VfL-Turnerinnen müssen nach Platz sechs weiter um Klassenerhalt bangen
Entscheidung vertagt

„Jammern hilft nichts“ lautete das Motto für Kirchheims Zweitliga-Turnerinnen vor dem zweiten Wettkampftag am Samstag in Heidenheim. Die von Verletzungssorgen geplagte VfL-Riege bot eine beherzte Vorstellung, verfehlte als Sechste allerdings knapp den angestrebten fünften Platz. Damit bleibt im Kampf um den Klassenerhalt weiterhin alles offen.

Heidenheim. Als Lisa Kiedaisch für das VfL-Team als erste an den Stufenbarren ging, war klar, dass schon mit ihrer ersten Übung eine Vorentscheidung fallen könnte. Die 15-Jährige hatte, wie auch Dorothee Henzler, einen Vierkampf vor sich. Deutlich besser als im Einturnen lief es für sie im Wettkampf: Sie konnte 7,65 Punkte vorlegen. Für Pia Pohl stand nach ihre Meniskusverletzung zum ersten Mal wieder der Ernstfall an. Bei ihrem einzigen Einsatz in Heidenheim zog auch sie die Kür-übung mit 7,65 Punkten gut durch.

Bevor Antonia Alicke, die deutsche Vizemeisterin ihrer Altersklasse am Barren für die VfL-Mannschaft 9,90 Punkte erturnte, gingen 9,45 Punkte an Dorothee Henzler. Schnell stellte sich heraus, dass Kirchheim mit diesem Barrenresultat gut in der Spur lag. Nur vier Teams sammelten hier mehr Punkte. Doch das Zwischenergebnis auf der Anzeigetafel war ernüchternd: Während die Konkurrenz am Balken, Boden und vor allem am Sprung zu diesem Zeitpunkt deutliche höhere Wertungen einfuhren, rangierte der VfL nach dem ersten Gerät auf dem letzten Platz.

Auch das drittbeste Mannschaftsergebnis am Schwebebalken, den die Kirchheimer Mädchen gut im Griff hatten, führte im Zwischenklassement noch zu keiner Veränderung. Joanna Preuss, mit elf Jahren jüngste Turnerin des Teams, zeigte keine Nerven. Trotz eines Absteigers beim Salto erhielt sie 9,35 Punkte. Ihre Schwester Jessica machte es noch besser und holte ohne Sturz 9,60 Punkte. Lisa Kiedaisch und Dorothee Henzler nahmen die Vorgabe der Preuss-Schwestern auf. Gespannt verfolgten die Kirchheimer Fans wie Lisa Kiedaisch (8,75) sich auch aus heiklen Situationen rettete. Hoch motiviert ging Dorothee Henzler die Übung am Balken an. Ihr starker Auftritt brachte der 18-Jährigen beachtliche 12,60 Punkte und damit die Höchstnote der gesamten Konkurrenz an diesem Gerät.

Am deutlichsten wurde die Kirchheimer Personalnot im folgenden Bodendurchgang. Die Stammturnerinnen Kiedaisch und Henzler wurden von den beiden Preuss-Schwestern unterstützt. Sonst immer am Boden mit guten Wertungen ausgestattet, waren die Einbußen diesmal erheblich. Den ersten und einzigen Sturz musste Joanna Preuss (8,70) beim Schraubensalto hinnehmen. Jessica Preuss (10,20) und Lisa Kie-daisch (10,30) stockten im zweistelligen Punktebereich auf. Einen Augenschmaus bot dann Dorothee Henzler (12,15), die einen starken Wettkampf turnte, dem begeisterten Publikum.

Doch noch immer kam der VfL nach drei Geräten nicht von Platz acht weg. Aber es gab Hoffnung: Während es am Sprung viele Punkte zu holen gab, mussten die Teams aus Berlin-Steglitz und dem Breisgau auf den Schwebebalken. Die Rechnung ging auf, zumal Antonia Alicke nun doch antreten konnte. Mit ihrem hohen Überschlag mit Salto (12,70) überzeugte die Deutsche Jugendmeisterin am Sprung erneut. Zuvor hatten Jessica Preuss (10,45) und Lisa Kiedaisch (11,85) ihre Sprünge erfolgreich gemeistert. Den krönenden Abschluss setzte VfL-Starterin Dorothee Henzler mit weiteren 12,70 Punkten für ihren gestreckten Tsukahara. „Da war sogar noch Luft für eine Schraube“, spottete da bewundernd die sechs Jahre jüngere Nachwuchsturnerin von der TG Böckingen, Antonia Alicke, die seit diesem Jahr in der zweiten Liga für Kirchheim an den Start geht.

Mit diesem Abschluss turnte sich Dorothee Henzler nach einem optimalen Vierkampf in der Einzelwertung auf den zweiten Rang hinter der vierfachen Deutschen Jugendmeisterin (AK 15) Janine Berger aus Ulm. Der SSV Ulm (180,75) setzte sich erneut klar durch und ist auf dem besten Weg in die erste Liga. Deutlich enger ist das Feld dann zwischen Platz zwei und sechs. Der Dresdner SC (169,85) belegte den zweiten Rang vor Gastgeber Heidenheim (168,25). 164,00 Punkte erturnte der VfL Kirchheim als Sechster und verwies die TSG Steglitz (158,10) und die TG Breisgau (153,65) deutlich auf die weiteren Plätze.

Der Tabellenstand vor dem letzten Wettkampf im Oktober lässt aus Kirchheimer Sicht noch alles offen. Denn nur zwei Ranglistenpunkte trennen den Tabellendritten Dres-dner SC, den Heidenheimer SB, die WG Hamburg-Wedel und den VfL auf Rang sechs voneinander.mp