Fußball-Bezirksliga
Das Teck-Trio spielt im Gleichklang

Mit feinen Solodarbietungen siegen sowohl der TSV Jesingen als auch der TSV Weilheim auf heimischer Bühne, während der VfL Kirchheim ein erfolgreiches Gastspiel bestreitet. 

Nicht zu halten: Maurice Fischer und die Jesinger haben Oberboihingen niedergekämpft. Foto: Markus Brändli

Geschmäcker sind verschieden, heißt es oft in Kunstkreisen. Im lokalen Fußball-Oberhaus  waren sich gestern aber alle einig: die Teck-Ensembles aus Jesingen, Weilheim und Kirchheim spielten weitgehend fehlerfrei und ernteten dafür nicht nur des Künstlers Brot – also den Applaus – sondern auch jeweils drei Punkte für das Konto der freilich noch wenig aussagekräftigen Bezirksligatabelle.

Gerstenklopfer in Unterzahl

In den Jesinger Lehenäckern brach nach dem Schlusspfiff kurz nach 17 Uhr auf dem Spielfeld und auf der Einwechselbank so mancher Damm. 3:1 (1:0) hatten die Gerstenklopfer das Duell gegen den TSV Oberboihingen gewonnen – und das trotz einer kompletten Halbzeit in Unterzahl.

Was war geschehen? Nach nervösem Beginn beider Teams, die beide zum Auftakt eine Niederlage kassiert hatten,  gelang den Gastgebern nach knapp einer Viertelstunde die Führung. Jesingens Youngster Dominik Salinovic, einer von insgesamt vier A-Junioren der vergangenen Saison, die gestern auf dem Feld agierten, hatte das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an TSVO-Keeper Florian Jost. Kurz vor der Pause holte Jesingens Schlussmann Patrick Weigel außerhalb des Strafraums Nico Becker von den Beinen und kassierte dafür die Rote Karte. Stürmer Veli Boz war das Bauernopfer der Aktion. Er musste für den eingewechselten Ersatzkeeper Florian Schlote vom Platz. Nach dem Seitenwechsel und dem schnellen Ausgleich der Oberboihinger, spielten die Jesinger clever aus einer gesicherten Abwehr heraus. Simon Kottmann vergab eine Großchance (57.), doch kurz darauf wurde innerhalb von einer Viertelstunde das Endergebnis sichergestellt.

Die letzten zehn Minuten der kräftezehrenden Partie in den Lehenäckern waren eine einzige Abwehrschlacht der Gerstenklopfer mit gelegentlichen Kontern, die aber nicht sauber zu Ende gespielt wurden. Am Ende strahlte Jesingen Trainer Césare D’Agostino übers ganze Gesicht: „Das war heute das Team, das ich sehen und haben möchte.“

Giacobbes Schlussakkord

Die dritte von insgesamt sechs Minuten Nachspielzeit brachte im Weilheimer Lindachstadion die Entscheidung in Form des 3:2-Endstands des TSV gegen die Kicker von Türkspor Nürtingen. Gabriele Giacobbe ließ sich dafür zu Recht feiern. Es war zwar ein sogenannter Last-Minute-Sieg. Doch das war TSV-Coach Salvatore De Rosa schnurz: „Es ist mir völlig egal, wann der entscheidende Treffer gefallen ist. Hauptsache wir haben gewonnen und wir haben große Moral bewiesen.“ Vor allem auf die Leistung in Halbzeit eins kann der Coach aufbauen: „Da haben wir viel umgesetzt und die Tore gemacht - auch wenn es noch ein zwei Treffer mehr hätten sein können.“ Vor allem Morris Maier hatte neben seinem Treffer noch zwei weitere Großchancen auf dem Fuß. Nach dem Seitenwechsel ließen sich die Weilheimer immer wieder vom Temperament des Gegners anstecken und wurden hektisch. Der Foulelfmeter von Nikita Levenko war die Quittung dafür – bis Giacobbe zuschlug.

Adenler als Dosenöffner

Geduld war für den VfL Kirchheim in Berkheim angesagt. Eine Halbzeit lang agierten die „Blauen“ gegen die körperlich sehr robusten und hoch gewachsenen Platzherren spielbestimmend, kamen aber nicht über einen Lattenknaller von Meksud Colic hinaus. In der Halbzeitpause folgte die entsprechende Ansage von Spielertrainer Ferdi Er und Kompagnon Philip „Manni“ Kühnert. Prompt setzten die Spieler das Gehörte um. Fotios Adenler fungierte mit seinen beiden Treffern quasi als Dosenöffner zum 4:0-Sieg. „Wir haben die ‘Null’ gehalten“, freute sich Ferdi Er, der ab dieser Woche durch Urlaubsrückkehrer mehr Alternativen haben wird.