Kirchheim. Es war ein Spiel voller Kampf, Dynamik und mehreren Schlüsselszenen. Eine davon geschah bereits im ersten Viertel: Kurz vor der Pause verletzte sich Forward Max Rockmann beim Kampf um den Rebound gleich an zwei Körperstellen. Bei der Landung knickte er mit dem Sprunggelenk um und zog sich zusätzlich noch eine Verletzung im Lendenwirbelbereich zu. Damit war das Spiel für Rockmann beendet – ein herber Verlust für die Ritter, über den Trainer Frenkie Ignjatovic naturgemäß am meisten klagte: „Max ist einer unserer wichtigsten Spieler. Wir haben nicht die Möglichkeit, seinen Verlust ohne Weiteres zu verkraften.“
Dennoch verlief die Partie danach lange Zeit ausgeglichen, und die Ritter hatten viele Möglichkeiten, die Partie zu entscheiden. Im Startviertel trumpfte vor allem die Kirchheimer Verteidigung auf. Nur elf Zähler wurden dem Gegner gestattet. In der Offensive glänzten Bryan Smithson und DJ Byrd, der mit 25 Zählern ebenfalls einen Sahnetag erwischte. Mit einer Kirchheimer 21:11-Führung ging es in den zweiten Abschnitt, in der Essen besser in die Partie kam. Der hoch motivierte Chris Alexander fand nun langsam seinen Rhythmus und streute zwei Dreier in Folge ein. In die Kabinen ging es beim Stand von 35:40 – Essen auf dem Siegerweg. Das dritte Viertel begann für Kirchheim mit drei persönlichen Fouls innerhalb einer Minute. Zwei davon gingen aufs Konto von Ben Beran, der nun insgesamt vier Fouls hatte und fortan auf die Bank musste. Besonders die fehlende Defensivarbeit von Beran schlug nun negativ zu Buche.
Bei den Nordrhein-Westfalen setzte der immer stärker werdende Alexander weiter Impulse – insgesamt elf Zähler erzielte der wendige Guard im dritten Viertel. Ignjatovic reagierte und setzte Verteidigungsspezialist Tavares Speaks auf Alexander an und der zeigte prompt, weshalb ihn die Knights im Januar verpflichtet hatten. Bis zum Spielende gelangen Alexander nur noch vier Zähler. Doch Essens Spieler machten weiter Druck, und die Gastgeber schienen nun nicht mehr die richtigen Antworten zu finden. Mit neun Punkten Rückstand (60:69) ging es ins Schlussviertel.
Dies sollte das Viertel des Bryan Smithson werden. Zwölf Punkte erzielte Kirchheims Leader in den entscheidenden Minuten und brachte dadurch sein Team wieder heran. Angepeitscht vom famosen Publikum kämpften die Ritter nun mit Herz und zwangen den Gast zu Fehlern, die zu schnellen Punkten führten. In der Defensive hielten Björn Schoo, der neben seinen zwölf Punkten und zehn Rebounds auch noch fünf teils sehenswerte Blocks erzielte, und Ben Beran die Zone frei. Es blieb spannend. Die Schlusssekunden, als die Ritter mit zwei Punkten im Rückstand lagen, mussten die Entscheidung bringen. Smithson wurde gefoult, und der Guard verwandelte eiskalt, wonach der folgende ETB-Angriff abgewehrt werden konnte. 90:90 – es ging in die Verlängerung.
Es dauerte nicht lang und Kapelan erzielte die ersten fünf Essener Punkte. Abermals stemmten sich die Teckstädter gegen die drohende Niederlage. Ein fantastischer Distanzwurf von DJ Byrd aus knapp neun Metern elektrisierte die Fans. Doch die Gäste waren an diesem Tag zu abgeklärt. Würfe von der Freiwurflinie fanden nun stets ihr Ziel, und so mussten sich die Kirchheimer von einem tabellarischen Hinterbänkler am Ende geschlagen geben.
„Es gab unglaublich viele Knackpunkte im Spiel. Insgesamt war es aber ein Spiel auf tollem Niveau“, sagte Trainer Ignjatovic auf der anschließenden Pressekonferenz. Für die Ritter geht es am kommenden Samstag mit dem Spiel in Nürnberg (ab 19.30 Uhr) weiter. Es wird das Spiel des Tabellensiebten gegen den Neunten – quasi ein weiteres Endspiel um die Playoff-Ränge.cs
