Die Planungen bei den Knights schreiten voran. Mit Aleksa Bulajic verpflichten die Teckstädter einen ehemaligen eigenen Spieler als neuen hauptamtlichen Assistant-Coach. Der 24-Jährige musste seine Profikarriere gesundheitsbedingt frühzeitig beenden. Von November 2020 bis Januar 2025 spielte der Montenegriner für die Teckstädter in der ProA und war Teil der Mannschaft, die in der ersten „Corona-Saison“ auf ihrem Weg ins Finale nur durch Erkrankungen gestoppt wurde und im entscheidenden letzten Spiel nicht mehr antreten durfte beziehungsweise konnte.
Nach einer Spielzeit in Montenegro und Bosnien in der vergangenen Saison gingen die Knights zu Beginn des Sommers mit der Idee auf Bulajic zu, bei den Rittern unter Headcoach Igor Perovic die Trainerkarriere einzuleiten. Zunächst war der 24-Jährige überrascht, nahm das Angebot dann aber an. „Aleksa war immer ein Spieler, der sehr schnell im Kopf war. Wenn man mit ihm über eine Partie geredet hat, war man extrem beeindruckt, was der damalige junge Erwachsene bereits analysiert hatte. In ihm schlummert ein wahres Trainertalent. Als wir das Thema Assistant-Coach angegangen sind, habe ich ihn vorgeschlagen. Igor war erst auch überrascht, dann aber sehr angetan von der Idee“, erklärt Knights-Sportchef Chris Schmidt.
Bulajic und Perovic verbindet eine besondere Geschichte. Als es für den damaligen Teenager in jungen Jahren ohne Familie nach Ulm in den Bundesliga-Nachwuchs ging, kümmerte sich das Ehepaar Perovic um ihn. So entstand eine enge Bindung – die ideale Vertrauensbasis für ein Coaching-Team. Dass die Spielerkarriere in der Teckstadt ins Stocken geriet, hing primär mit gesundheitlichen Themen zusammen, die jetzt auch zum Entschluss geführt haben, früh die Spielerkarriere zu beenden. „Ich möchte mich bei den Knights für diese Chance bedanken. Die Entscheidung, die aktive Karriere zu beenden, war sehr schwer. Aber nach einigen Gesprächen war ich mir sicher, dass es der richtige Moment ist, das zu tun. Kirchheim ist ein zweites Zuhause für mich und es bedeutet mir sehr viel, hier ein neues Kapitel zu beginnen. Ich freue mich darauf, einige bekannte Gesichter wiederzusehen und mich an die Arbeit mit den Spielern zu machen“, so Bulajic.
Er wird voraussichtlich Anfang August nach Kirchheim kommen. Vor ihm steht ein langer Weg, der diverse Ausbildungsschritte berücksichtigt. „Wir werfen ihn ins kalte Wasser, geben ihm aber die Zeit, sich zu entwickeln. Wir wissen, dass er es taktisch drauf hat, aber es ist nochmal etwas anderes, ein Team auch mental und emotional zu führen. Das wird ein gewisser Prozess werden, bei dem wir ihn in aller Ruhe und mit Geduld begleiten“, ergänzt Schmidt. Der ehemalige Point Guard wird zudem ein Team aus dem Nachwuchs- oder Breitensportbereich der Basketballabteilung als Headcoach übernehmen.
Zukunft von Brian Wenzel offen
Der bisherige Assistant-Coach Brian Wenzel soll weiter Teil des Kirchheimer Basketballs bleiben. „Brian und ich haben uns zu einigen unterschiedlichen Ideen ausgetauscht, sowohl im Profi- wie auch Nachwuchsbereich. Wir werden jetzt versuchen die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass wir ihm wirtschaftlich etwas Vernünftiges anbieten können“, berichtet Schmidt weiter. „Brian ist ein sehr loyaler Mensch, dem der Kirchheimer Basketball am Herzen liegt. Er gehört zur Familie. Wir haben zusammen für unsere damals erkrankten Coaches vom einen auf den anderen Tag für einen Monat und insgesamt fünf Spiele das Coaching übernommen. Er war damals der Erste, den ich angerufen habe, und er hat keine Sekunde gezögert. Da ist natürlich etwas entstanden. Wir mussten die Entscheidung jetzt aber so treffen, da die Aufgabe des Assistant-Coaches mit seinen beruflichen Herausforderungen nicht mehr zu stemmen war. Er konnte bei einigen Spielen in den Playoffs nicht teilnehmen. Da war dann ein Punkt erreicht, der so nicht mehr akzeptabel war. Er ist ein toller Trainer, den wir natürlich im Programm halten wollen“, erklärt Schmidt. In den kommenden Wochen wird es weitere Gespräche dazu geben, wie und wo Brian Wenzel Coach in Kirchheim bleiben kann.
Tim Koch kehrt zurück ins Team
In Tim Koch kehrt der langjährigste Knights-Akteur zu seinem Heimatclub zurück. Er übernimmt die Betreuung der Mannschaft als Athletik-Trainer. Von 2015 bis 2023 spielte Koch unter der Teck für die Ritter und hält damit weiterhin den Rekord als langjährigster Spieler. Mittlerweile ist Koch im Fitnessstudio 2020 in Kirchheim angestellt, das als Knights-Partner die Ritterakteure betreut. Ab sofort übernimmt er hauptverantwortlich den Bereich bei den Schwaben. Unterstützt wird er dabei von 2020-Inhaberin Melanie Schäfer. Gemeinsam werden die beiden die Spieler in der Saisonvorbereitung und der Spielzeit betreuen.
„Tim ist ein akribischer Arbeiter, dem wir gerne das Vertrauen aussprechen“, so Schmidt. Nach seiner Basketballkarriere forcierte Koch sein Studium im Bereich Fitness- und Health-Management und startete seine Tätigkeit im 2020. Speziell in der Vorbereitung auf die Saison wird ihm eine wichtige Rolle zukommen. „Wir haben viele talentierte Spieler in unseren Reihen, aber auch Akteure, die eine gewisse Verletzungshistorie haben oder nicht immer auf dem möglichen Fitnesszustand waren. Wir hoffen, dass er das wesentlich zum Positiven beeinflussen kann“, ergänzt Perovic. cs

