Mountainbike
Deutschlands letzte WM-Medaille führt nach Kirchheim

Seit Manuel Fumics zweitem Platz im Jahr 2013 gab es kein deutsches WM-Edelmetall in der Eliteklasse mehr.

Lange her: Vor 13 Jahren wurde Manuel Fumic Vize-Weltmeister. Archivfoto: Armin Küstenbrück
Lange her: Vor 13 Jahren wurde Manuel Fumic Vize-Weltmeister. Archivfoto: Armin Küstenbrück

Deutschlands Mountainbiker warten im olympischen Cross-Country seit Jahren auf den nächsten großen WM-Coup. Vor allem ein Name ist untrennbar mit den deutschen Erfolgen im XCO, wie die Disziplin international abgekürzt wird, verbunden: Sabine Spitz. Die Olympiasiegerin von 2008 sammelte zwischen 2001 und 2008 fünf WM-Medaillen. Nach zweimal Bronze 2001 und 2002 krönte sie sich 2003 in Lugano zur Weltmeisterin. 2007 folgte Silber – und auch ein Jahr später in Val di Sole stand Spitz als Zweite auf dem Podium. Wenige Wochen später gewann sie bei den Olympischen Spielen in Peking Gold.

Seit jenem Silber von 2008 wartet Deutschland bei den Elite-Frauen allerdings auf eine weitere XCO-WM-Medaille. Zuletzt näherte sich Nina Grafdem Podium wieder an: Bei der WM 2025 fuhr sie auf Rang neun und sorgte damit für das beste deutsche Ergebnis. Kira Böhm absolvierte damals ihre erste Weltmeisterschaft in der Eliteklasse und belegte Platz 22. Im Shorttrack lief es für die Weilheimerin mit Rang zwölf besser.

Fumic als Top-Ten-Stammgast

Bei den Männern ist die deutsche Medaillenbilanz noch übersichtlicher – aus Sicht der Teckregion aber umso bemerkenswerter. Bis heute ist Manuel Fumic der einzige deutsche Elite-Fahrer, der im olympischen Cross-Country eine WM-Medaille gewinnen konnte. Der Kirchheimer holte 2013 im südafrikanischen Pietermaritzburg Silber. Der Ausnahmefahrer war über Jahre Stammgast in der Weltspitze: 2007 wurde er Fünfter, 2014 erneut Fünfter, 2015 und 2016 verpasste er als jeweils Vierter das Podium nur knapp. Insgesamt fuhr Fumic bei Weltmeisterschaften regelmäßig unter die besten Zehn.

Nach ihm war es vor allem Maximilian Brandl, der die deutschen Farben erfolgreich vertrat. Ausgerechnet in Val di Sole erlebte der Neu-Weilheimer 2021 seine bislang beste Elite-WM. Zunächst holte er bei der erstmals ausgetragenen Shorttrack-Weltmeisterschaft Bronze, anschließend wurde er im olympischen Cross-Country Fünfter. Bis heute ist Brandls Bronze die einzige deutsche Elite-WM-Medaille im Shorttrack.

Schwarzbauers Konstanz

Luca Schwarzbauer fehlt ein solcher Podestplatz noch. Der 29-Jährige, der mittlerweile in Bissingen lebt, hat bei Weltmeisterschaften jedoch bereits mehrfach bewiesen, dass er mit den Besten mithalten kann. 2023 wurde er im schottischen Glasgow sowohl im Shorttrack als auch im XCO Neunter. Gerade im Shorttrack war damals sogar mehr möglich: Schwarzbauer mischte bis zum Schluss im Kampf um die Medaillen mit, ehe ihn eine Kollision mit dem Briten Tom Pidcock in der Schlussphase zurückwarf.

Noch näher an die Spitze kam Schwarzbauer ein Jahr später. Bei der WM 2024 in Andorra belegte er im olympischen Cross-Country Rang sieben, im Shorttrack wurde er erneut Neunter. Die Titelkämpfe 2025 verliefen mit den Plätzen 17 im Shorttrack und 16 im XCO dagegen weniger erfolgreich. Dennoch weist seine jüngere WM-Bilanz eine bemerkenswerte Konstanz auf: Bei seinen sechs Einzelstarts in XCO und XCC seit dem Jahr 2023 landete der gebürtige Reuderner viermal unter den besten Zehn.