Trendsport
Der TSV Jesingen plant den Bau zweier Padel-Plätze

Im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung will die Tennisabteilung am Freitag über das Projekt entscheiden lassen.

In den Jesinger Lehenäckern sind zwei Padel-Plätze zwischen Tennisheim und Sporthalle geplant. Foto: pr

Nein, der Abend wird nicht mit einem gemeinsam intonierten „Olé“ beginnen. Wenn am Freitag ab 20 Uhr die auf Initiative der Tennisabteilung des TSV Jesingen einberufene außerordentliche Mitgliederversammlung über die Bühne geht, wird es vordergründig um harte Fakten gehen und nicht um das spanische Flair, welches die Trendsportart Padel aufgrund ihrer Herkunft vielleicht verströmen mag. Tatsächlich geht es Rüdiger Mauser, Vorstandsvorsitzender der Jesinger Tennisabteilung, darum, Transparenz im und für das Projekt zu schaffen, das ihm sehr am Herzen liegt.

Symbolbild: pixabay

Die Initialzündung erfolgte freilich durch zwei Youngster der Abteilung: Im April 2023 weilten Nick Pfisterer und Tom Herold beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart und erlebten dabei auch erstmals Padel live. Auf der folgenden Jahreshauptversammlung der Abteilung stellten die beiden die Trendsportart vor – und das Plenum machte qua Votum ein Projekt daraus. Als Baubeauftragten konnte die Abteilungsleitung Hermann Schnizler gewinnen. Der pensionierte Architekt hatte schon die Freilufthalle „Keller-Lufttechnik-Arena“ fachmännisch und stets mit einem Blick auf die Kosten betreut. Gemeinsam mit der Abteilungsleitung besuchte Schnizler die seit über einem Jahr bestehenden und bestens ausgelasteten Padelplätze im Rübholz. Dort traf er auf Moritz Einselen, den Architekten der seinerzeit die Anlage TSV Ötlingen geplant hatte. In der Folge ergab ein (fachmännisches) Wort das andere und wertvolle Hilfestellungen wurden gereicht.

Sechs bis zwölf Monate Bauzeit

Der Bau in Jesingen soll, das Mitgliedervotum vorausgesetzt, zweistufig erfolgen. Im Frühjahr 2026 sollen die Erdarbeiten erfolgen, um den entsprechenden Untergrund zu schaffen. Dann folgt der eigentliche Sportstättenbau. Die reine Bauzeit soll je nach Witterung und Kapazitäten des Anlagenbauers sechs bis zwölf Monate betragen. Rund 200.000 Euro veranschlagt der TSV bis die Anlage quasi schlüsselfertig steht. Etwa 50.000 Euro bringt die Abteilung selbst mit ein. Hinzu kommen rund 39.000 Euro an Zuschüssen durch den Württembergischen Landessportbund. Ein weiterer, von der Jesinger Ortsvorsteherin Gabriele Armbruster eingereichter Zuschussantrag an die Stadt Kirchheim in Höhe von 30.000 Euro wurde im Juli im Gemeinderat abschlägig beschieden. Das somit verbleibende Delta von 111.000 Euro soll nun durch ein Darlehen finanziert und über Mitgliedsbeiträge, Nutzungsstundensätze und Mietequipment getilgt werden. Als Abrechnungs- und Reservierungsgrundlage soll ein Online-Buchungssystem dienen – ausdrücklich auch für Spieler, die nicht Vereinsmitglieder sind. 

Das Hauptaugenmerk liegt freilich auf der Gewinnung von neuen Mitgliedern in der Tennisabteilung, in der es wohl eine Art „Unterabteilung Padel“ geben wird. „Wir erwarten schon ein ordentliches Wachstum an Mitgliedern, vor allem auch in den jüngeren Zielgruppen“, sagt Daniel Bihon, der als Jugendsportwart mit profitieren würde. Geplant sind auch Kurse und Trainerstunden sowie Mietausrüstung. Am Freitag haben die Mitglieder das Wort.

Alles begann im Süden Nordamerikas

Padel hat seinen Ursprung in Mexiko: Ende der 1960er Jahre wollte Enrique Corcuera in Acapulco einen Tennisplatz an sein Haus anbauen – verfügte jedoch über zu wenig Fläche. Er baute gegenüber des Hauses eine Wand und schloss die Seiten mit Maschendrahtzaun, später mit Wänden. Ein neuer Sport war geboren.
Seinen Namen verdankt Padel dem damals von Corcuera gewählten Schläger, der einem Kanupaddel nachempfunden war. Über einen engen Freund gelangte der Sport nach Spanien, später nach Südamerika und Europa. In Deutschland kam Padel in den 2000er Jahren an. 2013 wurde der Deutsche Padel Verband gegründet.
Rund 350.000 aktive Padelspieler gibt es derzeit in Deutschland. An fast 300 Standorten gibt es hierzulande entsprechende Anlagen – und monatlich kommen neue hinzu. Padel gilt als eine der weltweit am rasantesten wachsende Sportarten. In Kirchheim gibt es die erste Padelanlage seit über einem Jahr beim TSV Ötlingen. wai