Basketball: 73:79-Heimpleite gegen Ehingen lässt Knights auf einen Abstiegsplatz zurückfallen
„Enorm schwierige Situation“

Nach der unnötigen 73:79 (35:45)-Niederlage am Sonntagabend gegen den Tabellenfünften Erdgas Ehingen finden sich die Kirchheim Knights in der Pro A auf einem der beiden Abstiegsplätze wieder.

Kirchheim. Nach dem 73:79 gegen Ehingen rutschten die Ritter deshalb auf einen Abstiegsplatz ab, weil Essen und Paderborn Siege gelangen. Nun steht einzig Gotha mit der gleichen Punkteausbeute wie Kirchheim da, doch der direkte Vergleich geht eindeutig an die Gothaer – die Knights stehen mit dem Rücken zur Wand. Mindestens zwei Siege aus den letzten drei Partien der Saison 2012/13 werden jetzt benötigt, um den Nichtabstieg aus eigenen Händen zu vermeiden.

Der Kampf stimmte. Wie so oft in dieser Saison war den Kirchheimer Korbjägern auch in diesem Spiel fehlender Einsatzwille in keiner Sekunde vorzuwerfen. Doch die mentale Bremse, entstanden durch die unnötige Niederlage in Leipzig und den dadurch gewachsenen Druck, schien zu festgezurrt, um schnell gelöst werden zu können. Bis kurz vor Schluss kämpften die Ritter um ein besseres Resultat und sollten fast belohnt werden, doch die überragenden Spieler Taylor Rohde und Andre Calvin sicherten den letztlich verdienten Ehinger Sieg in der Sporthalle Stadtmitte, die an diesem Abend ihrem früheren Ruf als gelbe Festung nicht gerecht werden konnte. „Es ist schwer Worte zu finden. Jeder wusste was an diesem Wochenende für uns auf dem Spiel stand. Wir haben jetzt eine enorm schwierige Situation“, so Knights-Trainer Frenkie Ignjatovic auf der Pressekonferenz.

Die Knights starteten verunsichert in die Partie. Nachwuchsspieler Besnik Bekteshi kam dank Ludwigsburger Hilfe wieder zum Einsatz und auch die zuletzt verletzten Smallwood, Tomasevic und Schneider standen nach der Partie in Leipzig zur Verfügung. Marcus Smallwood erzielte die ersten Kirchheimer Punkte, doch schon die ersten Spielminuten zeigten, dass Ehingen in dieser Saison über jede Menge spielerischer Qualität verfügt. Besonders Andre Calvin drückte dem ersten Viertel seinen Stempel auf. Zehn seiner insgesamt 22 Punkte (und somit Topscorer des Spiels) netzte der Forward in den ersten Minuten des Spiels ein. Dem Rest der Ehinger gelang jedoch sehr wenig, was nicht zuletzt der Kirchheimer Defensivabteilung zu verdanken war. Mit einer knappen 20:17-Führung für Ehingen ging es in die Viertelpause.

Im zweiten Abschnitt fiel die erste kleine Vorentscheidung. Die Gäste schalteten einen Gang höher und überzeugten mit cleverem Zusammenspiel und gekonnten Würfen. Der Kirchheimer Chris Alexander schaffte es kurz vor der Pause einen kleinen Kirchheimer Zwischenspurt zum Halbzeitstand von 35:45 einzulegen. Im dritten Viertel kämpften die Ritter um jeden Ball, doch die Angriffe wurden leichtfertig vergeben oder die Würfe verfehlten knapp ihr Ziel. Es schien als könnten die Knights machen was sie wollten. Auf jede Variante fand der Gast eine passende Antwort. Kurz vor Viertelende zwang die Kirchheimer Verteidigung Calvin zu einem Wurf aus vollem Lauf von jenseits der Dreierlinie - doch auch dieser sollte sitzen. Nackenschlag um Nackenschlag nahmen die Ritter an und kämpften nichtsdestotrotz weiter.

Im Schlussabschnitt gelangen den Teckstädtern dann endlich einige Stopps. Nun wurde auch der Gast nervös. Die Hausherren, unterstützt vom lautstarken Kirchheimer Publikum, fighteten um jeden Zentimeter und Stück für Stück kamen die Knights heran. Als Cedric Brooks seinen einzigen Dreier der Partie traf, waren die Kirchheimer auf zwei Punkte dran. Die Halle stand kopf. Als dann auch noch die Verteidigung einen Ballverlust erzwang, war die Chance zum Ausgleich da. Und das zwei Minuten vor Spielende. Doch der anschließende Angriff wurde nicht in Punkte umgemünzt, und als im Gegenangriff Kenneth Ogbe gefoult wurde und sicher verwandelte, war der Abstand wiederhergestellt. Die Schlüsselszene.

Die Ritter versuchten nochmals alles, aber ohne Erfolg. Nun stehen die Knights vor schwierigen Endspielen. Zunächst geht es nach Düsseldorf, anschließend kommt Heidelberg, bevor es zum Abschluss der Saison nach Göttingen geht. Zwei Siege müssen dringend her,