Kirchheim. Zum Ende einer enttäuschenden Hinrunde stehen die Knights vor einer Herkulesaufgabe. Nicht nur, dass die Stimmung in der Mannschaft und das Selbstvertrauen nach der ernüchternden Pleite in Heidelberg auf dem Tiefpunkt ist, mit der BG Göttingen kommt ein Gegner in die Sporthalle Stadtmitte, der mit bisher nur einer Auswärtsniederlage und einer Bilanz von 11:3 Siegen souverän die Liga anführt.
Die Knights hingegen, die nach dem überraschenden Heimerfolg gegen den Tabellendritten aus Düsseldorf vor zwei Wochen einen Schritt aus der Krise gemacht zu haben schienen, fielen nur eine Woche darauf in alte Muster zurück. Schwache Verteidigung, ineffiziente Offensivaktionen, dazu keine Spieler, die in den heiklen Phasen der Partien die Verantwortung an sich reißen. Knights-Trainer Frenkie Ignjatovic weiß, dass das Team nur dann eine Chance hat, wenn diese „Kinderkrankheiten“ abgestellt werden: „Wenn wir eine ähnliche Leistung und die Einstellung wie im Spiel in Heidelberg beibehalten, wird das für uns ein böses Erwachen geben“, warnt Ignjatovic sein Team. „Dieses Spiel ist für die Mannschaft ein Charaktertest, eine Prüfung. Sie müssen dem Verein und den Fans beweisen, dass sie verstanden haben, was es bedeutet, für Kirchheim zu spielen.“
Trotz der schweren Aufgabe gibt es durchaus Chancen, Zählbares aus diesem Spiel mit ins neue Jahr zu nehmen und ein versöhnliches Ende eines insgesamt noch immer erfolgreichen Basketballjahres zu feiern. „Wenn wir es schaffen, die deutschen Spieler der Göttinger mit Fouls zu belasten, könnten sie schnell Probleme bekommen“, hofft Ignjatovic. Dafür allerdings müsste sein Team erst einmal die Hausaufgaben machen.
Dabei gilt es nicht nur, das Quartett Akeem Vargas (15,3 Punkte/5 Rebounds), Ramon Harris (12,7 Punkte/5 Rebounds), Sullivan Phillips (12,1 Punkte/6 Rebounds) und Nicholas Livas (10,2 Punkte/8 Rebounds) zu stoppen, sondern vor allem auch Regisseur Marco Grimaldi, den Ignjatovic für einen der besten Guards der Liga hält. Doch die Stärke der Göttinger liegt hauptsächlich unter den Körben, weswegen vor allem die „Großen“ der Knights in der Verantwortung stehen werden. „Wir müssen den Kampf annehmen und über 40 Minuten hinweg mehr als hundert Prozent geben“, gibt Ignjatovic die Marschroute vor. „Zudem hoffen wir natürlich auf eine volle Halle und eine entsprechende Stimmung, die uns trägt.“
Nach einer Woche mit vielen intensiven Spielergesprächen und stundenlanger Videoanalyse will die Mannschaft für einen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen. Doch selbst ein Sieg über den haushohen Favoriten aus Göttingen würde nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die Hinrunde eines Vorjahresfinalisten und „Fast-Meisters“ unwürdig war. Als erste Konsequenz wurde kurzerhand die Weihnachtspause für die Spieler gestrichen. Egal, was heute Abend passiert, zwischen Weihnachten und Neujahr wird durchtrainiert.
„Ich würde mir wünschen, dass einige Spieler eine Leistungsexplosion erleben,“ sagt Ignjatovic. Ein Sieg über den Tabellenführer hätte wohl zumindest Auswirkungen auf den Trainingsplan in der kommenden Woche.cs
