Weilheim. Das sind die schönsten Wochenenden für Fußballer. Bereits am Freitagabend die drei anvisierten Punkte holen und anschließend bequem der Konkurrenz zuschauen. Für Weilheims Trainer Alexander Hübbe und sein Team war der Blick auf die gestrigen Resultate zudem mehr als genussvoll: Sowohl der Tabellenführer TSV Essingen (2:4-Niederlage in Ebersbach, alle vier Ebersbacher Treffer erzielte Tarik Serour), als auch Verfolger SC Geislingen (1:2 in Waldstetten) und die SF Dorfmerkingen (1:4 in Echterdingen) patzten auswärts.
Folge: Die Weilheimer sind nun Tabellendritter, haben nur noch zwei Zähler Rückstand auf das Führungsduo Essingen/Geislingen. Sogar ein Sprung auf Tabellenplatz eins ist am kommenden Samstag denkbar: Dann rückt im Lindachstadion der Geislinger Sportclub an. „Momentan sieht alles wirklich ganz gut aus“, zeigt sich Weilheims Sportlicher Leiter Günther Friess hochzufrieden über die Entwicklung der Mannschaft. „Wir haben auch beim 3:0 über den FC Heiningen kaum Chancen des Gegners zugelassen“, blickt der Weilheimer Funktionär zurück. Gut verkraftet hat die Mannschaft den Ausfall des rotgesperrten Nick Strohmaier. „Egal wer aktuell spielt, alle rufen eben ihr Leistungsvermögen ab“, lobt Friess.
Allerdings gab es bereits die nächste Hiobsbotschaft. Neben Strohmaier, das Urteil des WFV für die Rote Karte im Derby gegen den VfL Kirchheim steht noch aus, droht mit Martin Kirschmann der zweite Innenverteidiger länger auszufallen. Gegen Heiningen humpelte der Defensivakteur vom Platz, hat vermutlich einen Muskelfaserriss erlitten.
Nicht nur der TSV Weilheim sorgt in der Landesliga aktuell für Aufsehen, auch der TSGV Waldstetten gehört langsam aber sicher zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten. Ein Doppelschlag durch Jonas Kleinmann (4., 20.) schockte vor 250 Zuschauern die Geislinger, denen lediglich noch der Anschlusstreffer gelang. Der TSGV hat die vergangenen drei Partien allesamt gewonnen, ist als neuer Tabellenfünfter sogar am Meisterschaftsfavoriten SF Dorfmerkingen vorbeigezogen.
VfL-Trainer Erol Sarikoc wusste nach dem 0:0 in Weilimdorf nicht, ob er lachen oder weinen sollte. Mehr als eine Halbzeit lang agierten die Teckstädter mit lediglich neun Akteuren. Stürmer Fatih Özkahraman hatte nach 15 Minuten von Schiedsrichter Sascha Perekovic die Rote Karte gezeigt bekommen. Eine umstrittene Entscheidung, denn der Kirchheimer traf zwar bei einem Sprintduell seinen Gegner mit der Hand im Gesicht, doch jener brach „theatralisch zusammen“, wie VfL-Trainer Sarikoc die Szene beschrieb. Auch der zweite Platzverweis war in der Entstehung bemerkenswert. Yasin Bozkurt sah zunächst in der Anfangsphase die Gelbe Karte für ein Vergehen, das eigentlich Teamkollege Fatih Özge begangen hatte. Als Bozkurt kurz vor der Pause den Ball wegkickte, war‘s um ihn geschehen. Schiri Perekovic zog Gelb-Rot. „Kompliment an die Mannschaft, dass sie trotz dieser Unterzahl hier einen Punkt geholt hat“, bilanzierte Sarikoc.
Auch der VfL-Trainer hatte übrigens beim Unparteiischen nicht die besten Karten. Nach Zwischenrufen (Sarikoc: „Ich wollte lediglich die Situation beruhigen“), musste der VfL-Coach hinter die Bande stehen. Sein Fazit: „Die Entscheidungen waren irgendwie total übertrieben.“
