Sara Hauschild muss nicht lange überlegen. „Je mehr Präsenz in den Medien, umso mehr werden wir gesehen“, kommentiert die Weilheimerin hocherfreut den Fakt, dass Softball nach einer Pause bei den Olympischen Spielen in Paris bei den folgenden in Los Angeles 2028 wieder am Start sein wird. Die 25-Jährige gehört zu einer überschaubar kleinen Softballszene in Württemberg, lediglich 35 Klubs führt der baden-württembergische Baseball- und Softballverband auf seiner Homepage auf.
Der Name Hauschild sorgt zumindest lokal dafür, dass sich die Region in dieser Sportart personell besser aufgestellt zeigt. Mutter Sabine sowie alle drei weiteren Geschwister von Sara Hauschild (Jasmin, Jonas, Svenja) rücken mittwochs und freitags oft gemeinsam zum Training im Nachbarort Aichelberg an. Das Quintett spielt für die Aichelberg Indians, deren Baseball-Field, herrlich am Waldrand, in der Nähe des dortigen Camping-Platzes liegt.
Hauschild? Der Name war viele Jahre in der Region eng mit dem Thema Fußball verknüpft. Mutter Sabine kickte als Keeperin teils gemeinsam mit ihren Töchtern bei der SGM Wendlingen/Ötlingen. Mittlerweile gilt der Fokus jedoch dem Softball. Ein Spiel, das den
Ich war schon stolz, für Deutschland spielen zu dürfen.
Svenja Hauschild über ihr EM-Debüt im Juli in Tschechien.
Grundregeln des Baseballs folgt. Doch es gibt kleine, aber feine Unterschiede. Der sichtbarste: die Pitching-Technik. „Im Softball muss der Ball per Unterhandwurf geworfen werden, im Baseball erfolgt dies überhand, oberhalb der Schulter“, erklärt Sara Hauschild. Ein größerer und weicherer Ball, kürzere Spielzeiten, die Anzahl der Feldspieler von zehn gegenüber neun beim Baseball – unter anderem weitere Unterschiede.
Die Übungseinheiten auf der Anlage des SV Aichelberg zeigen Wirkung: Svenja Hauschild qualifizierte sich zu Jahresbeginn bei einem Sichtungslehrgang im Norden fürs deutsche Nationalteam, stand folglich Mitte Juli bei der Softball Coed Europameisterschaft in Tschechien überraschenderweise auf dem Platz. „Ich war schon stolz für Deutschland spielen zu dürfen“, blickt die 20-Jährige strahlend auf diese ereignisreichen und emotionalen Tage und Stunden auf internationalem Parkett zurück.
Das deutsche Team, bestehend aus fünf Frauen und fünf Männern, holte Bronze und sorgte im Nachklang für eine beeindruckte Teilnehmerin aus Weilheim: „Ein ganz anderes Niveau bei einer EM, auch im taktischen Bereich.“ Wenige Tage später mischte sie zusammen mit Schwester Jasmin auch bei der Deutschen Meisterschaft mit. Die beiden halfen beim Team Amberg aus, wurden Vierte bei den nationalen Titelkämpfen. Der Name Hauschild wird im Softball offenbar langsam zum Markenzeichen, wofür eben speziell die frischgebackene Nationalspielerin Svenja steht. „Sich weiter verbessern“, sei ihr Wunsch, sagt sie bescheiden, Fernziel sei natürlich die nächste EM 2026 in London. Bis dahin will sie den Aichelberg Indians im Ligabetrieb weitere Erfahrung sammeln – in Aichelberg wird Softball mit einer Mixed-Mannschaft gespielt. Heißt konkret, dass in jedem Team mindestens zwei Frauen auf dem Feld stehen müssen.
Mit dem Fußballspielen hat Svenja Hauschild derweil im Sommer aufgehört. Doppelte Einsätze waren dabei in der Vergangenheit nicht unüblich. Konkret: am Sonntagmorgen kicken, am Sonntagnachmittag ein Softball-Punktspiel. Diese Zeiten sind vorbei, womöglich noch spannendere könnten folgen.

