Stuttgart. Nicht nur die Kirchheimer Fans blieben im nahe gelegenen Stuttgart aus. Auch das dringend benötigte Quäntchen Glück blieb dem Team versagt. Der letzte Tabellenplatz war unvermeidbar. Souverän gewannen die Turnerinnen des Erstliga-Absteigers Turnteam Köln um Nationalturnerin Anja Rheinbay. Die Bundesligamannschaft des Berliner Turnerbundes, der TSV Steglitz, behauptete sich knapp vor dem Aufsteiger TSV Tittmoning.
Nach Rang fünf in der vergangenen Saison eröffnete das VfL-Team die Saison am Schwebebalken– eine schwierige Mission: Die 13-jährige Joanna Preuss musste in ihrem Kürvortrag zwei Übungsunterbrechungen und damit hohe Abzüge an ihrem Paradegerät hinnehmen. Das höchste Balkenergebnis für Kirchheim erturnte Pia Pohl. Sie bringt in ihrer achten Bundesligasaison wertvolle Erfahrung mit und konnte sich besonders über die gelungene Flick-Flack-Salto-Verbindung freuen. Die sieben Jahre jüngere Sita Fuchs hat bereits ein großes Repertoire an Höchstschwierigkeiten im Programm, dem sie auch mit Unsicherheiten Tribut zollen musste. Nach einem halben Jahr Wettkampfpause turnte Hanna Grosch noch nicht mit absoluter Sicherheit. Mit einem Sturz kam die VfL-Mannschaft nicht über den achten Platz am Schwebebalken hinaus.
Am Boden reichte es vor dem Heidenheimer SB zu Platz sieben. Lory Fröchtling, Lea Voith und Sita Fuchs hatten einen gelungenen Einstand bei ihrem ersten Bundsliga-Auftritt, und Pia Pohl turnte ebenfalls gut durch. Die 19-jährige Vierkämpferin sicherte mit dem gebückten Tsukahara-Sprung gleich zu Beginn die beste Sprungwertung im VfL-Team. In gehockter Version zeigten Joanna Preuss und Lory Fröchtling den Radwendesprung mit Salto über den Sprungtisch in den Stand. Sita Fuchs musste auch hier für den Landefehler große Abzüge hinnehmen.
Vor dem letzten Gerätedurchgang rangierte der VfL mit fünf Punkten Vorsprung auf den bis dahin letztplatzierten Heidenheimer SB. Für Heidenheim stand der Sprungdurchgang an, bei dem man viele Punkte sammeln kann. Kirchheim stand der Stufenbarren bevor und hoffte mit Hanna Grosch und Sita Fuchs, sich gut aus der Affäre ziehen zu können. Beide haben Flugteile und Drehungen im Programm. Lory Fröchtling und Pia Pohl setzten ihre Trainingsleistungen mit durchgeturnten Übungen um. Der Jägersalto von Sita Fuchs endete nicht wie erhofft im Hang und auch Hanna Grosch konnte die Erwartungen an ihrem Lieblingsgerät nicht erfüllen, sodass der siebte Platz nicht zu halten war.
Bereits in zwei Wochen dreht sich das Bundesliga-Karussell wieder in Karlsruhe. Als hoher Favorit wird erneut das Turnteam Köln an den Start gehen. Zweifel bleiben, ob der VfL Kirchheim sich verbessern kann.mp
