VfL-Turnerinnen kämpfen im Relegationswettkampf um Zweitligaaufstieg
Fünkchen Hoffnung glimmt

Nach einjähriger Abstinenz winkt den Turnfrauen des VfL Kirchheim die Rückkehr in die 
2. Bundesliga. Platz eins oder zwei beim DTL-Finale am Samstag im westfälischen Hamm würden reichen, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Im VfL-Lager gibt man sich verhalten optimistisch.

Kirchheim. KTV Dortmund, TV Eppelborn, TV Herkenrath – zwei dieser drei Vereine sollten die VfL-Turnerinnen am kommenden Samstag hinter sich lassen, wenn sie nach einer Saison Drittklassigkeit im kommenden Jahr wieder in der 
2. Bundesliga mitmischen wollen.

Ob und wie realistisch dieses Vorhaben ist, kann auch die beim VfL verantwortliche Trainerin nur schwer vorhersagen. „Im Turnen kann so viel passieren“, betont Michaela Pohl, die sich entgegen ihrer sonst eher zurückhaltenden Art doch zu einer vagen Prognose hinreißen lässt. „Nachdem ich zunächst dachte, es sei aussichtslos, glimmt jetzt doch ein kleines Fünkchen Hoffnung.“

Der vorsichtige Optimismus der Kirchheimer Cheftrainerin rührt von simplen Rechenspielchen: Pohl hat die Punktzahlen der samstäglichen Gegner aus der abgelaufenen Saison mit denen des VfL verglichen und kommt zu dem Schluss, dass Eppelborn (Siebtplatzierter der vergangenen Zweitligasaison) und Dortmund (Sechster) schlagbar sein könnten. Zumal Letztere mit Silvie Wentzell, mehrfache deutsche Hochschulmeisterin und Deutschland-Pokal-Gewinnerin, verletzungsbedingt auf eine ihrer Leistungsträgerinnen verzichten müssen.

Haushoher Favorit auf einen der beiden zum Aufstieg berechtigenden Plätze ist der TV Herkenrath. Das Team um „Turn-Oma“ Oksana Chusovitina (38) und ihre usbekische Landsfrau Dilnoza Abdusalimov (18) war in der abgelaufenen Drittligasaison vom achten Platz nach dem ersten Wettkampf auf Rang zwei im Abschlussklassement gestürmt und sicherte sich so das Ticket nach Hamm. „Ich gehe davon aus, dass die durchmarschieren“, krönt Michaela Pohl das Team aus dem Bergischen Land mit Vorschusslorbeer. Sollte der TV Herkenrath den Aufstieg packen, wär‘s ein Durchmarsch: Vergangenes Jahr turnte die Mannschaft um die sechsfache Olympiateilnehmerin Chusovitina noch in der Regionalliga.

Anders der VfL: Der war bis 2012 fünf Jahre lange in der 2. Liga am Start, ehe im Oktober vergangenen Jahres dort der Vorhang fiel. Dass knapp 14 Monate später der sofortige Wiederaufstieg winkt, kommt angesichts der relativ unerfahrenen Kirchheimer Mannschaft doch überraschend. Zumal die Rückkehr in Liga zwei nicht erklärtes Ziel der Abteilungsoberen war. „Wir nehmen‘s wie es kommt und machen das Beste draus“, hatte Michaela Pohl unter der Saison immer wieder betont. Nachdem „das Beste“ nun überraschend in Form des Aufstiegs winkt, ist die Mannschaft laut Pohl entsprechend motiviert. „Die Mädchen wollen kämpfen“, sagt sie.

Bevor sie dies am Samstag ab 18.30 Uhr in der Hammer Wetspress-Arena tun können, müssen Dorothee Henzler, Lisa Kiedaisch, Lory Fröchtling, Joanna Preuss, Lea Voith, Nele Bauerfeld und Tamea Friedl erst knapp fünf Stunden auf der Autobahn zubringen. Im Pohlschen Familienbus macht sich der Kirchheimer Tross, der durch Trainerin-Tochter Pia komplettiert wird, die als Kampfrichterin mitfährt, auf die rund 500 Kilometer lange Reise an den Ostrand des Ruhrgebiets. Zurück geht‘s nach einer Hotelübernachtung erst am Sonntag – womöglich als frischge­backene Zweitliga-Aufsteigerinnen.