Horgenzell. Personell geschwächt mussten die Dettingerinnen die Reise nach Horgenzell antreten. Mittelblockerin Kerstin Schröder fehlte berufsbedingt, Universalspielerin Theresa Kober kurierte einen Bänderriss aus, den sie sich drei Wochen zuvor im Training zugezogen hatte. Ein weiterer Ausfall während des zweiten Satzes (Mittelblockerin Yasemin Pinar hatte Fußprobleme) schränkte Trainer Wolfgang Babingers personelle Alternativen weiter ein. So gab es im Spiel beim unter Zugzwang stehenden Kellerkind – Horgenzell musste mindestens einen Punkt holen, um die Abstiegsrelegation noch abzuwenden – nicht gerade die besten TTV-Bedingungen.
Im ersten Satz eroberten die Dettingerinnen zunächst eine Vier-Punkte-Führung durch die stark aufschlagende Zuspielerin Sabine Babinger. Doch der Vorsprung sollte nicht lange halten. Die Horgenzellerinnen punkteten immer wieder über ihre sehr große Spielerin auf der Mittelposition. Die Dettingerinnen konnten sich nicht auf die Spielweise des Gegners einstellen, zu oft wurden eigene Angriffe über die Mittelposition direkt geblockt. Somit mussten sie den ersten Satz mit 21:25 abgeben.
Die Mahnung des TTV-Trainers („weiterhin konzentriert bleiben“)fruchtete dann im zweiten Durchgang, in dem nach drei gespielten Bällen Manuela Stief für die verletzte Mannschaftsführerin Yasemin Pinar eingewechselt werden musste. Eine gute Abwehrleistung und konsequente Angriffe führten letztlich zum verdienten 25:20-Satzgewinn.
Im anschließenden dritten Satz häuften sich dann die Dettinger Fehler. Zu viele Aufschlagfehler, Abstimmungsprobleme in der Annahme und im Zuspiel machten es den Horgenzellerinnen leicht, sich Punkt um Punkt vom Tabellenplatz zu entfernen, der die Teilnahme an der Abstiegs-Relegation bedeuten würde. Das TTV-Vorhaben, als frischgebackener Vizemeister standesgemäß aufzutreten, ging nur phasenweise auf – zum Beispiel, wenn es den Außenangreiferinnen Clarissa Preuß und Meike Kehle gelang, zu punkten. Gegen Ende des Satzes nahm Babinger beide Auszeiten innerhalb kürzester Zeit, um seine Mannschaft noch einmal aufzurütteln – ohne Erfolg. Mit 21:25 ging der Satz an den SV Horgenzell.
Satz vier war hart umkämpft. Nun wollten die Horgenzellerinnen um jeden Preis gewinnen. Zum unbedingten Siegeswillen kam noch eine Portion Glück. Öfters kullerte der Ball nach Netzberührungen unerreichbar in die Dettinger Feldhälfte. Trotzdem hielten die Teckstädterinnen bis zum 18:18 mit. Schließlich wurde der Satz durch eine ungenaue Annahme und dadurch resultierende schwache Angriffe entschieden. Die Horgenzellerinnen hatten das glücklichere Händchen – 20:25.
Dettingens Bezwinger ist ein Platz in der Oberliga-Saison 2014/15 damit sicher, und zwar verdient. „Diesen Sieg haben sich die Damen des SV Horgenzell redlich verdient. Sie haben bis zum Schluss hart gearbeitet und gekämpft“, klatschte ihnen Trainer Babinger Beifall. Nun müssen die Dettingerinnen abwarten, wie und ob es eine Relegation in die nächsthöhere Spielklasse, die Regionalliga Süd, gibt. Die Chance scheint allerdings gering.
Für den TTV Dettingen standen in Horgenzell die Spielerinnen Beck, Babinger, Burkhardt, Heinrich, Kehle, Merz, Pinar, Preuß und Stief auf dem Feld.cp
