Fußball-Verbandsliga: Großaspach II reicht schwache Leistung gegen mutlosen VfL
Das Kaninchen vor der Schlange

Verbandsliga-Neuling VfL Kirchheim wartet nach dem fünften Heimspiel weiter auf den ersten Sieg im Stadion an der Jesinger Allee. Obwohl die SG Sonnenhof Großaspach II auch nicht ihren besten Tag erwischte, unterlagen die „Blauen“ mit 1:2 (0:1) und rutschten vor dem Derby am kommenden Freitag bei Spitzenreiter 1. FC Frickenhausen noch tiefer in den Tabellenkeller.

Kirchheim. Der VfL wurde quasi „mit links“ erledigt. Schon nach 150 Sekunden flog eine scharfe Flanke von der linken Seite in den Kirchheimer Strafraum. Zwei Gästestürmer grätschten vergeblich nach dem Ball. VfL-Verteidiger Denis Marcelles machte ihnen vor, wie‘s geht – Eigentor zum 0:1. „Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn wir in dieser frühen Phase nicht gleich in Rückstand geraten wären“, haderte Trainer Stefan Haußmann nach dem Spiel.

Über links ging‘s weiter. Ein ums andere Mal wurde Emre Kalender, Verteidiger aus der (Verletzungs-)Not geboren, von Tobias Armbruster oder Luca Jungbluth überlaufen. In der 23. Minute erlöste der Coach den überforderten Abwehrmann mit der Auswechslung von seinen Qualen. Fatih Özge kam mit seinen Gegenspielern etwas besser zurecht, trotzdem blieb die linke Seite die Achillesferse in der Kirchheimer Abwehr.

Obwohl die SG Sonnenhof in der Anfangsphase unterstrich, warum sie als Aufsteiger in der Tabelle so weit oben steht, hatte der VfL ausgerechnet in dieser Zeit seine einzige echte Torchance bis zum Ehrentreffer in der Schlussminute. Nach einer Ecke schlug der aufgerückte Hofstetter ein Luftloch im Strafraum und vergab so den möglichen Ausgleich. „Nach einer Viertelstunde haben wir das Fußball spielen eingestellt“, monierte ein angefressener Gästetrainer Norbert Gundelsweiler später in der Pressekonferenz.

Doch der VfL konnte aus der gegnerischen Schwäche kein Kapital schlagen. Spielerische Mängel waren unübersehbar. Die Bälle wurden von hinten oft planlos nach vorne gedroschen. Flüssige Kombinationen über mehrere Stationen – Fehlanzeige. Torgefahr gleich null. Die meisten Angriffsversuche wurden von der gut gestaffelten Aspacher Abwehr schon weit vor dem Strafraum gestoppt. Und kam einmal ein Stürmer frei zum Ball, stand er garantiert im Abseits. Einfach zum Verzweifeln – sowohl für die VfL-Betreuer als auch für die Zuschauer.

Nur gut, dass die Hintermannschaft relativ sicher stand und vorerst keine weiteren Gegentreffer zuließ. Als Turm in der Schlacht erwies sich Innenverteidiger Gaetano Caruana, der lautstark dirigierte und sich immer wieder bemühte, das Spiel nach vorne anzukurbeln. In der 63. Minute war allerdings auch er machtlos, als Linksaußen Armbruster, völlig allein gelassen, eine Rechtsflanke zum 0:2 einschoss. Danach machte sich beim VfL Resignation breit.

„Nach dem zweiten Tor haben wir aufgehört, Fußball zu spielen“, ärgerte sich Haußmann. Wenn nicht, wäre seiner Meinung nach noch was möglich gewesen. So wie vorige Woche in Wangen, wo der VfL mit Moral einen 0:2-Rückstand noch in ein 2:2 verwandelte. Doch diesmal ließen die Spieler frühzeitig die Köpfe hängen. Sie glaubten nicht mehr an ihre Chance, obwohl noch fast eine halbe Stunde zu spielen war. Dabei wurden die Gäste immer unkonzentrierter, je länger die Partie dauerte. Der eingewechselte Josip Colic nutzte das aus, verwandelte Sekunden vor dem Abpfiff eine Rechtsflanke von Fatih Özge zum 1:2. Ergebniskosmetik, mehr nicht. Zu spät, um dem Spiel noch eine Wende zu geben oder wenigstens einen Punkt zu retten.