Der FC Kirchheim hat nach einer wilden Partie gegen die SG Owen/Unterlenningen das Andocken ans Liga-Mittelfeld verpasst. Auf der Stelle treten kurz vor der Winterpause auch die SF Dettingen, der TV Neidlingen und die SGEH. Der AC Catania Kirchheim hat per klarem Heimsieg über Titel-Mitfavorit TSV Grafenberg an einem wettertechnisch eher trüben Novembersonntag für ein dickes Ausrufezeichen gesorgt.
Daniel Deuschle trifft
Hitzig ging es beim Kunstrasenduell zwischen dem FCK und der SGOU zu. Besonders eine Szene erzürnte Kirchheims Coach Deni Kalfic: Als in der 23. Minute der Ball von FC-Innenverteidiger Matin Zareinmazraekhosro zu Keeper Sharjeel Ahmed zurücksprang. „Der Ball kam von seinem Oberschenkel“, beteuerte Kalfic. Referee Timucin Akbay entschied allerdings auf Rückpass. Der wegen akuter Personalnot von der „Ü32“ reaktiverte Daniel Deuschle hämmerte den Ball aus fünf Metern zum 1:0 für die SGOU ins Netz. „Letztendlich haben wir dann im Laufe der Partie wieder zu viele klare Torchanen liegenlassen“, trauerte der derzeit verletzte Spielertrainer Kalfic eine Woche nach dem 5:2-Coup in Grafenberg verlorenen Punkten nach.
Wie die Owener und Unterlenninger Spielgemeinschaft steckt auch der TV Neidlingen im Ligakeller fest. Der angeschlagene Torjäger Nils Faustmann konnte zwar in der Heimpartie gegen den TSV Neckaratilfingen auflaufen, schoss auch den einzigen Neidlinger Treffer per (umstrittenen) Foulelfmeter, doch auch ein Überzahlspiel nach Gelb-Rot für Neckartailfingens Lars Zink (56.) konnten die Gastgeber nicht in den Sieg ummünzen.
„Wir waren letztendlich auch gegen zehn Spieler zu nervös“, bilanzierte Neidlingens Trainer Christopher Andrä. In der spannenden Schlussphase scheiterte Neckartailfingens Angreifer Robin Plachy nach einem Alleingang an Neidlingens Keeper Jonathan Buck, die Gastgeber vergaben in der Nachspielzeit zwei Topchancen.
Stuppia „etwas enttäuscht“
Wenige Minuten nur fehlten den Dettinger Sportfreunden auf dem Nürtinger Wörth zum möglichen Sieg. FVN-Akteur Vincenzo Parrinello verwandelte kurz vor Toresschluss einen Freistoß zum 2:2. „Natürlich bin ich etwas enttäuscht“, gestand SFD-Trainer Simone Stuppia, der an seiner alten Wirkungsstätte übrigens nicht mehr auf Tarik Serour traf. Der einstige Oberliga-Fußballer – mit ihm zusammen war Stuppia als „Co“ vergangene Saison aufgestiegen – wirkt augenscheinlich nicht mehr als Trainer der Nürtinger. Auf der Bank saßen stattdessen am Sonntag beim FVN Wlasios Kotaidis (einst unter anderem beim FC Frickenhausen und der TSV Oberensingen am Start) sowie Christian Zaccaria. Dettingens scheidender Allrounder Robin Hermann (wandert aus, wir berichteten) spielte bei seinem letzten Auftritt im SFD-Trikot die volle Spielzeit durch.
SGEH im Pfostenpech
Fortschritte sind bei der Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang erkennbar. Nach drei Niederlagen in Serie lieferte das Team von Mario Tumbas auf dem Kunstrasenplatz in Bempflingen diesmal eine engagierte Vorstellung ab, egalisierte einen 2:4-Rückstand. Fast wäre der SGEH gar noch das 5:4 geglückt, doch ein Fernschuss von Nico Spreitzer klatschte Sekunden vor dem Abpfiff an den Pfosten. „Das macht unser Remis doch etwas bitter“, kommentierte SGEH-Kapitän Jonas Salcher dieses Pech, er sah jedoch eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den Auftritten in den vergangenen drei Partien.
ACC-Spielertrainer Michele Latte wollte gegen den TSV Grafenberg mutig agieren lassen. Sein Team ließ Taten folgen. Das 4:1, ein Produkt aus Leidenschaft und Zielstrebigkeit. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht“, freute sich Latte, verteilte ein Sonderlob an Christian Giacobbe. Den stellte der Coach auf die „Sechser“-Position, darin ging der Neffe des einstigen VfL-Kickers Costa Giacobbe förmlich auf. Der neue Liga-Sechste ACC hat mit nunmehr 24 Punkten zur Verfolgergruppe des spielfreien Tabellenführers VfB Neuffen aufgeschlossen.

