Am Freitagabend steht für die Bozic Knights am 29. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga die kürzeste Auswärtsfahrt der aktuellen Spielzeit an: Für die Kirchheimer Korbjäger geht es zu den Tigers nach Tübingen. Die Ritter gehen als Favorit ins Spiel und werden dabei von mehr als 200 Fans unterstützt. Aber: Die Verantwortlichen warnen vor dem Gegner.
Noch sechs Spiele stehen vor den Mannschaften der ProA, und an allen Ecken und Enden der Tabelle geht es bemerkenswert spannend zu. An der Spitze duellieren sich Phoenix Hagen und die Crailsheim Merlins um Platz eins, während am Tabellenende viele der gefährdeten Mannschaften zuletzt fleißig Punkte sammelten und dadurch ein enges Rennen entstanden ist. Folge: Die mit zehn Siegen vermeintlich relativ sicher platzierten Tigers aus Tübingen können doch noch nicht alle Abstiegssorgen hinter sich lassen, im Gegenteil: Die Neckarstädter benötigen in der Schlussphase der Saison den einen oder anderen Sieg, um unabhängig von den Ergebnissen der Mannschaften hinter ihnen zu sein.
Nachjustieren noch ohne Effekt
Dabei haben die Tigers bereits einiges unternommen. Unter anderem wurde Trainer Sonko entlassen und es übernahm der sportliche Leiter Eric Detlev. Dies hatte bereits in der Vorsaison für Erfolg gesorgt. Doch so richtig zündet der Effekt in dieser Spielzeit noch nicht. Auch im Team wurde nachjustiert und mit Jordan Johnson ein erfahrener Pointguard nachverpflichtet. Mit 18,5 Punkten pro Partie erzielt Johnson auch prompt den Topwert der Tigers und liegt im Ligavergleich weit oben. Johnson ersetzt den bisherigen Topscorer Jacobi Wood (16,2 Punkte pro Spiel), der zuletzt mit einer Fußverletzung ausgefallen war. Ebenfalls eine zweistellige Punkteausbeute erzielen Melkisedek Moreaux mit 11,7 Punkten pro Spiel und Bernard Pelote mit 14,8 Zählern im Schnitt. Um diese Akteure dreht sich zumeist das Tübinger Offensivspiel. Emotionaler Anführer ist Kapitän Till Jönke, dessen Einsatz nach einer Disqualifikation am vergangenen Spieltag aber noch auf der Kippe steht.
Fans-Support als Vorteil?
„Tübingen hat Spieler, die individuell den Unterschied ausmachen und Spiele im Alleingang entscheiden können. Sie werden alles reinwerfen. Dafür müssen wir uns wappnen. Der Schlüssel wird sein, dass wir die notwendige Intensität bringen. Das ist ein absolutes Muss“, betont Knights-Coach Igor Perovic. Dass die Ritter dabei von so vielen Fans begleitet werden, wird als Vorteil gewertet. „Natürlich kann das den Unterschied ausmachen, wenn uns unsere Fans den Rücken stärken und nach vorne peitschen. Es gibt kein einziges leichtes Spiel mehr. Das zeigen auch die Ergebnisse der Konkurrenz“, ergänzt Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Im Hinspiel setzten sich die Teckstädter mit 83:62 durch und zeigten dabei eine beeindruckende Verteidigungsarbeit. Das Derby Anfang November steht sinnbildlich für die sportliche Wende der Knights, die nach schwierigem Saisonstart am Doppelspieltag gegen Karlsruhe und Tübingen mit zwei Erfolgen eine Siegesserie gestartet hatten.
Russell fit, Fragezeichen hinter Bretzel
Zurück im Kader der Ritter ist Pointguard Phillip Russell, der zuletzt wegen einer Sprunggelenksverletzung gefehlt hatte. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Center Nico Bretzel. In der Tabelle stehen die Teckstädter derzeit auf Platz fünf, punktgleich mit den Artland Dragons auf Platz sechs. Verfolger Gießen hat zwei Punkte Abstand und würde aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs bei Punktgleichheit an den Rittern vorbeiziehen. Spielbeginn ist am Freitag um 19.30 Uhr in der Paul-Horn-Arena in Tübingen. cs
Übertragen wird die Partie auf sporteurope.tv

