Kirchheim. Es ist wirklich zum Haareraufen: Wieder gekämpft bis zum Umfallen, wieder aussichtsreich in Position gebracht, doch am Ende jubelte wieder der Gegner. Nun ist die Vorrunde in der Oberliga Ost vorbei, acht von elf Spielen des VfL endeten wie beschrieben, und der Aufsteiger sitzt mit der Roten Laterne unterm Weihnachtsbaum.
Am Sonntagabend sah man auf Kirchheimer Seite gegen den bis dahin Tabellenletzten auch noch die Schiedsrichter gegen sich. Insgesamt 44 Mal durften die Gäste an die Freiwurflinie, vor allem in den letzten Minuten „war jeder Kontakt von uns ein Foul, man hat uns nicht erlaubt, eine normale Verteidigung zu spielen“, schimpfte Coach Pasko Tomic. Die beiden Schiedsrichter Cocci (Stuttgart) und Khorassani (Leonberg) waren 20 Minuten zu spät in der Halle und legten für den Geschmack der Kirchheimer eine „sehr arrogante Haltung“ (Kapitän Dominik Eberle) an den Tag.
Viereinhalb Minuten vor Schluss lag der VfL noch 67:62 vorne, zwei Ballverluste und zwei vergebene Freiwürfe von Eberle verhinderten eine Vorentscheidung. Anschließend folgten 17 Freiwürfe für die Stuttgarter Vorstädter. Im Korb landeten zwölf davon, dazu kamen immerhin noch zwei Feldkörbe – das reichte zum 78:75. Auch, weil beim VfL wieder einmal Panik ausbrach und Geduld, Disziplin und Struktur in der Offensive durch Hektik, Einzelaktionen und Chaos abgelöst wurden.
Während der „üblichen Achterbahnfahrt“ (Tomic) in den 36 Minuten davor gab es dieses Wechselspiel auch schon. Guter Start, ordentliches Spiel – bis zum 32:25 nach 17 Minuten. Danach folgte ein Durcheinander, mit der Konsequenz, dass der SVM das Spiel drehte und mit 45:40 (23.) in Führung ging. Damit war das Tal bei den Kirchheimern durchfahren, es ging, wenn auch langsam, wieder aufwärts. Bis zu diesem Moment, viereinhalb Minuten vor Schluss, als die Fehler auf Kirchheimer Seite zunahmen – und die Freiwürfe auf der anderen.
Die Folge ist nun Platz zwölf nach der Vorrunde. Doch Tomic kann seinen Spielern, wie er betont, keinen Vorwurf machen. Neben der Unerfahrenheit der Mannschaft, die sich in entscheidenden Phasen und in fehlender Konstanz niederschlägt, kam auch sonst viel zusammen: Viele Verletzungen, Krankheiten und sonstiges Fehlen von Spielern, die ein vernünftiges Training fast unmöglich machten. Dazu kam viel Pech in zahlreichen Spielen.
Auf der Suche nach einem Ersatz für den verletzten Marsel Sibinovic (Kreuzbandriss) ist bisher viel versucht, aber noch nichts erreicht worden. Tomic: „Wir holen nur jemanden, der uns wirklich weiterhilft. Wenn der nicht gefunden werden kann, werden wir eben mit dem was wir haben weiter ums Überleben kämpfen.“ut
VfL Kirchheim: M. Beck (2), Bekteshi (26/2), C. Bozic (21), Eberle, Engonidis, Ivanovic (15/3), Nakov, Reza, Schraml (7/1), Zimmermann (2)
