Kirchheim. Kraft ihrer Verbandsklasse-Zugehörigkeit stellt der TSV Jesingen derzeit das ranghöchste Damenteam innerhalb der Teckregion. Die Aufrechterhaltung dieses Vorzeige-Status über die Saison 2011 hinaus steht jetzt allerdings auf der Kippe. Grund dafür ist die Spielklasse-Reform des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB). Weil die bestehende Verbandsklasse zum Saisonschluss ersatzlos gestrichen wird, müssen drei Teams runter – der Rest darf rauf (in die Verbandsliga). Ernsthafte Kandidaten für einen sportlichen Niedergang sind nach Insiderkalkül in diesem Jahr die Jesingerinnen. „Ein Nichtabstieg wäre tatsächlich ein kleines Wunder“, gibt TSV-Sportwart Markus Bayer zu.
Der Mann weiß: Personell ist die Mannschaft schlechter bestückt als in der Vorsaison. Zwar zählen theoretisch immerhin 12 altbekannte Spielerinnen zum Kader, doch einige davon werden in den fünf Saisonspielen möglicherweise ganz, zumindest aber sporadisch ausfallen. „Auf alle Fälle werden wir personell improvisieren müssen“, sagt Bayer, wobei er mit „wir“ die Mannschaft meint: Trainer Werner Authaler wird aus beruflichen Gründen kein fünftes Amtsjahr anhängen – das Austüfteln der optimalen Tages-Formation müssen diesmal die Spielerinnen übernehmen.
Größtes Sorgenkind im Kader ist Sanna Carrle. Die 25-Jährige studiert und lebt in Köln – wie oft sie sich den 400-Kilometer-Trip zu den Jesinger Sonntagsspielen antun wird, ist noch völlig ungeklärt. Auch Elke Bachthaler (28), im internen Ranking die Nummer eins, gilt als unsichere Kantonistin – sie hat‘s jobmäßig nach Augsburg verschlagen. Deshalb soll jetzt Christine Gerber, bisher Nummer zwei, die neue TSV-Spitzenspielerin geben. Doch Gerber leidet noch immer an einer alten Knieverletzung – Einsätze in den beiden Verbandsklasse-Auftaktspielen beim TC Aidlingen und TC Weissenhof Stuttgart sind eher fraglich. Drei Spielerinnen also ungewiss – wie gut da, dass sich nach einjähriger Babypause Vanessa Nagy wieder zurück meldete. „Sie ist fit“, sagt Bayer und weiß: Nur wenn die Jesinger Spielerinnen in dieser Saison über sich hinaus wachsen können, gibt‘s die Chance auf Platz drei und die damit verbundene Verbandsliga-Qualifikation.
Hoffnung auf einen Überraschungscoup machen in dieser Saison auch die jüngsten Spielerinnen im Kader: Mit Tamara Schmid (14), Celina Hoyler (16) und Sarah Kugel (19) wissen die Verantwortlichen hoffnungsvolle, ehrgeizige Ersatzkräfte in Hinterhand. Die beste Option, bei einem Spielerinnenausfall nachnominiert zu werden, hält freilich die 18-jährige Fabienne Macho. Ihr Vorteil: Sie verfügt über jede Menge Verbandsklasse-Erfahrung – schon in den Vorjahren half sie bei der Damenmannschaft regelmäßig aus.
Am morgigen Sonntag bestreitet die TSV-Sechs ihr Auftaktspiel beim TC Aidlingen: ein erster Richtungsweiser in die neue Saison.
