Radsport
Erster Bergsprint unterm Reußenstein: Neidlinger Radevent begeistert

Der TV Neidlingen lockt bei der Premiere des Bergsprints unterm Reußenstein 60 Teilnehmer und über 200 Zuschauer an. Auf der 850 Meter langen Hammerstrecke mit bis zu 20 Prozent Steigung dominieren zwei Lokalmatadoren.

Vom Start weg Stress: Auf der 850 Meter langen Strecke warteten 90 Meter Höhendifferenz. Foto: Markus Brändli

Riesenslalom, Skispringen, Inlinerennen – die Liste der Sportevents in Neidlingen ist seit Sonntag um ein Spektakel reicher. Bei der Premiere des Bergsprints unterm Reußenstein hat die Wintersportabteilung des TVN den Nerv der hiesigen Radsportszene getroffen. „Super, dass es so was in der Region gibt“, lobte Mountainbike-Profi Luca Schwarzbauer, der auf einer Trainingsausfahrt im Kirschblütental vorbeischaute – auf Zeitenjagd wollte der 28-jährige Wahl-Weilheimer allerdings nicht gehen. „Die Belastung passt nicht in den Trainingsplan“, grinste er, wohl wissend, dass die 850 Meter lange Strecke mit 90 Metern Höhendifferenz und einer maximalen Steigung von 20 Prozent eher was für Leichtgewichte auf ultraleichten Rennmaschinen ist.

So wie Louis Hepperle: Der Neidlinger im Dress des ambitionierten Amateurteams „Cycling Friends Passione“ jagte den „Hassabuckel“ bei Kaiserwetter am Sonntag am schnellsten hinauf und durfte dafür den ausgelobten Wanderpokal in Empfang nehmen. In 2.23,92 Minuten war der 22-Jährige, der offiziell für den TV Neidlingen startete, drei Sekunden schneller als sein nicht verwandter Teamkollege Marc Hepperle. Dritter wurde Youngster Marvin Schmid (18) vom MTB Teck, der auch die Jugendklasse gewann. „Das war ein unfassbar geiles Event, wir freuen uns, wenn der TVN das nächstes Jahr wieder macht“, fasste der viertplatzierte Pascal Bischof, ebenfalls von den Cycling Friends Passione, die Stimmung aller Teilnehmenden zusammen.

Dass es 2026 eine Neuauflage gibt, ist offenbar schon beschlossene Sache. „Wir sind sehr zufrieden und machen auf jeden Fall weiter“, frohlockte Rennleiter Andreas Lorenz, der es sich nicht nehmen ließ, ebenfalls in die Pedale zu treten und immerhin Sechster der Altersklasse II zu werden. Zur Belohnung gab‘s hinterher ein großes Stück Kuchen. „Das erste, was ich heute esse“, verriet er lachend.

Gute Stimmung hatte bereits zum Auftakt der Veranstaltung geherrscht, als rund zehn Kleinkinder bei einem Laufradrennen vier Runden auf dem Schotter zwischen den Höfen im Start- und Zielbereich drehten. Anspruchsvoller war es da für den Nachwuchs der Altersklassen 2011 bis 2019, der auf den ersten 250 Metern der richtigen Strecke ordentlich strampeln musste. Schnellster der insgesamt 18 Teilnehmer war Noah Kuch vom TSV Weilheim in 14,92 Sekunden – eine Urkunde, ein Buff und ein weiterer Preis waren ihm damit ebenso wie allen anderen Bergsprintern sicher. „Wir sind stolz, dass wir so eine Veranstaltung organisieren können“, war auch Andreas Gienger, seit vergangenem Jahr an der Seite von Ann-Kathrin Stolz Gesamtvorsitzender des TVN, beseelt von dem Event, dem selbst Petrus wohl gesonnen war: Bei angenehm-sonnigem Frühlingswetter kam im bewirtschafteten Start- und Zielbereich Hocketse-Stimmung auf. „Wenn wir schon im Winter für unsere Skirennen Pech mit dem Wetter haben, dann klappt’s wenigstens jetzt“, freute sich Strippenzieherin Daniela Ambacher über die gelungene Premiere des Bergsprints, mit dem die Wintersportabteilung des TVN künftig nicht nur den Veranstaltungskalender in der Teckregion bereichern will. Das Event, das aus dem Stand Kultstatus erlangt hat, soll den Neidlingern auch als Kick-off für ein regelmäßiges Zweiradtraining in der schneelosen Zeit dienen.

Impressionen aus Neidlingen gibt es hier.