Kirchheim. 3:1 am Samstag beim Aufstiegskandidaten SF Dorfmerkingen – ein Sieg, der weiter die Option auf den Klassenverbleib erhält. Allerdings nur dann, wenn am kommenden Mittwoch – die Weilheimer sind spielfrei – die Konkurrenten patzen. Wie verrückt der Abstiegskampf ist, zeigt die Tabelle. Hätte das Team von Trainer Alexander Hübbe lediglich vier Zähler mehr auf dem Konto, wäre es Tabellensechster und gerettet. „Ich genieße trotzdem die Situation“, sagte Hübbe nach dem famosen Triumph, „denn was die Mannschaft gerade leistet, macht mir großen Spaß.“ Allerdings hat sich die Situation verschärft, denn der TV Echterdingen (würde in die Landesliga, Staffel 2 absteigen) mit Ex-VfL-Keeper Michael Stowers unterlag beim Kellerduell in Nehren 1:2, rutschte auf einen Abstiegsplatz.
Während in Weilheim noch gezittert wird, setzte Kreisliga A-Meister SF Dettingen im Rahmen des 4:2-Sieges bei der TG Kirchheim neue Maßstäbe in Sachen Feiern. TG-Sprecher Michael Szeili gratulierte nicht nur dem neuen Meister („die Turngemeinde wünscht den Dettingern alles Gute in der Bezirksliga“), sondern war auch baff „über die Show, die die abgezogen haben.“ Ein Teil des SFD-Trosses war nämlich mit einem „Zügle“, gezogen von einem Traktor, angerückt. Mit großem Hallo wurden die Passagiere mit „Schaffner“ und Trainer Heiko Blocher in Kirchheim empfangen. Nach der Partie tuckerte das originelle Gefährt zurück noch Dettingen. „Wir haben unterwegs allerdings öfters Halt gemacht, unter anderem bei unserem Bürgermeister Rainer Haußmann“, betonte Blocher. Abschließend gab es eine Feier am Sportplatz mit über 200 Fans.
In der Bezirksliga kommt es für die SFD in der kommenden Runde definitiv zum Derby mit dem VfL Kirchheim II, der den Sprung auf den Aufstiegsrelegationsplatz trotz eines 4:3 in Reichenbach verpasst hat. Platz drei ein Erfolg für die VfL-Zweite? Eine Frage, die in Kirchheim fleißig diskutiert wird. „Wir haben viel erreicht, auch wenn es mit dem Relegationsplatz nicht geklappt hat“, bilanzierte VfL-Trainer Stefan Haußmann, „immerhin waren wir Aufsteiger.“ Allerdings hatten nicht wenige Fans und Funktionäre vom Durchmarsch in die Landesliga geträumt, vor allen Dingen weil in jedem Spiel gut ein halbes Dutzend Anleihen aus dem VfL-Oberligakader zur Verfügung standen.
Mitaufsteiger AC Catania bleibt Bezirksligist, was zweifelsohne ein Erfolg ist. Trotzdem ist Trainer Cesare D‘Agostino immer noch sauer. Grund: Der Punktabzug nach der zunächst 3:1 gewonnenen Partie gegen den FV Neuhausen (wir berichteten). „Es wäre absoluter Wahnsinn gewesen, wenn wir wegen solch eines haarsträubenden und ungerechten Sportgerichtsurteils abgestiegen wären“, kritisiert der Catania-Coach die Entscheidung scharf.
Für den TSV Wendlingen, Vizemeister in der A1, ist derweil die Rückkehr ins Bezirksoberhaus per Relegation möglich. In Notzingen wurde unterdessen der sofortige Wiederaufstieg in die Kreisliga A kräftig gefeiert. „Der Schlüssel zum Erfolg war die Disziplin in der Mannschaft“, unterstrich der scheidende TSVN-Trainer Ronald Witt, „das Team hat in der ganzen Runde keinen einzigen Platzverweis kassiert.“ Das gab es lange nicht mehr.
Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass es in der kommenden Saison eine Fußball-Spielgemeinschaft TSV Oberlenningen/TV Unterlenningen geben wird. Claus Eberle (Oberlenningen): „Wir führen diese Woche weitere Gespräche.“ So könnte es durchaus sein, dass das Tor von Kevin Rieke für den TV Unterlenningen beim 8:1 gegen den TSV Ötlingen II und jenes von Hamit Geckin für den TSVO beim 3:3 gegen den TV Neidlingen II die letzten Treffer für lange Zeit bei den jeweiligen Clubs gewesen sind.
