Basketball-Oberliga: VfL kämpft gegen Abstieg
Die Zündschnur brennt schneller

Der zweite Teil der „Mission impossible“ beginnt: Schlusslicht VfL Kirchheim versucht am morgigen Sonntag (17.30 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) gegen den TV Rottenburg gut in die Rückrunde der Basketball-­Oberliga zu starten.

Kirchheim. Das Wichtigste vorweg: Bisher ist es Coach Pasko Tomic nicht gelungen, für seinen Center Marsel Sibinovic einen Ersatz zu verpflichten. Sibinovic hatte im Dezember einen Kreuzbandriss erlitten, wird Ende Januar operiert und fällt danach sechs Monate aus. Die naheliegenden Optionen wurden ergebnislos abgegrast. Nur zwei Beispiele: Die Idee von Knights-Coach Frenkie Ignjatovic, seinen nicht Pro‑A-tauglichen Power Forward Mike Henderson zur Verfügung zu stellen, verlief ebenso im Sande wie das Bemühen, den Ex-Kirchheimer Darly Ifuly aus Ludwigsburg loszueisen – der Kooperationspartner entließ ihn nicht aus seinem Vertrag.Jetzt kämpft Tomic weiter an mindestens drei Baustellen, meint aber: „Der Markt ist wirklich verrückt gerade. Natürlich haben wir auch nicht das Geld für eine bombastische Verpflichtung.“

Allerdings hätte die Basketball-Abteilung durchaus Reserven, für diese drei Monate den einen oder anderen Tausender locker zu machen. Zumal man aus finanziellen Gründen von der Verpflichtung von Jugend-Manager Dominik Eberle Abstand nahm, was kurzfristig Geld spart.

Doch im Moment zählt, wie das im Sport nun mal so ist, nur der nächste Gegner, und das ist am Sonntag der TV Rottenburg, derzeit mit fünf Siegen Achter der Oberliga Ost. Im Hinspiel blieb der TV mit 81:70 Sieger, obwohl der VfL bis zur 33. Minute noch 61:57 geführt hatte. Tomics prophetisches Fazit damals: „Das wird keine leichte Saison. Ich hoffe, dass wir bald die Kurve kriegen, aber durch diesen Prozess müssen wir durch.“

Seine Truppe schlingert immer noch durch diese Kurve, und die Gründe dafür waren auch in dieser Trainingswoche erkennbar. Kapitän Dominik Eberle musste sich krank abmelden, Dreier-Spezialist Simon Zimmermann war beruflich verhindert, Center Cveti Bozic wie immer studienbedingt in Kaiserslautern. Positiver Aspekt: Erstmals konnte Topscorer Shkelzen Bekteshi am Dienstagstraining teilnehmen. Nachdem er sein Engagement bei den Knights beendet hat, kann er jetzt regelmäßig zwei- statt nur einmal in der Woche mit dem Team trainieren.

Das Ziel bleibt das gleiche wie vor dem ersten Treffen: So viele Siege holen wie möglich und in der Oberliga bleiben. Noch sind elf Spiele zu absolvieren, der Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt nur einen einzigen Erfolg. Nur: Die Mission wird immer schwieriger, die Zündschnur brennt von jetzt an immer schneller.ut

VfL Kirchheim: M. Beck, S. Bekteshi, C. Bozic, Eberle, Ivanovic, Marino, Munz, Nakov, Reza, Schraml, Zimmermann