Nach 33:22 fehlt ein Punkt zum Klassenerhalt
Der VfL läuft in 
Dettingen heiß

Der VfL Kirchheim hat sich mit einem 33:22-Sieg beim TSV Dettingen/Erms beide Punkte gesichert und kann allmählich für ein weiteres Jahr in der Handball-Landesliga planen. Schlüssel zum Erfolg war die in den vergangenen Wochen oft gescholtene Abwehr des VfL, die den Grundstein für die vielleicht beste Leistung in der laufenden Saison legte.

Dettingen/Erms. Die Mannschaft war sich bewusst, dass ein Sieg der vielleicht entscheidende Schritt in Richtung Klassenerhalt sein würde. Hoch konzentriert und auch diszipliniert setzte jeder in der Abwehr um, was unter der Woche einstudiert worden war. Auch im Verbund agierte die Abwehr als Einheit, dadurch kamen die Gastgeber aus Dettingen nur selten zu freien Würfen oder siebenmeterreifen Situationen. Ein weiterer Pluspunkt an diesem Tag: Wenn Gefahr drohte, konnte sich die Mannschaft auf ihren Torwart David Pisch verlassen. Der VfL-Keeper entschärfte zahlreiche Würfe und hielt drei Siebenmeter.

Auch auf den Rängen war der VfL konkurrenzfähig. Für gute Stimmung sorgten die Kirchheimer Trommler, die ihre Mannschaft eifrig unterstützten. Da sich beide Mannschaften anfangs vor allem auf die Abwehr konzentrierten, dauerte es einige Minuten, bis das erste Tor fiel. Nachdem Dettingen den Bann gebrochen hatte, legte der VfL los, als gäbe es kein Morgen. Angetrieben durch Mittelmann Fabian Smetak ging der VfL ein unglaublich hohes Tempo im Angriff und machte es den Dettingern schwer, überhaupt zum Foul zu kommen. Wenn doch, erwies sich Matthias Mikolaj als sicherer Strafwurfschütze.

Der TSV war regelrecht geschockt. Lediglich zwei technische Fehler und vier Fehlwürfe in der ersten Hälfte leisteten sich die Kirchheimer, die beim 15:7 zur Pause bereits mit acht Toren führten. Der Start in die zweite Hälfte verlief dann allerdings etwas holprig. Obwohl die Mannschaft fest gewillt war, an die Leistung in der ersten Spielhälfte anzuknüpfen, tat sich der VfL zu Anfang etwas schwerer. Auch deshalb, weil der TSV mit Marcel Metzger und Robin Habermeier die komplette rechte Seite der Kirchheimer bis zum Spielende in Manndeckung nahm. Nach ein paar Minuten hatte sich die Mannschaft auf die neue Spielsituation allerdings eingestellt und zog auf zehn Tore weg. Daran änderte sich bis kurz vor Schluss auch nicht mehr viel.

Eine Schrecksekunde erlebten beide Mannschaften und auch die Zuschauer in der 44. Minute: Der Dettinger Stephan Fischer fiel nach einem harten Foul so unglücklich auf den Rücken, dass er einige Minuten bewusstlos liegen blieb und anschließend ins Krankenhaus gefahren werden musste. Beide Mannschaften erholten sich allerdings schnell von dem Schock und spielten auch den Rest des Spiels vor allem auf Kirchheimer Seite sehr körperbetont weiter. Die letzten zehn Minuten ließ das Tempo dann merklich nach, da sich die Dettinger aufgegeben hatten und der VfL die Zeit locker herunterspielte.

Mit dem vierten Auswärtserfolg bestätigt der VfL seine gute Form in der Rückrunde und kann sich mit einem weiteren Punkt selbst aus dem Abstiegskampf verabschieden. Am nächsten Wochenende steht den Kirchheimern ein besonderes Event ins Haus: Dann kommt Spitzenreiter TSV Grabenstetten, der auf einen Gastgeber trifft, der völlig ohne Druck aufspielen kann. Das Selbstvertrauen dürfte sich der VfL in Dettingen geholt haben, um in eigener Halle womöglich für eine Überraschung zu sorgen.rh

VfL Kirchheim: Pisch, Osswald – S. Smetak (1), Latzel (3), M. Mikolaj (11/8), Humpfer (1), Keller (1), Metzger (5), F. Smetak (3), J. Mikolaj (2), Schicht (1), Habermeier (5).

TSV: Krohmer, Syrbe – Jock, Schulz, Heine(2), Klinger (2), Kurmer (2/1), Gotthardt (5), Beck (7/5), Kristle, Neu (2), Fischer (2), Guksch, Schellia.