VfL-Turner holen nach packendem Finale auf der Zielgeraden dritten Oberligatitel
Eine Rechnung ohne den Wirt

Hattrick für den VfL: Zum dritten Mal in Folge sind Kirchheims Turner Meister in der Oberliga. In einem spannenden Ligafinale fing die VfL-Riege die vor ihnen liegenden Straubenhardter noch auf der Ziellinie ab. Auch die zweite Mannschaft blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück. Der Aufsteiger behauptete sich als Vierter souverän in der Verbandsklasse.

Ludwigsburg. Die Ausgangslage für die Oberligaturner des VfL Kirchheim in Sachen Titelverteidigung war vor dem Ligafinale des Schwäbischen Turnerbundes in Ludwigsburg alles andere als glücklich. Die unnötige Niederlage gegen die TG Wangen/Eisenharz in der letzten Vorrundenbegegnung hatte das Team von Trainer Mathias Pohl hinter die außer Konkurrenz turnenden Österreicher VTS Vorarlberg und die KTV Straubehardt III auf den dritten Rang zurückgeworfen. Um ihren dritten Titel in Folge noch einfahren zu können, waren die Kirchheimer folglich auf die Hilfe der Konkurrenz angewiesen. Anders ausgedrückt: Das Teck-Team musste das Finale aller Mannschaften mindestens zwei Plätze vor der Mannschaft aus dem Nordschwarzwald beenden.

Keine Zweierduelle mehr, keine Scorepunkte, in Ludwigsburg zählten nur noch die Turnpunkte. Die Kirchheimer starteten am Pauschenpferd furios: Julian Hausch (14,0) und ­Simon Paul (13,80) turnten zwei der besten Pferdübungen des Ligafinales, und auch Dominik Weber (13,20) und Marcus Bay (11,90) fielen nicht entscheidend ab. Mit der besten Teamleistung (52,90) an diesem Gerät war der Grundstock gelegt – selbst die Vorarlberger Landesmannschaft hatte da nichts entgegenzusetzen. Auch das Quartett Marcus Bay (14,05), And­reas Mahler (13,20), Julian Hausch (13,10) und Christopher Hahn (12,85) ließ an den Ringen mit 53,20 Punkten den deutschen Gegnern keine Chance, während die KTV Straubenhardt III massiv Punkte liegen ließ und deutlich zurückfiel.

Am Sprung wieder das gewohnte Bild: Daniel Paul mit einem Kasamatsu (13,95), sein Bruder Simon mit gestrecktem Tsukahara (14,10), Chris­topher Hahn mit demselben Sprung (14,0) und Marcus Bay mit gebücktem Tsukahara (12,80) zeigten keine Schwächen. Bis auf die Überflieger aus Österreich war die Konkurrenz geschlagen.

Flatterten die Nerven, als sich vor dem Barrenfinale die Chance auftat, doch noch Meister zu werden? Jedenfalls lief keine Übung fehlerfrei durch: Simon Paul (12,60) baute unnötige Zwischenschwünge ein, Julian Hausch (12,55) fiel beim Abgang auf den Hosenboden, Christopher Hahn (12,45) fehlte die Spritzigkeit und Marcus Bay (12,40) schien verunsichert. Ein Gerät später, am Reck, waren die VfL-Turner wieder auf Kurs. Dominik Weber (12,85) begann furios und Simon Paul (13,0) legte nach. Zusammen mit Marcus Bay (11,80) und Julian Hausch (11,0) hatten die Kirchheimer an diesem Gerät nur ganz knapp den VTS Vorarlberg und den TSV Süßen vor sich. Am Boden folgte dann eine Kirchheimer Galavorstellung: Christopher Hahn (14,25), Marcus Bay (13,90), Julian Hausch (13,70) und Simon Paul (13,45) machten mit ihrem Programm das Meisterstück perfekt. Die außer Konkurrenz turnenden Vorarlberger, die der VfL bei seinem Heimwettkampf noch geschlagen hatte, waren an diesem Tag dennoch nicht zu halten. Dafür hielten die Kirchheimer die schwäbische Konkurrenz klar in Schach. Der stärkste Verfolger beim Ligafinale, die TSG Backnang, sammelte zehn Punkte weniger.

Zusammen mit den Wettkampfergebnissen der Vorrunde hatte der VfL in der Endabrechnung das fast Unmögliche doch noch wahr gemacht und sich zum dritten Mal in Folge den Oberligatitel erkämpft. Auf Rang zwei landete die TG Wangen/Eisenharz vor der KTV Straubenhardt III.

Eine gute Saison turnte auch die zweite Mannschaft des VfL Kirchheim. Die Aufsteiger hatten schon während der Saison die entscheidenden Punkte gesammelt, sodass sie ganz entspannt zum Ligafinale nach Ludwigsburg fahren konnten. Dort bestätigten Paul Kohnle, Simon Schlick, Henning Weise, Marius Gebhardt, Markus Benz, Jochen Weber, Fabian Geyer, Enno Schwenk und Manuel Halbisch ihre gute Form mit einem Platz im sicheren Mittelfeld. Zusammen mit den Ergebnissen der Vorrunde bedeutete dies Rang vier im Endklassement.