Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung und des Testspiels der Knights und der damit verbundene Abwesenheit von Nil Failenschmid entschied VfL-Trainer Marco Wanzke, die Neuzugänge und alle drei Jugendspieler zum ersten Saisonspiel nach Tübingen mitzunehmen.
Nach zwei Minuten musste Kapitän Andi Nicklaus aufgrund zweier früher Fouls ausgewechselt werden. Die Defense stand dennoch gefestigt und die Rotation funktionierte. Im Angriff waren gute Ballbewegungen Ausschlag für einfache Körbe, jedoch zeigten sich bereits hier erste Nachlässigkeiten bei der Ballsicherheit. Einige Turnover auf beiden Seiten führten so zu schnellen Gegenstößen. Mit einer Dreipunkteführung ging es ins zweite Viertel. Hier wurde auf beiden Seiten viel durchrotiert, teilweise auch aufgrund der Foulbelastung – Neil Schwanenberg holte sich früh sein drittes Foul ab. Tübingen nahm nach einem kurzen Run eine Auszeit. Doch auch taktische Änderungen des Gegners brachten die Kirchheimer nicht aus der Balance. Eine über weite Strecken „abgeklärte und reife Leistung“ für so ein junges Team, wie es Coach Wanzke nach dem Spiel beschrieb. Vier Punkte Führung bedeutete dies zur Halbzeit, in der bereits alle elf Spieler zum Einsatz gekommen waren.
Auch nach der Halbzeit blieben die Kirchheimer in Führung, wenngleich sie sich nie richtig absetzen konnten. Durch eine gute Mischung aus Inside- und Outside-Spiel kreierte der VfL offene Wurfchancen, die vor allem Edonis Paqarada immer wieder nutzen konnte. Die saubere Verteidigungsarbeit führte zudem oftmals zu Fastbreaks, welche die Tigers nur mit Fouls stoppen konnten. So kam Kirchheim allein im dritten Viertel bei zehn Teamfouls der Tübinger 13 Mal an die Linie.
Nach einem spürbar umkämpften dritten Viertel ging es mit sechs Punkten Differenz in den letzten Spielabschnitt. Dort hatten die Kirchheimer nun die Rebounds im Griff und konnten sich durch sichere Spielzüge Punkt für Punkt absetzen. Drei Minuten vor Schluss hatte man so ein Polster von zwölf Zählern erspielt. Dass dies im Basketball noch kein Grund zur Freude ist, zeigten die anschließenden Angriffe der Tübinger. Teilweise wilde Würfe und Aktionen fanden allesamt ihr Ziel, die Gastgeber witterten Morgenluft. Nach einem weiteren Dreier nahm Wanzke die letzte Auszeit. Die Starting Five ließ dann keine weiteren freien Würfe mehr zu und machte die Aufholjagd zunichte. Der letzte Korberfolg der Kirchheimer kam nach Ertönen der Sirene – der erste Saisonsieg war in trockenen Tüchern.
Am kommenden Sonntag bestreitet der VfL sein erstes Heimspiel. Gegner ab 17.30 Uhr ist die BG Viernheim/Weinheim. mw/lh

