehn Minuten Spielzeit im Schnitt seinen Beitrag zum Titel leistete, bis Saisonende ein Ritter. Der Erfolg in den Verhandlungen ist für Teammanager Chris Schmidt ein wichtiger Baustein auf dem Weg in Richtung Play-offs. Dabei ging es den Verantwortlichen vor allem um Kontinuität, nachdem die Mannschaft das Spielsystem von Igor Perovic inzwischen verinnerlicht hat. „Wir wollten den Kader in der Konstellation zusammenhalten, und das ist mit der Unterschrift von Nico im letzten Schritt gelungen“, zeigt sich Schmidt zufrieden.  

Mit 8,6 Punkten und 5,6 Rebounds hat Bretzel in den seitherigen 14 Begegnungen im Kirchheimer Trikot zwar keine spektakulären Statistiken aufgelegt, der immense Wert seiner Präsenz und Erfahrung auf dem Spielfeld war bisher jedoch gegen jeden Gegner klar erkennbar. Und: Bretzel ist ein Big Man, der auch Dreier beherrscht. Zehn Distanzwürfe hat er bereits verwandelt, bei einer Quote von knapp 39 Prozent. Für einen Spieler seiner Statur und Rolle ist das durchaus bemerkenswert. „Es war klar, dass er ein wenig Zeit braucht, um sich an seine neue Rolle zu gewöhnen“, sagt Schmidt über Bretzel. „Wir hoffen, dass er in der Rückrunde eine Konstante für uns sein kann.“

Dann wäre neben dem angepeilten Einzug in die Play-offs vielleicht sogar mehr drin. Platz sechs, den die Knights momentan behaupten, würde die Teilnahme am BBL-Pokal bedeuten. Schmidt: „Das wäre schon unglaublich.“

 

Prominente Runde 2018 in der Sporthalle Stadtmitte

Die Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte war für Nico Bretzel schon vor seinem Wechsel im September vergangenen Jahres kein völlig unbekanntes Terrain. Im Frühjahr 2018 lief er als 19-Jähriger am viertletzten Spieltag in der Pro A mit der Orange Academy, dem Ulmer Nachwuchsteam, hier auf. Der damalige Aufsteiger verpasste am Ende den Klassenerhalt und kehrte in die Pro B zurück.
In Kirchheim reichte es für die Ulmer an diesem 10. März vor sieben Jahren immerhin zu einem 88:82-Auswärtssieg. Im Spiel gegen die Mannschaft des damaligen Kirchheimer Trainers Anton Mirolybov steuerte Nico Bretzel in neun Minuten Spielzeit fünf Punkte und sieben Rebounds bei. Sein 20-jähriger Teamkollege Till Pape unterschrieb ein Jahr später in Kirchheim und blieb drei Spielzeiten lang ein Schlüsselspieler, bevor er von den Knights in die BBL wechselte. Topscorer in der Sporthalle Stadtmitte war damals mit spektakulären 38 Punkten ein gewisser David Krämer. Der trägt seit vergangenem Sommer das Trikot von Real Madrid und wurde mit der deutschen Nationalmannschaft 2023 Weltmeister. bk