Zufriedenheit bei Weilheimer Fußballern vor erstem Heimspiel – VfL-Kicker gastieren in Bad Boll
Einspielen im Winter ist besser als im Sommer

Endlich rollt der Fußball auch in der Landesliga wieder: Am Sonntag um 15 Uhr erfolgt für die beiden Teckvereine der Anpfiff für die restlichen 13 Spiele der Rückrunde – für den TSV Weilheim zu Hause gegen den Überraschungs-Aufsteiger TSGV Waldstetten, für den VfL Kirchheim beim TSV Bad Boll, der als Tabellenzehnter bisher hinter den eigenen Erwartungen ­geblieben ist.

Kirchheim. Unter der Limburg ist Kontinuität angesagt. Kein Spieler hat den Verein in der Winterpause verlassen, keiner ist dazugekommen. Die Mannschaft ist eingespielt, die Automatismen sind verinnerlicht. „Wir sind in der Vorbereitung deutlich weitergekommen als im Sommer“, sagt Trainer Alexander Hübbe. Damals musste sich das neu formierte Team erst finden, kassierte drei Niederlagen in Folge, da­runter gegen Waldstetten. Ohne diesen Fehlstart würde der TSV Weilheim heute von der Tabellenspitze grüßen.

Was nicht ist, kann noch werden. In den Testspielen unterstrich die Mannschaft, dass sie willens und in der Lage ist, einen der beiden Aufstiegsplätze zu erreichen. Zuletzt trumpfte der TSV mit einem 3:1-Sieg gegen den klassenhöheren FC Frickenhausen auf. Bedauerlich nur, dass sich Hannes Ihring erneut schwer verletzt hat. Der Torwart, der wegen einer Fuß-OP die Vorrunde verpasste, muss wieder operiert werden. Diesmal am Knie. Nur gut, dass Weilheim einen zweiten Schlussmann von Format zur Verfügung hat – mit Bastian Treiber im Tor, hat der TSV erst 15 Gegentreffer kassiert, mit deutlichem Abstand die wenigsten in der ganzen Liga.

Ob Treiber auch gegen Waldstetten die Kiste sauber halten kann? Die Mannen von der Ostalb sind kämpferisch stark und tragen nicht umsonst den Löwen im Vereinswappen. Für zusätzliche Motivation sorgte die Vereinsführung, die zu Beginn der Rest-Rückrunde die Verträge von Erfolgstrainer Leo Gjini und seinem Assistenten, dem stürmenden Spielertrainer Patrick Stöppler, verlängerte.

Im Gegensatz zum TSV Weilheim war beim Nachbarn VfL Kirchheim viel Bewegung im Kader. Sieben Spieler verließen den Verein, fünf sind gekommen. „Alle Zugänge erwiesen sich als Verstärkungen. Dadurch sind wir spielerisch besser und flexibler geworden“, weiß Norbert Krumm, der Sportliche Leiter. Abweichungen vom gängigen 4-2-3-1-System, um sich jeweils optimal auf den Gegner einzustellen, sind nun jederzeit machbar.

Auch durch die wiederbelebte Zusammenarbeit mit der Jugendabteilung in Person von Jugendleiter Reiner Strohm und des neuen U17-Trainers Oliver Klingler (bisher SF Dettingen) kann Trainer Erol Sarikoc aus dem Vollen schöpfen. Die neue Qualität zeigte sich teilweise schon in den acht Testspielen, von denen der VfL vier gewann, zweimal unentschieden spielte und zwei verlor – bei einem Torverhältnis von 25:13. Dabei resultierten die beiden Niederlagen gegen Ebersbach und Metzingen nicht aus drückender Überlegenheit der Gegner, sondern aus eigenen Fehlern.

Sarikoc ist in der letzten Trainingswoche vor dem Punktspielstart mit den Beteiligten speziell auf diese Fehler eingegangen, damit sie künftig vermieden werden. Er hat auch sonst nichts unversucht gelassen, die Schlagkraft seiner Truppe zu erhöhen. So ging es zwischen den Trainingseinheiten auf dem Platz auch öfter mal zum schweißtreibenden „Spinning“ auf dem Rad-Ergometer oder zur Nahkampfschulung „Tae-Bo“ ins Fitness-Studio.

In Bad Boll erwartet den VfL ein Gegner, der seine eigenen Schwächephasen aus der Vorrunde vergessen machen will. Für die „Blauen“ ist es ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf, der erste von vier in Folge. Danach geht es gegen die Leidensgenossen aus Bargau, Vaihingen und Ulm II. „Wenn wir in Boll nicht verlieren, wäre das ein guter Anfang für die Wochen der Wahrheit. Danach wissen wir, wo‘s lang geht, und ich kann in der 14. Woche mit den Vertragsgesprächen mit den Spielern beginnen“, meint Krumm.