Fellbach. Obwohl die Partie in der Anfangsphase noch ausgeglichen war, tat sich Kirchheim vom Start weg schwer mit der offensiven 3-2-1-Deckung des Gegners. Die Abwehr des SV ging hart zu Werke, wurde von den Schiedsrichtern aber nur selten dafür bestraft. Eine Härte, die der VfL vermissen ließ. Vorne fanden die Kirchheimer, egal wer auf dem Platz stand, keine Lösung gegen die Abwehr der Gastgeber und verrannten sich stattdessen immer wieder in Eins-gegen-Eins Situationen.
Bis zum 6:7 war die Partie dennoch ausgeglichen. Der VfL konnte sich bis dahin bei seinem Torhüter Tim Oßwald bedanken. Der Keeper des VfL hielt, wie schon seit Wochen, überragend und hielt den VfL im Spiel. Allein in der ersten Hälfte glänzte er mit elf Paraden. Knackpunkt in der ersten Hälfte und für den gesamten Verlauf des Spiels war eine Überzahl-Situation des VfL, in der sich die Kirchheimer zwei Kontertore einfingen. Damit setzte sich der SV erstmals ab und ging mit sechs Toren Vorsprung (14:8) in die Pause.
Mit viel mehr Engagement und Feuer kam der VfL danach aus der Kabine. Auch wenn der Rückstand zunächst nicht schmolz, zeigten sich die Kirchheimer im Angriff deutlich verbessert. Erstmals wurde die Abwehr des SV durch mehr Spielfluss in Bewegung gebracht und dies führte zu leichteren Toren. Nach und nach kam der VfL heran, betrieb dabei jedoch einen extrem hohen Aufwand. Vor allem Fabian Smetak und Robin Habermeier nahmen in dieser Phase das Heft in die Hand und brachten ihre Mannschaft zurück ins Spiel.
Beim 15:19 war der VfL erstmals wieder auf vier Tore dran. Nach knapp 50 Minuten musste VfL-Coach Ralf Wagner gezwungenermaßen durchwechseln, da seine Spieler auf dem Feld unheimlich Kraft gelassen hatten. Diese Wechsel führten zum Bruch im Kirchheimer Spiel. Schlagartig häuften sich wieder die Fehler. Der VfL fing sich erneut Konter ein und lag plötzlich wieder mit 21:29 zurück. Sieben Minuten vor dem Ende der Partie schnürte Fellbach den Sack zu. Der VfL erlebte zwei lehrreiche Hälften: Die Stammsieben enttäuschte vor allem im ersten Durchgang, die frischen Ersatzspieler ließen am Ende jeden Kampfgeist vermissen. Damit geht es für den VfL in der Tabelle wieder nach unten. In der kommenden Woche wird man zu Hause gegen die HSG vor allem eines brauchen: von Beginn an mehr Leidenschaft.rh
VfL Kirchheim: Oßwald, Pisch – S. Smetak (3), Schafhitzel (1), M. Mikolaj, Keller (2), Richter (1), Rudolph, F. Smetak (6/2), Lehmann, Real, J. Mikolaj, Schwarzbauer, Habermeier (5)
SV Fellbach: Klein, Zerweck – Klingler, Weil (1), Liebing (6), Schäfer (4), Seibold (1), Brunner (4), S. Klett (4), B. Klett (4/1), Rohland (4/4), Schuhbauer (1), Manz (3)
