Patrick Kölle war mit einem ganz besonderen Wunsch in den fünfletzten Spieltag gegangen. Er hoffe, dass sein Team beim Derby in Weilheim nicht schon wieder einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen müsse, hatte der scheidende Neidlinger Übungsleiter vor der Partie verlauten lassen. Doch genau das trat am Freitagabend ein: Nicht nur 0:2, sondern gar 0:3 lag der TV Neidlingen im Lindachstadion zwischenzeitlich zurück.
Kölle kam auch tags darauf noch nicht ganz über die Besonderheiten der Begegnung hinweg. „Es war leider wie so oft in den vergangenen Spielen, wir machen aus super Chancen kein Tor und der Gegner bestraft uns“, rekapitulierte der TVN-Coach. Das 1:0 für Weilheim durch Marco König sah Kölles Gegenüber auch als Glücksfall. „Wir hatten nämlich sehr nervös begonnen“, merkte TSVW-Trainer Salvatore de Rosa an, doch mit den beiden Treffern vor der Halbzeit hätte sein Team deutlich an Sicherheit gewonnen. Davor Messerschmidt besorgte Sekunden vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Helmut Stanischa das 2:0, ein Treffer, den Patrick Kölle als „Nackenschlag“ bezeichnete.
Sieger und Verlierer einig
Dass die Neidlinger auf den Foulelfmeter-Treffer von Johannes Hartig (66.) noch ein Antwort hatten (1:3 durch Heiko Kölle in der Schlussphase), brachte lediglich Ergebniskosmetik. Es ist bereits jetzt eine der besonderen Geschichten in dieser Saison, dass die Neidlinger nach der 3:0-Gala gegen den vermutlichen Meister AC Catania Kirchheim die folgenden fünf Begegnungen allesamt verloren haben.
Salvatore de Rosa sprach hernach von einem „hochverdienten Sieg“, Patrick Kölle von einer „verdienten Niederlage“. Während der TSV Weilheim noch Tabellenplatz drei anvisiert, sind die Neidlinger in den kommenden Wochen vor allen Dingen mit zwei Themen beschäftigt: Tabellenplatz sieben zu verteidigen, zudem die Negativserie möglichst rasch zu beenden.
Topteams im Gleichklang
An der Ligaspitze rückt die Titelvergabe näher. Der AC Catania Kirchheim hat auch die Aufgabe in Großbettlingen souverän gelöst. Bereits zur Pause führte der Spitzenreiter 3:1, das spätere Endresultat. TSGV-Sprecher Jannik Schmid ließ keinen Zweifel daran, dass der Kirchheimer Sieg verdient war: „Wir hatten nach der Pause kaum noch Strafraumszenen, haben aber insgesamt gut dagegen gehalten“.
Zur Qualität des vermutlichen Meisters sagte Schmid: „Bei Catania merkt man, dass die alle gut kicken können“. In Sachen Klassenerhalt müssen die Großbettlinger noch etwas bangen. Hilfreich allerdings, dass sowohl der Tabellendrittletzte FC Frickenhausen II (1:5 in Neckartailfingen) als auch die SpV 05 Nürtingen (4:5 in Neuffen) ebenso zählerfrei blieben. Der VfB Neuffen feiert derweil durch den Sieg den vorzeitigen Klassenerhalt, für das Trainertrio Felix Hummel, Tim Sternemann und Max Pradler (der Doppeltorschütze schraubte seine Bilanz auf 28 Saisontreffer) ein großer Erfolg.
Die SF Dettingen räumten die Punkte, wie Catania, per 3:1 Auswärtserfolg ab. Auf dem Sportplatz in Reudern traf Kosta Kalaitzis im Match gegen die TSV Oberensingen II bereits nach nicht einmal 180 Sekunde pro Dettingen, Robin Spranz legte Mitte der ersten Halbzeit nach. In der Schlussphase retournierte der eine Viertelstunde zuvor für den 2:0-Torschützen Spranz eingewechselte Ibrahima Sory Diallo den Oberensinger Anschlusstreffer mit dem 3:1. Somit bleibt es im Titelkampf bei folgender Lage: Catania geht mit einem Vorsprung von acht Punkten vor den SFD in die letzten vier Begegnungen der Saison.
SGEH setzt Serie fort
Die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang hat auch das vierte Spiel in Folge niederlagenfrei absolviert. „Wir haben wieder die Kurve gekriegt“, zeigte sich SGEH-Sprecher Florian Lenuzza äußerst zufrieden über zehn Zähler aus den vergangenen vier Partien. Der Allrounder traf selbst zum 3:0 gegen den vermutlichen Absteiger FV 09 Nürtingen, zu Beginn hatte Mohamed Senasni mit zwei Treffern den Grundstein für eine weitgehend stressfreies Spiel der SGEH gelegt.
Senasni, in den vergangenen Wochen oft eingewechselt, bekam für seinen Topstart als Anfangsaufläufer viel Lob von seinen kickenden Kumpels. Alle drei Gastgeber-Treffer resultierten übrigens aus Querpässen nach Angriffen über die Außenposition. „Dieses Mittel hat sehr gut geklappt, allerdings haben wir auch noch einige Hochkaräter liegenlassen“, bilanzierte Lenuzza.

