Lokalsport
Dem VfL fehlt auch jenseits der Donau das Glück

Fußball Der Landesligist aus Kirchheim wird bei der 0:3-Niederlage am Samstag bei Türk Spor Neu-Ulm einmal mehr unter Wert geschlagen und ist nun praktisch abgestiegen. Von Tim Trento

Lange Gesichter bei den Akteuren des VfL Kirchheim: Bei Türk Spor Neu-Ulm setzte es für die „Blauen“ bereits die 18. Niederlage im 28. Spiel. Foto: Markus Brändli

Es hat nicht sollen sein. Auch in der zum „Strohhalmspiel“ hochstilisierten Partie bei Türk Spor Neu-Ulm blieb Fußball-Landesligist VfL Kirchheim ohne Erfolg. „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen“ – das Zitat von Kult-Trainer Otto Rehagel könnten die VfL-Übungsleiter Felix Lache und Tobias Heim zum Ende dieser Saison vermutlich unterschreiben. Beim Drittplatzierten Türk Spor Neu-Ulm kassierten die „Blauen“ bereits die 18. Niederlage im 28. Spiel

Der Abstieg in die Bezirksliga ist damit, wenn es nach der Aussage von Landesliga-Staffelleiter Karl-Josef „Charly“ Deutelmoser geht (wir berichteten), praktisch manifestiert – auch wenn Coach Felix Lache noch ein wenig träumt: „Wir haben selbst auch recherchiert und herausgefunden, dass der drittletzte Platz unter sehr bestimmten Bedingungen tatsächlich reichen könnte.“ Nun leben die VfL-Coaches nicht unbedingt in einem Wolkenkuckucksheim. Vordergründig bleiben sie daher realistisch: „Wir wissen natürlich, dass wir höchstwahrscheinlich in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen werden“, gibt Lache zu, der auch gestern wieder mit dem Chancenverwertung und dem Glück seiner Truppe haderte. Auch jenseits der Donau fehlte nämlich das notwendige Quäntchen Fortune.

Dabei hatte der VfL auf dem Nebenplatz des Neu-Ulmer Sportgeländes Am Muthenhölzle von Beginn an gut mitgespielt. Die Partie war im ersten Spielabschnitt lange Zeit offen. Valon Dodaj, Argjend Shalaj und Salih Egrlic hatten gar die Möglichkeit zur Kirchheimer Führung, scheiterten aber am guten Keeper Eliz Özer oder an der eigenen Treffsicherheit. Ganz ähnlich erging es den Platzherren, die bis zur 45. Minute zwar Chancen hatten, am Ende aber auch nicht erfolgreich waren. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff schlug dann Liridon Elezaj zu. Nach einem individuellen Fehler in der VfL-Abwehr versenkte der Ex-Donzdorfer das Leder im VfL-Kasten.

Ordentlicher Abschied geplant

Es war ein Wirkungstreffer für die Psyche der „Blauen“, die den Beginn der zweiten Spielhälfte prompt verschliefen. Wieder war es Elezaj, der fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff im richtigen Moment zur Stelle war und das 2:0 für Türk Spor markierte. Als Miguel Malheiro Araujo nach einer knappen Stunde den 3:0-Endstand markierte, sah es kurzzeitig gar nach einem Debakel für die Kirchheimer aus. Doch kurioser Weise ging danach so etwas wie ein Ruck durch die VfL-Reihen. Beide Teams klappten ihre sprichwörtlichen Visiere hoch und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch mit einigen VfL-Großchancen: Argjend Shalaj scheiterte in der 68. Minute gleich zweimal an Goalie Özer. Fünf Zeigerumdrehungen später bediente der eingewechselte Adonis Shalaj Nico Hummel, dessen Schuss nur knapp das Gehäuse verfehlte. Kurz darauf war es Shalaj selbst, der einen Kopfball über knapp über die Latte setzte (76.) ehe der gleichfalls eingewechselte Nathan Winter, Nachwuchsstürmer Shalaj bediente, der aber im Strafraum zu Fall gebracht wurde (84.). Allein der Strafstoßpfiff von Schiedsrichter Johannes Röhrig blieb aus. 

Am Ende wurde der VfL beim 0:3 deutlich unter Wert geschlagen. „Die Niederlage fiel um zwei Tore zu hoch aus“, bemerkte VfL-Coach Felix Lache nach der Partie, bekräftigte aber das kollektive Ansinnen des Teams: „Wir wollen uns ordentlich aus der Liga verabschieden.“ Am Sonntag beim letzten Saisonheimspiel gegen den TSV Buch (15 Uhr) und am darauffolgenden Samstag (15.30 Uhr) beim Lokalrivalen TSV Bad Boll besteht noch zweimal Gelegenheit dazu. Oder das von Felix Lache angesprochene Unwahrscheinliche tritt noch ein, wie von Monika Kühn-Görg beschrieben: „Es kommt oft unverhofft, für den, der auf nichts mehr hofft.“