Kirchheim. Spiele zwischen den SF Dettingen und dem TSV Jesingen waren schon immer etwas Besonderes. Das war schon vor 40 Jahren so und ist heute nicht anders. In der Vorrunde führten die Sportfreunde in den Lehenäckern bereits mit 3:0. Am Ende stand es 3:3. „Da haben wir sogar noch Glück gehabt, dass wir nicht verloren haben,“ meint Heiko Blocher. Für den Spielertrainer ist es auch aus anderem Grund ein besonderes Spiel. Zehn Jahre lang war der TSV Jesingen seine sportliche Heimat, dort war er zuletzt auch Kapitän. Doch Blocher ist auch ein Dettinger Urgestein. Innerhalb eines Dreivierteljahres hat der 30-Jährige dort ein erfolgreiches Team geformt. Darauf ist er zu Recht stolz: „Die jungen Spieler identifizieren sich mit dem Verein.“ Den würde er zu gerne zurück in die Bezirksliga führen. „Da gehört eine weitere Mannschaft hier aus der Teckregion einfach hin.“
Für Marc Kaisner (35), den Spielertrainer des TSV Jesingen, sind die Dettinger am Sonntag Favorit. Trotzdem will der Bezirksligaabsteiger dem Tabellenzweiten nicht so einfach die Punkte überlassen. Kaisner: „Wir fahren nach Dettingen, um zu gewinnen.“ Man wolle endlich auch mal gegen eine vordere Mannschaft erfolgreich sein.“ Doch auf eigenem Platz sind die Dettinger nur schwer zu schlagen. Mit zehn Siegen sind sie die erfolgreichste Heimmannschaft der Liga. Lediglich gegen den TSV Raidwangen gab es im Oktober 2010 eine 0:6-Pleite.
Der TV Neidlingen hat den Hebel wieder umgelegt. Marlon Lamour aus der Abteilungsleitung: „Nach der 1:2-Niederlage vor zwei Wochen beim TSV Ötlingen hatte ich größte Bedenken.“ Da war der 1:0-Sieg am letzten Sonntag gegen den FC Frickenhausen II ein richtiger Befreiungsschlag. Das Tor des Tages erzielte A-Junior Dennis Heilemann. Spielertrainer Roland Schumacher setzt notgedrungen auf den Nachwuchs. Lamour: „Das Verletzungspech ist bei uns in dieser Saison katastrophal.“ Trotzdem sind die „Lindachthaler“ auf dem besten Weg, den Klassenerhalt zu schaffen. „Von den restlichen acht Spielen müssen wir noch vier gewinnen,“ macht Lamour eine einfache Rechnung auf. Am Sonntag gegen den direkten Tabellennachbarn TSV Beuren stehen die Chancen auf ein Erfolgserlebnis nicht schlecht. Zumindest dann, wenn auf Rasen und nicht auf dem ungeliebten Kunstrasen gespielt wird.
Nach zwei Siegen ohne Gegenwehr hat sich die TG Kirchheim ins gesicherte Mittelfeld abgesetzt. Jetzt gastiert der FV 09 Nürtingen II an der Jesinger Allee. Die Bezirksliga-Reserve präsentierte sich in den letzten Wochen ziemlich launisch. Zumindest in der Fremde haben die Wörth-Kicker in diesem Jahr noch keinen einzigen Punkt geholt. Beste Chancen also auf einen weiteren Dreier für den Aufsteiger. Im Rübholz brennen die Lichter nur noch auf Sparflamme. Die Aussichten auf den Klassenerhalt sind nur noch gering. Im Heimspiel gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten TB Neckarhausen ist quasi die letzte Chance, am Saisonende eventuell doch noch zumindest den Relegationsplatz zu erreichen.
Ein echtes Derby ist die Begegnung zwischen dem TSGV Großbettlingen und dem TSV Raidwangen. Das Sportgelände Staufenbühl ist gerade mal zwei Kilometer vom Raidwangener Sportplatz entfernt. Und Werner Achtzehner, der aktuelle Trainer des TSGV, hat die „Roigl“ auch schon trainiert. Ein Spiel, in dem es keinen Favoriten gibt. Der TSV Grafenberg ist noch lange nicht durch auf dem Weg zurück in die Bezirksliga. Der Tabellenführer konnte auch am letzten Sonntag beim 1:1 in Jesingen alles andere als überzeugen. Der einst so komfortable Vorsprung ist inzwischen bis auf zwei Zähler geschrumpft. Gegen den TSV Altdorf haben die Grafenberger allerdings eine relativ leichte Hausaufgabe zu bewältigen.
Die restlichen Partien: Der FC Frickenhausen II erwartet den potenziellen Absteiger TSV Kohlberg. Beste Gelegenheit für die Verbandsliga-Reserve auf drei Punkte im Abstiegskampf. Der VfB Neuffen hat im Kampf um die mögliche Aufstiegsrelegation mit einem 2:2 am Wochenende beim TSV Altdorf einen Rückschlag erlitten. Am Sonntag gastiert der TSV Neckartenzlingen auf dem Spadelsberg. Weitere Fehltritte kann sich das Team von Trainer Robert Bresmer allerdings nicht mehr leisten.
