Fußball-Kreisliga A 2
Catania kommt allmählich ins Rollen

Der ACC bringt dem TSV Neckartailfingen die erste Saisonniederlage bei. Die SGEH springt auf Rang zwei. Frust herrscht bei allen anderen Teck-Clubs.

Mit Vollgas voraus: Ugur Evsen und der AC Catania Kirchheim haben den zweiten Saisonsieg eingefahren. Foto: Markus Brändli

Nach einem holprigen Saisonstart hatte Bezirksliga-Absteiger AC Catania Kirchheim zuletzt mit zwei Remisen gegen Harthausen (2:2) und Oberensingen II (0:0) bereits aufsteigende Form. Nun folgte die Bestätigung der Leistungssteigerung mit einem 4:2-Heimerfolg gegen den bis dato noch ungeschlagenen TSV Neckartailfingen. „Endlich können wir mit unserer Wunschformation spielen. Das Team wird nach der ganzen Urlaubszeit fitter und eingespielter“, war AC-Coach Antonio Potenza hochzufrieden.

Tatsächlich hätten die Rosso-Blu zur Pause bei drei vergebenen „Hochkarätern“ bereits führen müssen, mussten aber am Ende noch froh sein, den überraschenden Rückstand durch Lars Fink (43.) prompt und psychologisch wichtig noch vor dem Pausenpfiff in Person von Santiago Potenza zu kontern. Nach dem Seitenwechsel münzten die Hausherren ihre Überlegenheit dann endlich auch in die entscheidenden Treffer zum Sieg um. AC-Spielertrainer Michele Latte, sonst eigentlich im offensiven Mittelfeld eingesetzt, agierte das zweite Mal in Folge als Innenverteidiger in der Dreierkette und trug zur Stabilisierung der Defensive bei.

Zum Pechvogel geriet noch Santiago Potenza, der mit Verdacht auf Achillessehnenanriss ausgewechselt werden musste. „Mit dem Ausfall meines Sohnes droht natürlich ein schmerzhafter Verlust, wir schauen trotzdem positiv nach vorne, die Impulse durch die eingewechselten Spieler waren auch stark. Wir gehen jetzt mit Selbstvertrauen in das Duell beim Tabellenführer 09 Nürtingen“, so Antonio Potenza.

SGMOU niedergeschlagen

Einen 0:3-Pausenrückstand aufgeholt und am Ende in der Nachspielzeit doch noch verloren. Die SGM Owen/Unterlenningen lieferte dem Tabellendritten Harthausen besonders in zweiten Halbzeit einen heißen Fight, stand aber trotzdem beim 3:4 mit leeren Händen da und behält somit auch die Rote Laterne. „Hut aber vor der Moral der Truppe, trotz der Pleite aus der Vorwoche (0:7 in Altdorf) und dem hohen Rückstand so zurückzukommen war schon stark. Aber am Ende bekommen wir einfach immer wieder viel zu billige Gegentore und bringen uns um den Lohn der Arbeit“, fehlten SG-Sprecher Marc Schmohl erneut die Worte. Die Spielgemeinschaft ist mit 23 Gegentreffern die Schießbude der Liga und steckt weiter tief im Schlamassel. „Wenn so Energieleistungen nicht belohnt werden, tut das schon sehr weh. Es muss bald ein Erfolgserlebnis her“, hofft Schmohl auf eine baldige Trendwende. 

Dettinger Trendkurve sinkt

Von einem Erfolgserlebnis weit entfernt scheinen derzeit auch die Sportfreunde aus Dettingen. Mit der schlechtesten Saisonleistung gab es beim bis dahin Tabellenvorletzten TSV Linsenhofen nichts zu holen – überraschend deutlich 0:3 hieß es am Ende. „Heute haben wir den Kampf nicht angenommen, der Gegner war immer einen Tick schneller und giftiger. Das war von vorne bis hinten nichts“, grantelte SFD-Spielertrainer Gabriele Rizzo. Schmerzlich vermisst wurden die Gelb-Rot gesperrten Offensivakteure Yannick Frick und Kosta Kalaitzis. „Dennoch war in den Spielen davor mehr drin, als der Saisonstart hergibt“, hofft Rizzo ab nächsten Sonntag gegen Altdorf den Turnaround zu schaffen.

Neidlinger hadern

Auch der TV Neidlingen hat in dieser Saison bislang noch zu kämpfen und verpasste durch die 2:4-Niederlage in Bempflingen vorläufig den Anschluss ans Tabellenmittelfeld. „Wir haben heute zu viele kapitale Fehler gemacht, die von einem gut spielenden Gegner eiskalt ausgenutzt wurden. Wir waren in den entscheidenden Momenten hinten wie vorne zu unkonzentriert und unsauber. Sonst wäre mehr drin gewesen“, haderte Neidlingens Übungsleiter Christopher Andrä. Zu allem Unglück musste TVN-Innenverteidiger Fabian Mäckle in der Schlussminute mit Verdacht auf Nasenbeinbruch auch noch ausgewechselt werden. 

Wiedersehen macht keine Freude

Deni Kalfic, Spieler und Gründungsvater des FC Kirchheim, hatte sich vor dem Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Nürtingen auf das Wiedersehen mit dem Spielertrainer der „Nullneuner“, Tarik Serour, gefreut. Beide verbrachten zusammen von der F-Jugend an ihre komplette Ausbildung und Jugendzeit beim VfL Kirchheim. Die Freude dürfte nach der Partie gewichen sein, denn Serour machte, was er eigentlich immer tut – Toreschießen. Er stockte sein Trefferkonto um weitere zwei Tore auf nun deren zehn auf, war somit maßgeblich am 7:2-Kantersieg des neuen Spitzenreiters beteiligt. „Tarik ist vermutlich der effektivste Ausnahmespieler in den unteren Amateurligen“, schwärmte Kalfic von seinem ehemaligen Kumpanen.

Dabei war der FCK gar nicht schlecht in die Partie gestartet. Kalfic selbst, ebenso wie Routinier Ranko Malbasic angeschlagen ins Spiel gegangen, holte einen Elfmeter heraus, den Malbasic zur 1:0-Führung verwandelte. „Danach haben wir noch drei „Hundertprozentige“ und als dann auch noch Ranko, nachdem seine Zerrung wieder aufgebrochen ist, raus musste, sind wir eingebrochen“, konstatierte Deni Kalfic.

SGEH auf Platz zwei

„So kann der Lauf weitergehen“, jubelte SGEH-Trainer Mario Tumbas über den 6:0-Erfolg gegen den TSV Altdorf: „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute dominant und kontrolliert durchgezogen und sind endlich wieder einmal in Führung gegangen. Wir haben unsere Chancen effizienter genutzt, so dass sich der Spielverlauf auch im Ergebnis widergespiegelt hat“, so Tumbas weiter. Nach dem Abgang von Goalgetter Nick Philipp Kuchenbecker (wechselte im Sommer nach Hülben) verteilt sich die Last des Toreschießens nun auf mehrere Schultern. Sechs verschiedene Schützen gegen Altdorf sprechen für die SGEH, die als einziges Team noch ungeschlagen ist.