Als „blaues Wunder“ gelten alle Ozeane dieser Erde. Als Wahrzeichen der Stadt Dresden wird auch eine Brücke über die Elbe „Blaues Wunder“ genannt. Und neuerdings erlebt Kirchheim ebenfalls sein „blaues Wunder“ – durch die Landesliga-Fußballer des VfL.
Mit dürftigen acht Punkten hatte der Aufsteiger die Vorrunde auf einem Abstiegsplatz beendet, bis der Verein nach zwei Trainerwechseln aufwachte. Unter dem neuen Duo Felix Lache und Tobias Heim schafften die „Blauen“ die Wende und holten in den ersten vier Spielen des neuen Jahres zehn Punkte. Jetzt ist plötzlich wieder Land in Sicht. Ein Heimsieg am Samstag (15.30 Uhr) gegen FC Srbija Ulm und der VfL würde sich vorerst aus der Abstiegszone verabschieden. Der VfL weist aktuell 19 Punkte auf, der Gegner auf einem Nichtabstiegsplatz 21. Mit einem Dreier könnten die „Blauen“ auch noch die mit Ulm punktgleichen MTV Stuttgart (spielen in Weilimdorf) und SSG Ulm (gegen Blaubeuren) überholen.
Trotz aller positiven Vorzeichen tritt Trainer Lache auf die Euphorie-Bremse. „Wir haben noch nichts erreicht. Wir sind noch weit entfernt von unserem Ziel“, betont er, bestätigt aber, „dass es unheimlich viel Spaß macht, mit der Mannschaft zu arbeiten“. Im Training werde viel im athletischen Bereich getan. Aber auch in Form von Einzelgesprächen, „denn zu 80 Prozent findet der Fußball im Kopf statt“. Er lobt den Zusammenhalt der Truppe, wozu gemeinsame Spaziergänge vor den Spielen und ein Teamessen danach beitragen würden. Der neue Geist, der eingezogen ist, wirkt sich auch in der Trainingsbeteiligung aus. Wo sich am Ende der Vorrunde oft nur acht bis zehn Spieler auf dem Platz tummelten, bereiteten nun sich 22 Mann auf das Spiel am Ostersamstag vor.
Aus dem Hinspiel hat der VfL ein 0:1 gutzumachen. Das einzige Tor damals in Ulm erzielte Mittelstürmer Nicola Milicevic, mit elf Treffern in dieser Saison und mit 44 in bisher 67 Spielen der Torjäger Nummer eins des FCS.

