VfL muss sich einen neuen Co-Trainer suchen
Dangel hält zu Er

Oliver Otto wollte es in der Pressekonferenz nach dem Spiel noch nicht definitiv bestätigen. Aber seine Entscheidung steht fest: Der Assistent von Cheftrainer Rainer Kraft, seit Juli des vergangenen Jahres im Amt, hört zu Saisonende auf. Der VfL Kirchheim muss sich einen neuen Co-Trainer suchen.

Kirchheim. „Mein Herz hängt am VfL. Ich bin zu einer Zeit gekommen, als keiner mehr einen Pfifferling auf die Mannschaft gesetzt hat. Aber wir haben den Umschwung gemeinsam geschafft“, zieht er eine positive Bilanz. Fügt jedoch im selben Atemzug hinzu: „Es ist relativ unwahrscheinlich, dass der Co-Trainer des VfL in der nächsten Saison Oliver Otto heißt.“ Über die Gründe wollte er sich nicht äußern. Es darf gerätselt werden:

Ist der ehemalige Fußballprofi nicht damit einverstanden, dass Rainer Kraft als sein Vorgesetzter die beiden altgedienten VfL-Kicker Ferdi Er und Emrah Polat aufs Abstellgleis stellt? Eher sind es persönliche Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewegen. Otto muss die hilfsbedürftigen Eltern pflegen und will daneben sein Bewegungsprogramm für Kinder, das er „Balu“ nennt, weiter vorantreiben. Ihm fehlt einfach die Zeit, sich noch intensiver mit dem VfL zu beschäftigen, was von ihm erwartet wird. Deshalb ist sein Entschluss, lieber gleich aufzuhören, als mit halber Kraft weiterzumachen, aller Ehren wert.

Ohne Entscheidung ist weiter die spannende Frage, wie es mit Er und Polat weitergeht. In Rainer Krafts Planungen für die neue Saison spielen die beiden Routiniers so gut wie keine Rolle mehr (wir berichteten), was innerhalb und im Umfeld der Mannschaft zu Spannungen führt. Otto wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Dagegen machte Sportkoordinator Kurt Dangel aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Bei Ferdi Er sehe ich die Sache anders als der Trainer, der die Vorgeschichte nicht kennt.“ Er ist seit der C-Jugend bei uns, ein echter VfL‘er. Dangel: „Auch mit 30 ist er für uns immer noch ein wertvoller Spieler, nicht schlechter als Kümmerle, Barth oder Welm, die der Trainer geholt hat. Im Gegensatz zu Herrn Kraft stehe ich hinter Ferdi. Da wir ein Dreiergremium sind, das solche Entscheidungen zu treffen hat, bin ich gespannt darauf, was unser Geschäftsführer dazu sagt.“ Nun ist Walter Rau als dritter Mann möglicherweise das Zünglein an der Waage.

Bei Emrah Polat liegt der Fall etwas anders. Der Mittelfeldspieler hat aus beruflichen Gründen von sich aus den Vorschlag gemacht, künftig in der zweiten Mannschaft zu spielen. Womit er beiden Seiten entgegen kommt. Beide Spieler, sowohl Er als auch Polat, wurden von Otto in Vertretung des am Samstag aus persönlichen Gründen verhinderten Kraft im Verlauf des Spiels eingewechselt.

Bei Sabri Gürol, einem anderen Stammspieler mit fünf Saisontoren auf seinem Konto, stehen die Zeichen auf Abschied. Der Singener Spielerberater Alex Mehrle (er hat unter anderem den Schweizer Nationaltorwart Diego Benaglio vom VfL Wolfsburg unter Vertrag) will den Mittelfeldmann in der Schweizer B-Liga bei Schaffhausen oder Kriens unterbringen. Gürols vertragliche Bindung an den VfL läuft am 30. Juni aus.

Sollte er gehen, verpasst er das Jubiläumsspiel gegen die Bundesligatruppe des VfB Stuttgart am 9. Juli, das durch den 2:1-Sieg in Hoffenheim und den damit verbundenen Quasi-Klassenerhalt der Roten so gut wie perfekt geworden ist. Vorher steigt mit dem WFV-Pokalfinale am 11. Mai ein weiteres Highlight im Stadion an der Jesinger Allee.

Drittligaklub 1. FC Heidenheim trifft dabei auf den Sieger der Partie zwischen dem FC Gärtringen und Normannia Gmünd, der am Mittwoch ermittelt wird.