Manuel Fumic erhält Nachhilfe in Regelkunde
Ein Wochenende 
mit vielen Tücken

Kurioses Mountainbike-Rennen in Südtirol: Nach zwei Stürzen und einer Fingerverletzung gab Manuel Fumic in Nals frühzeitig auf. Doch schon vor dem Startschuss hatte der Tag irgendwie seltsam begonnen.

Nals. Zwei Minuten vor dem Start hatte der verantwortliche Rennkommissär aus Frankreich entschieden, dass Marco Fontana, Cannondale-Teamkollege von Manuel Fumic, in seinem Trikot mit den italienischen Meisterfarben nicht antreten dürfe. Angeblich, weil das Grün nicht dem der italienischen Flagge entsprach. Fontana hat das Jersey allerdings schon bei unzähligen anderen Rennen ohne Beanstandung getragen.

Das brachte auch Manuel Fumic bei der Startvorbereitung aus dem Konzept, weil er Fontana seine Weste geben wollte. Die akzeptierten die Funktionäre allerdings auch nicht, weil sie keine Ärmel hat. Fontana streifte sich schließlich ein T-Shirt über, und es hätte los gehen können, hätte nun nicht Manuel Fumic an der Startlinie schon in beiden Pedalen gestanden. Der Kommissär verbannte ihn deshalb in die letzte Startreihe. „Normalerweise hat man einen Fuß am Boden, aber weil ich mit meinen neuen Schuhen Prob­leme hatte, in die Klickpedale zu kommen, habe ich mich schon vorher eingeklickt. Dass dies verboten ist, war mir gar nicht bewusst“, zeigte sich Manuel Fumic erstaunt.

Dass die Sanktion im Rahmen des Regelwerks liegt, bestätigt der deutsche UCI-Kommissär Ingo Rees: „Man muss ihn nicht in die letzte Reihe stellen, aber man kann“, meint Rees vielsagend.

Manuel Fumic gelang trotzdem ein guter Start. Allerdings rutschte er an sechster Stelle liegend auf einer staubigen Abfahrt weg, machte das, was die Motorrad-Rennfahrer einen „Highsider“ nennen und knallte mit dem Körper auf seinen Sattel. Den musste er danach tauschen. Fumic setzte die Fahrt fort und hatte sich bis auf Platz drei zurück gekämpft, als er endgültig stürzte. Bei dem an sich harmlose Sturz schlug er sich den Kopf an und verdrehte sich den kleinen Finger. „Das hat ganz schön weh getan. An dieser Stelle habe ich beschlossen, jetzt reicht’s.“ Fumic gab das Rennen auf – „ziemlich genervt“, wie er hinterher zugab. „Ich lasse mich jetzt nicht beirren und mache weiter in Richtung Weltcup“, meinte er. Beim nächsten Rennen in Münsingen dürfte am Start vermutlich wieder ein Fuß am Boden stehen.