Fußball-Kreisliga A2
Der FC Kirchheim verschärft die SGEH-Krise

Der AC Catania springt auf Rang drei, der TV Neidlingen mit versöhnlichem Jahresabschluss.

Tom Schlatter (li.) und die SGEH haben zum sechsten Mal in Folge nicht gewinnen können. Foto: Markus Brändli

Gemischte Bilanz und gemischter Tenor zum Jahresabschluss bei den Teck-Klubs in der Fußball-Kreisliga A2. Am gestrigen Sonntag gewannen die gastgebenden Vereine TV Neidlingen, FC Kirchheim und AC Catania Kirchheim durch die Bank, vergrößerten dagegen bei den Gegnern aus Nürtingen, der SGEH sowie der SGM Owen/Unterlenningen am letzten Spieltag des Jahres die Sorgenfalten.

Optimismus beim FCK

Nach Startschwierigkeiten scheint Aufsteiger FC Kirchheim endgültig in der Liga angekommen und steht allen zwischenzeitlichen Personalproblemen zum Trotz nach dem 3:2-Überraschungscoup gegen die SGEH mit nunmehr 20 Punkten über dem Strich. „Wir sind trotzdem nicht ganz zufrieden, bei vielen knappen Niederlagen war mehr drin. Der nach oben zeigende Trend, die bereits feststehenden Neuzugänge und die Rückkehr unserer verletzten Spieler stimmen uns für das neue Jahr optimistisch, dann haben wir eine große Qualität im Kader“, zieht Kirchheims kickender Vorsitzender Deni Kalfic ein gemischtes Zwischenfazit.

Die Gastgeber stellten das Ergebnis nach einem frühen Rückstand bis zur Pause kämpferisch und verdient auf 3:1. Nach dem Seitenwechsel kam die SGEH besser ins Spiel ohne sich Top-Chancen zu erspielen, der FCK rettete sich nach dem Anschlusstreffer über die Ziellinie. „Das war gegen ein Top-Team eine gute Leistung. Unser Torwart hat zudem bei beiden Gegentreffern eine unglückliche Figur gemacht. David Malbasic stach heute als Sturm-Tank bei uns mit seinen beiden Treffern heraus“, verteilte Kalfic, der selbst trotz angeschlagener Schulter ran musste, Noten an sein Team.

Auf der Gegenseite herrschte nach der Partie Katzenjammer. „Wir sind froh, dass nun Winterpause ist und wir abschalten uns sammeln können. Nach dem 1:0 haben wir aufgehört, Fußball zu spielen“, erklärte SGEH-Pressewart Jonas Salcher. Sechs sieglose Spiele zum Jahresende haben Tribut gezollt. „Uns fehlen einfach derzeit die Körner, die Nachwehen der Relegation und kurzen Vorbereitung“, hat Salcher eine Vermutung für den Negativlauf der „Älbler“.

Jugend forsch beim ACC

Am liebsten weiterspielen würde dagegen der AC Catania Kirchheim. „Wir haben jetzt fünf der letzten sechs Spiele gewonnen, die Winterpause kommt fast zur Unzeit“, freute sich AC-Trainer Antonio Potenza über den deutlichen 7:0-Heimerfolg gegen die SGM Owen/Unterlenningen, verbunden mit dem Sprung auf Rang drei. „Die Mannschaft hat sich sukzessive gesteigert in dieser Saison, unsere Siege sind durch die spielerische Entwicklung keine Eintagsfliegen“. Am Ende standen fast alle Youngster auf dem Platz, auf deren Konto auch sechs der sieben Treffer gingen. Torjäger Santiago Potenza (19) stockte sein Trefferkonto mit einem Dreierpack auf elf auf.

Die Partie war am Samstag derweil noch kurz auf der Kippe gestanden. „Beinahe hätten wir absagen müssen, haben aus Gründen der Fairness alles zusammengekratzt, was ging, und mit zwei Verletzten auf der Bank es noch irgendwie über die Bühne bekommen. Von daher können wir auch mit dem 0:7 leben“, beklagt der selbst noch verletzte Gäste-Spielertrainer Kevin Rieke die anhaltende Personalmisere. Zum Glück hat die SGMOU über die Hälfte der Auswärtsspiele bereits absolviert. Die Bilanz mit nur vier Punkten und 9:45 Toren in der Fremde ist verheerend. Wunden lecken und mit der Rückkehr der Verletzten im neuen Jahr vor allem zu Hause die nötigen Punkte gegen den Abstieg sammeln lautet nun die Devise im Lenninger Tal.

Neidlinger machens spannend

Einen schönen Abschluss 2025 feierte der TV Neidlingen beim unnötigerweise lange Zeit gefährdeten 4:2-Heimerfolg gegen kriselnde Nürtinger (siebtes Spiel in Folge ohne Sieg), bei denen nach der Demission von Spielertrainer Tarik Serour dessen bisherige Co-Trainer Wlasios Kotaidis und Christian Zaccaria das Zepter an der Seitenlinie übernahmen. „Eigentlich hätten wir denen schon bis zur Pause den Zahn ziehen müssen, als wir sieben bis acht hundertprozentige Torchancen liegen gelassen haben“, war TVN-Coach Christopher Andrä nicht ganz zufrieden.

Nicht nur Torjäger Nils Faustmann hätte trotz eines Hattricks sein Torekonto (13) weiter aufstocken können. Die jeweiligen Anschlusstreffer der Gäste aus dem „Nichts“ machten die Partie unnötig hitzig und eng, sorgten „für unnötiges Gezittere“ (Andrä) bei den Gastgebern, ehe Jonathan Birkenmaier in der Nachspielzeit dann endgültig den Deckel auf die Partie machte. „Es war ein gutes Spiel von uns, aber wir sind noch nicht gefestigt genug, um ein 2:0 in Ruhe mit unserer Truppe über die Runde zu bringen. Unsere jungen Spieler brauchen noch etwas Zeit. Wir sind jetzt über dem Strich und gerade so im Soll, aber nicht ganz zufrieden. Wir müssen uns noch steigern und im neuen Jahr wieder mit unserer kompletten Mannschaft angreifen.“