Kirchheim. Eigentlich hatte Jörn Kaiser die Ligarunde mit reiner Weste bestreiten wollen: „Um sicher aufzusteigen, brauchen wir sieben Siege in sieben Spielen“, hatte der TCK-Trainer vor dem Saisonstart geunkt. Jetzt hat die weiße Weste plötzlich einen Fleck, und die verunsicherte Mannschaft schwebt zwischen Hoffen und Bangen. „Noch eine Niederlage, und wir sind aus dem Titelrennen raus“, beschreibt Clubchef Wolfgang Eisenlohr die prekäre Lage vor dem anstehenden Match beim TV Vaihingen II. Jener ist, gemessen an seiner derben 0:9-Auftaktpleite in Schwäbisch Gmünd, auf den ersten Blick zwar kein Gegner zum Fürchten, doch der TCK spielt am Sonntag auch geschwächt: Mit Tony Holzinger (Spielerengagement in Frankreich) und dem Slowenen Zoran Golubovic (anderweitige Verpflichtungen) drohen dann die zwei besten TCK-Spieler auszufallen.
Mit Golubovic, aber ohne den gesperrten Holzinger, war für die Kirchheimer im ersten Saisonmatch lange Zeit alles drin: Nach den Einzeln stand es 3:3. Im slowenisch-tschechischen Spitzenduell hatte Golubovic Ludwigsburgs Josef Hrabal glatt in zwei Sätzen besiegt, und auch Dröge und Alexander Miehle, Aufrücker aus der zweiten TCK-Mannschaft, siegten mit der kleinstmöglichen Zahl an Gewinnsätzen. Niederlagen kassierten Arndt Ott, Thomas Haller und Severin Welter, der eine 1:0-Satzführung verspielte.
Was folgte, war ein Showdown, das erst zum Nervenspiel geriet und anschließend in die Pleite führte: Bei allen drei Schlussdoppeln entschied das Match-Tiebreak, und zwei Mal zogen die umbesetzten Kirchheimer dabei den Kürzeren. Nach Niederlagen von Ott/Dröge und Golubovic/Miehle bei nur einem Sieg von Welter/Haller hieß es am Ende 4:5 – die erste Saisonzwischenbilanz ist negativ. „Wir haben schon wieder das Pech wie beim Oberliga-Abstieg im Vorjahr“, haderte Wolfgang Eisenlohr derweil mit dem Schicksal. Doch zum Jammern bleibt nicht viel Zeit. Schon in vier Tagen bekommen die TCK-Cracks die Chance zur Rehabilitation: In Vaihingen zählt für die Kirchheimer nur ein Sieg.
