Kirchheim. Wenn alles nach Plan läuft, dann knallen heute am späten Nachmittag in der LUG-Sporthalle die Sektkorken. Bei einem Sieg des VfL über den TSV Korntal stünden die Kirchheimer Zelluloidkünstler bereits am vorletzten Spieltag als Meister der Verbandsklasse fest. Der SV Plüderhausen II als ärgster Verfolger könnte dann rein rechnerisch nicht mehr an den Teckstädtern vorbeiziehen, müsste bei Punktgleichheit aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses in die Röhre gucken. Der VfL würde hingegen nach drei Jahren Abstinenz wieder in die Verbandsliga zurückkehren – verlockende Aussichten für die ohnehin schon ranghöchste Mannschaft der Teckregion „Wir sind guter Dinge“, sagt VfL-Teamkapitän Michael Hohl, „der Sekt ist schon kaltgestellt.“
So viel Selbstvertrauen hat Gründe. Kirchheim hat seit dem 23. Oktober nicht mehr verloren, bis auf ein Remis – das jedoch ausgerechnet gegen den heutigen Gegner – alle Spiele gewonnen. „Wir sind schlecht in die Saison gestartet, haben Punkte leichtfertig verschenkt“, analysiert Hohl, „aber mittlerweile sind wir deutlich stabiler, es herrscht mehr Zug in der Mannschaft.“ Dies ist nicht zuletzt den beiden Youngsters Michael Klyeisen (17) und Simon Geßner (15) zu verdanken, die die Arrivierten mit ihrem Erfolgshunger angesteckt haben und den VfL im Falle des Aufstiegs auch in der Verbandsliga konkurrenzfähig machen sollen. „Die zwei werden noch besser“, ist sich Hohl sicher. Das müssen sie auch, denn das schmale Abteilungsbudget lässt kaum Raum für die Finanzierung von Neuzugängen, ohne die es für den VfL eine Etage höher schwierig werden dürfte. „Fast jeder Verbandsligist hat einen starken Ausländer in der Mannschaft“, so Hohl, „da wird es schwer für uns, dranzubleiben.“
Bevor es so weit ist, muss heute jedoch zunächst mal der Tabellenvierte TSV Korntal besiegt werden. „Ein ganz schweres Spiel“, betont Michael Hohl und warnt vor der Nummer eins der Gäste, Alexander Blagojevic, als einem der besten Spieler der Liga. Beim 8:8 im Hinspiel fegte er die Kirchheimer Klaus Hummel (3:0) und Michael Klyeisen (3:1) von der Platte.
Sollte die Begegnung verloren gehen, hat der VfL übrigens eine Woche später schon den nächsten Matchball, wenn am letzten Spieltag wiederum zu Hause in der LUG-Halle der TSV Neuenstein gastiert. Trotz aller Siegesgewissheit vor dem heutigen Match käme es den Kirchheimern gar nicht ungelegen, den Sack erst dann zuzumachen. „Nach dem Spiel gegen Neuenstein ist ohnehin ein Saisonabschlussfest geplant“, so Hohl. Spätestens dann soll auch der dem Anlass entsprechende Dress-Code Einzug halten. „Meister-T-Shirts sind geplant“, verrät der Mannschaftskapitän“, aber vor kommender Woche werden die nicht fertig.“
